Influenced by Kunigunde
29.03. - 31.05.2026 | Diözesanmuseum Paderborn
Eingabedatum: 02.04.2026

„Kunigunde die Schöne“ – zur Königin gekrönt in Paderborn, vom Papst in Rom zur Kaiserin erhoben. „Kunigunde die fromme Edelfrau“ – verehrt als Heilige und in Legenden als Wundertätige gerühmt. War sie mächtig, durchsetzungsstark, politisch klug oder einfach nur eine Frau ihrer Zeit, abhängig von männlichem Wohlwollen und Schutz? Was hat diese Frau, die vor 1000 Jahren gelebt hat, mit uns heute zu tun? Für die sieben Akteurinnen des Frauenkollektivs StudioEINZ ist Kunigunde Projektionsfläche und Impulsgeberin für eine kreative Auseinandersetzung mit Frauenrollen und -bildern im Wandel der Zeit. Sie thematisieren in ihren Arbeiten weibliches Wissen und Vermächtnis, gesellschaftliche Akzeptanz und auch Ausgrenzung von Frauen in Vergangenheit und Gegenwart. Ab So 29. März 2026 (Eröffnung um 15 Uhr mit Programm bei freiem Eintritt) ist ihre Ausstellung INFLUENCED BY KUNIGUNDE – StudioEINZ im Dialog mit einer mittelalterlichen Kaiserin in der Reihe CONNECT # im Diözesanmuseum Paderborn zu sehen.
Kunigunde gestern und heute: Vom kostbaren Haar-Reliquiar bis zum grellbunten 3D-Druck
Die Geschichte von Kunigunde ist eng mit Paderborn verbunden, und das Frauenkollektiv von StudioEINZ lässt sich von ihrem Leben und Wirken inspirieren. Die mittelalterliche Herrschergattin wird zum Ausgangspunkt für Installationen, Collagen und Inszenierungen, 3D-Drucke, Graffitis, Objekte und künstlerisch-kreative Projekte. Den Interventionen stehen Exponate aus der Museumssammlung und Leihgaben gegenüber. Darunter die einzigartige Reliquienbüste von Kunigunde, deren Foto auch die Außenfassade des Diözesanmuseums schmückt. Ein Highlight ist das kostbare Reliquiar mit Haaren der Heiligen aus dem Bamberger Domschatz. Es ist erstmals in Paderborn zu sehen. Die Ausstellung ist experimentell gestaltet und setzt mit einem flankierenden Veranstaltungsprogramm auf Teilhabe und Interaktion.
Am Beginn der Ausstellung widmet sich Heike Sondermann-Salzig zunächst der historischen Kunigunde, indem sie umfangreiche Wandtexte zur Ausstellung entwickelt und die kunsthistorischen Exponate kuratiert. Neben der berühmten Reliquienbüste von Kunigunde und der kunstvoll gefassten Haar-Reliquie aus Bamberg sind historische Grafiken und Andachtsbildchen zu sehen. Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Fund aus der Zeit der Weimarer Republik: eine 75 Pfennig-Banknote, Paderborner Notgeld aus dem Jahre 1921. Eine Seite des Geldscheins zeigt die Krönung Kunigundes im Jahr 1002 in Paderborn.
Bunt, grell und überraschend zeigt sich Kunigunde bei Meri Berg. Sie hat die bekannte Paderborner Reliquienbüste fünf Mal „geklont“. Die 3D-Druck-Schwestern der historischen Heiligenbüste hat Meri Berg mit unterschiedlichen Techniken bearbeitet – von Graffiti über Collage bis Malerei. „Meine Arbeit verbindet historische Repräsentation mit urbaner Bildsprache und zeigt, wie sich Gegenwart in überlieferte Bilder einschreibt“, sagt sie.
Für die StudioEINZ-Akteurinnen Katharina Backhaus und Miriam Liebich ist weibliches Wissen ein Schatz, der heute noch Bedeutung hat und über Generationen weitergegeben wird. Mit ihrer Installation aus transparenten Stoffbahnen und Sounds schaffen sie einen begehbaren Raum für ‚Begegnungen‘ mit besonderen Frauen. „Jedes Porträt steht für eine Facette von Frauen, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre innere Kraft in unsichtbaren Linien weitergegeben haben“, sagt Miriam Liebich. Die beiden Gestalterinnen spannen den Bogen weit, von Kunigunde über Hildegard von Bingen bis zu Taylor Swift.
