Thomas Bayrle. Stadt, Land, alles im Fluss
28.02. - 17.05.2026 | Museum im Kulturspeicher (MiK), Würzburg
Eingabedatum: 23.02.2026

Thomas Bayrle zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Pop-Art. Mit der Ausstellung „Thomas Bayrle. Stadt, Land, alles im Fluss“ widmet ihm das Museum im Kulturspeicher (MiK) erstmals eine umfassende Einzelausstellung in Würzburg. ...
Stadt, Land und Verkehr als Spiegel Würzburgs
Im Zentrum der Würzburger Ausstellung – wie es der Titel „Stadt, Land, alles im Fluss“ bereits ankündigt – stehen Kunstwerke, die sich mit urbanen und ländlichen Lebensräumen sowie mit der Verkehrsthematik auseinandersetzen. Mit dieser Akzentsetzung verfolgt Kurator und MiK-Direktor Marcus Andrew Hurttig das Ziel, Bayrles Werk mit der spezifischen Topographie und Stadtgeschichte Würzburgs inhaltlich zu verzahnen.
Die Stadt wurde 1945 nahezu vollständig zerstört und anschließend modern wiederaufgebaut, wobei die mittelalterliche, kleinteilige und labyrinthartige Struktur der Straßenzüge weitgehend erhalten blieb. Zugleich ist Würzburg sichtbar landwirtschaftlich geprägt – etwa durch den Weinanbau – und als Universitätsstandort mit großstädtischen Infrastrukturen ausgestattet.
Viele Werke Bayrles zeichnen sich durch ihre serielle Werkgenese und extrem dichte Bildräume mit kaum leeren Flächen aus. Dieses Stilmerkmal spiegelt das Würzburger Lebensgefühl auf kongeniale Weise wider, das durch enge und eingeschränkte Wohn- und Bewegungsräume geprägt ist.
Serielle Bildprozesse und dichte Bildräume
Thomas Bayrle ist ausgebildeter Musterzeichner und Weber und setzte seine künstlerische Ausbildung von 1958 bis 1961 an der damaligen Werkkunstschule in Offenbach am Main fort. Als freischaffender Künstler in Frankfurt am Main arbeitete er zunächst auch als Verleger und Drucker von Künstlerbüchern und Werbeplakaten. Vor diesem biografischen Hintergrund entwickelte er ab den späten 1960er-Jahren seine unverwechselbare künstlerische Handschrift.
Bayrles Werke basieren auf seriellen Bildprozessen: Ein einzelnes Bildzeichen wird maschinell reproduziert und zu dichten Strukturen zusammengefügt. Das entstehende Gesamtbild repräsentiert zugleich das ursprüngliche Motiv in vergrößerter Form. Mit dieser Disziplinierung des kreativen Prozesses – subjektive, impulsive Eingriffe des Künstlers bei der Bildentstehung werden unterbunden – rückt Bayrle in die Nähe der Konkreten Kunst, die im MiK mit der Sammlung „Peter C. Ruppert“ ebenfalls ein Zuhause hat. Die durch diesen Werkprozess automatisch entstehenden Wahrnehmungsirritationen erinnern an die Techniken der Op-Art-Kunst. Trotz dieser formalen Strenge bleiben Bayrles Bildwelten stets figurativ.
Von Konsumkultur zu Mobilität und religiösen Motiven
In seinen frühen Arbeiten griff Bayrle auf Bildwelten der Werbe- und Konsumkultur westlicher Industrienationen zurück und etablierte sich damit als Pop-Art-Künstler. Seit den 1980er-Jahren nutzte er als einer der ersten Künstler in Deutschland die Möglichkeiten digitaler Bildverarbeitung durch Softwareprogramme und der Bildproduktion mit Druckern und Fotokopierern. Zudem entstanden Videoarbeiten zum Thema Autoverkehr sowie Skulpturen aus Motorblöcken, Autoreifen oder Scheibenwischern.
In jüngeren Arbeiten treten religiöse Motive wie Maria mit dem Christuskind oder die Pietà – die Gottesmutter, die um ihren toten Sohn trauert – als neues Leitmotiv hinzu. Auch hier bleibt Bayrle seiner seriellen Bildsprache und seiner eigenen Handschrift treu: Die Darstellungen setzen sich aus sich wiederholenden Motiven zusammen, die der Welt der Straßen, Autos und Verkehrszeichen entnommen sind.