Monika Lumperda fängt mit ihrer Kamera Alltagssituationen in ihrer Stadt ein. Mit ihrem besonderen Blick für Details richtet sie den Fokus gern auf Frauen: „Ich habe mich gefragt, wie sich Kunigunde heute wohl in die Stadtgesellschaft einfügen würde“, erzählt sie. Mit dieser Frage im Kopf hat sie ihr umfangreiches Fotoarchiv gesichtet und 18 Bilder ausgewählt: Sie zeigen Frauen – überwiegend von hinten – die dennoch erkennbar sind in ihren Rollen oder Funktionen, von der Joggerin bis zur Schützenkönigin.
Eleonore Yui Tanakas Arbeit ist mehrteilig: „Meine ‚Kunigunde to go‘ ist gedacht als Meditationshilfe im Taschenformat“, erklärt sie. Für ihr märchenhaft gestaltetes Objekt verwendet sie Stoff, Alltagsmaterialien und funkelnde Zierelemente. Orientiert hat sie sich an den aufwändig gestalteten Reliquiaren früherer Jahrhunderte. Märchenhaftes findet sich auch in Eleonore Yui Tanakas Zeichnungen auf milchig-weißer Folie, die in Form großer Hauben über den Köpfen der Besucher*innen schweben.
„Mir geht es darum, Fragen nach Weiblichkeit in der Gesellschaft zu stellen und darum, wie Kleidung Sichtweisen und Einordnungen von Frauen verändern kann“, sagt Laura Schlütz. Ihre interaktive Installation #fitcheckmitkunigunde besteht aus Hologrammfolie auf Spiegel, Fotografien des blauen Mantels der Kunigunde und einem Display. Laura Schlütz lädt die Besuchenden ein, sich selbst im Spiegel zu betrachten, und sammelt individuelle Looks in Form von Fitchecks. Damit greift sie einen Trend aus den sozialen Medien auf, bei dem Menschen ihr Outfit in einem Foto – oft vor einem Spiegel – präsentieren.
StudioEINZ ist ein innovatives, interdisziplinäres Kollektiv von Gestalterinnen und Kunstvermittlerinnen in Paderborn. Die sieben Akteurinnen bringen vielfältige Kompetenzen mit: Von Textil- und Modedesign über Möbeldesign, Grafik und Fotografie bis hin zu Kunstgeschichte und Collage-Kunst.
Kunigunde gestern und heute: Vom kostbaren Haar-Reliquiar bis zum grellbunten 3D-Druck
Die Geschichte von Kunigunde ist eng mit Paderborn verbunden, und das Frauenkollektiv von StudioEINZ lässt sich von ihrem Leben und Wirken inspirieren. Die mittelalterliche Herrschergattin wird zum Ausgangspunkt für Installationen, Collagen und Inszenierungen, 3D-Drucke, Graffitis, Objekte und künstlerisch-kreative Projekte. Den Interventionen stehen Exponate aus der Museumssammlung und Leihgaben gegenüber. Darunter die einzigartige Reliquienbüste von Kunigunde, deren Foto auch die Außenfassade des Diözesanmuseums schmückt. Ein Highlight ist das kostbare Reliquiar mit Haaren der Heiligen aus dem Bamberger Domschatz. Es ist erstmals in Paderborn zu sehen. Die Ausstellung ist experimentell gestaltet und setzt mit einem flankierenden Veranstaltungsprogramm auf Teilhabe und Interaktion.
Am Beginn der Ausstellung widmet sich Heike Sondermann-Salzig zunächst der historischen Kunigunde, indem sie umfangreiche Wandtexte zur Ausstellung entwickelt und die kunsthistorischen Exponate kuratiert. Neben der berühmten Reliquienbüste von Kunigunde und der kunstvoll gefassten Haar-Reliquie aus Bamberg sind historische Grafiken und Andachtsbildchen zu sehen. Hinzu kommt ein ungewöhnlicher Fund aus der Zeit der Weimarer Republik: eine 75 Pfennig-Banknote, Paderborner Notgeld aus dem Jahre 1921. Eine Seite des Geldscheins zeigt die Krönung Kunigundes im Jahr 1002 in Paderborn.
Bunt, grell und überraschend zeigt sich Kunigunde bei Meri Berg. Sie hat die bekannte Paderborner Reliquienbüste fünf Mal „geklont“. Die 3D-Druck-Schwestern der historischen Heiligenbüste hat Meri Berg mit unterschiedlichen Techniken bearbeitet – von Graffiti über Collage bis Malerei. „Meine Arbeit verbindet historische Repräsentation mit urbaner Bildsprache und zeigt, wie sich Gegenwart in überlieferte Bilder einschreibt“, sagt sie.
Für die StudioEINZ-Akteurinnen Katharina Backhaus und Miriam Liebich ist weibliches Wissen ein Schatz, der heute noch Bedeutung hat und über Generationen weitergegeben wird. Mit ihrer Installation aus transparenten Stoffbahnen und Sounds schaffen sie einen begehbaren Raum für ‚Begegnungen‘ mit besonderen Frauen. „Jedes Porträt steht für eine Facette von Frauen, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre innere Kraft in unsichtbaren Linien weitergegeben haben“, sagt Miriam Liebich. Die beiden Gestalterinnen spannen den Bogen weit, von Kunigunde über Hildegard von Bingen bis zu Taylor Swift.
Monika Lumperda fängt mit ihrer Kamera Alltagssituationen in ihrer Stadt ein. Mit ihrem besonderen Blick für Details richtet sie den Fokus gern auf Frauen: „Ich habe mich gefragt, wie sich Kunigunde heute wohl in die Stadtgesellschaft einfügen würde“, erzählt sie. Mit dieser Frage im Kopf hat sie ihr umfangreiches Fotoarchiv gesichtet und 18 Bilder ausgewählt: Sie zeigen Frauen – überwiegend von hinten – die dennoch erkennbar sind in ihren Rollen oder Funktionen, von der Joggerin bis zur Schützenkönigin.
Eleonore Yui Tanakas Arbeit ist mehrteilig: „Meine ‚Kunigunde to go‘ ist gedacht als Meditationshilfe im Taschenformat“, erklärt sie. Für ihr märchenhaft gestaltetes Objekt verwendet sie Stoff, Alltagsmaterialien und funkelnde Zierelemente. Orientiert hat sie sich an den aufwändig gestalteten Reliquiaren früherer Jahrhunderte. Märchenhaftes findet sich auch in Eleonore Yui Tanakas Zeichnungen auf milchig-weißer Folie, die in Form großer Hauben über den Köpfen der Besucher*innen schweben.
„Mir geht es darum, Fragen nach Weiblichkeit in der Gesellschaft zu stellen und darum, wie Kleidung Sichtweisen und Einordnungen von Frauen verändern kann“, sagt Laura Schlütz. Ihre interaktive Installation #fitcheckmitkunigunde besteht aus Hologrammfolie auf Spiegel, Fotografien des blauen Mantels der Kunigunde und einem Display. Laura Schlütz lädt die Besuchenden ein, sich selbst im Spiegel zu betrachten, und sammelt individuelle Looks in Form von Fitchecks. Damit greift sie einen Trend aus den sozialen Medien auf, bei dem Menschen ihr Outfit in einem Foto – oft vor einem Spiegel – präsentieren.
StudioEINZ ist ein innovatives, interdisziplinäres Kollektiv von Gestalterinnen und Kunstvermittlerinnen in Paderborn. Die sieben Akteurinnen bringen vielfältige Kompetenzen mit: Von Textil- und Modedesign über Möbeldesign, Grafik und Fotografie bis hin zu Kunstgeschichte und Collage-Kunst.
29.03. - 31.05.2026
Diözesanmuseum Paderborn
Markt 17, 33098 Paderborn
Presse
Kontext
Einordnung:Die Ausstellung verortet sich an der Schnittstelle von feministischer Kunst und musealer Intervention, indem sie mittelalterliche Sakralkunst in einen postmodernen Dialog mit zeitgenössischer Alltagskultur setzt. Das interdisziplinäre Kollektiv StudioEINZ nutzt die Kaiserin Kunigunde als Projektionsfläche zur Dekonstruktion tradierter Frauenbilder und weiblicher Repräsentation. Meri Berg greift mit seriellen, 3D-gedruckten und urban überformten Reliquienbüsten auf Strategien der Pop und Appropriation Art zurück, während Backhaus/Liebich und Lumperda mittels textiler Rauminstallationen, Sound und dokumentarischer Fotografie historische weibliche Ahnenlinien in die heutige Gesellschaftsstruktur transferieren. Tanaka rekontextualisiert den mittelalterlichen Reliquienkult durch multimediale Objektkunst, und Schlütz verbindet historische Kleidungssymbolik durch partizipative Spiegel-Installationen mit aktueller Social-Media-Ästhetik. Durch diesen medienübergreifenden Ansatz transformiert die Schau das historische Erbe in einen interaktiven Diskursraum im Sinne der Relational Aesthetics, der weibliches Wissen, Macht und Identität epochenübergreifend befragt.