Stadt, Land und Verkehr als Spiegel Würzburgs
Im Zentrum der Würzburger Ausstellung – wie es der Titel „Stadt, Land, alles im Fluss“ bereits ankündigt – stehen Kunstwerke, die sich mit urbanen und ländlichen Lebensräumen sowie mit der Verkehrsthematik auseinandersetzen. Mit dieser Akzentsetzung verfolgt Kurator und MiK-Direktor Marcus Andrew Hurttig das Ziel, Bayrles Werk mit der spezifischen Topographie und Stadtgeschichte Würzburgs inhaltlich zu verzahnen.
Die Stadt wurde 1945 nahezu vollständig zerstört und anschließend modern wiederaufgebaut, wobei die mittelalterliche, kleinteilige und labyrinthartige Struktur der Straßenzüge weitgehend erhalten blieb. Zugleich ist Würzburg sichtbar landwirtschaftlich geprägt – etwa durch den Weinanbau – und als Universitätsstandort mit großstädtischen Infrastrukturen ausgestattet.
Viele Werke Bayrles zeichnen sich durch ihre serielle Werkgenese und extrem dichte Bildräume mit kaum leeren Flächen aus. Dieses Stilmerkmal spiegelt das Würzburger Lebensgefühl auf kongeniale Weise wider, das durch enge und eingeschränkte Wohn- und Bewegungsräume geprägt ist.
Serielle Bildprozesse und dichte Bildräume
Thomas Bayrle ist ausgebildeter Musterzeichner und Weber und setzte seine künstlerische Ausbildung von 1958 bis 1961 an der damaligen Werkkunstschule in Offenbach am Main fort. Als freischaffender Künstler in Frankfurt am Main arbeitete er zunächst auch als Verleger und Drucker von Künstlerbüchern und Werbeplakaten. Vor diesem biografischen Hintergrund entwickelte er ab den späten 1960er-Jahren seine unverwechselbare künstlerische Handschrift.
Bayrles Werke basieren auf seriellen Bildprozessen: Ein einzelnes Bildzeichen wird maschinell reproduziert und zu dichten Strukturen zusammengefügt. Das entstehende Gesamtbild repräsentiert zugleich das ursprüngliche Motiv in vergrößerter Form. Mit dieser Disziplinierung des kreativen Prozesses – subjektive, impulsive Eingriffe des Künstlers bei der Bildentstehung werden unterbunden – rückt Bayrle in die Nähe der Konkreten Kunst, die im MiK mit der Sammlung „Peter C. Ruppert“ ebenfalls ein Zuhause hat. Die durch diesen Werkprozess automatisch entstehenden Wahrnehmungsirritationen erinnern an die Techniken der Op-Art-Kunst. Trotz dieser formalen Strenge bleiben Bayrles Bildwelten stets figurativ.
Von Konsumkultur zu Mobilität und religiösen Motiven
In seinen frühen Arbeiten griff Bayrle auf Bildwelten der Werbe- und Konsumkultur westlicher Industrienationen zurück und etablierte sich damit als Pop-Art-Künstler. Seit den 1980er-Jahren nutzte er als einer der ersten Künstler in Deutschland die Möglichkeiten digitaler Bildverarbeitung durch Softwareprogramme und der Bildproduktion mit Druckern und Fotokopierern. Zudem entstanden Videoarbeiten zum Thema Autoverkehr sowie Skulpturen aus Motorblöcken, Autoreifen oder Scheibenwischern.
In jüngeren Arbeiten treten religiöse Motive wie Maria mit dem Christuskind oder die Pietà – die Gottesmutter, die um ihren toten Sohn trauert – als neues Leitmotiv hinzu. Auch hier bleibt Bayrle seiner seriellen Bildsprache und seiner eigenen Handschrift treu: Die Darstellungen setzen sich aus sich wiederholenden Motiven zusammen, die der Welt der Straßen, Autos und Verkehrszeichen entnommen sind.
28.02. - 17.05.2026
Museum im Kulturspeicher (MiK)
Oskar-Laredo-Platz 1, 97080 Würzburg
Presse
Kontext
Einordnung:Thomas Bayrle, ein Hauptvertreter der deutschen Pop-Art, verbindet in seinem Werk die serielle Ästhetik der Konsumwelt mit handwerklichen Traditionen der Weberei. Seine charakteristischen „Superformen“, in denen sich Einzelmotive zu dichten, ornamentalen Gesamtdarstellungen fügen, oszillieren zwischen der mathematischen Strenge der Konkreten Kunst und den physiologischen Wahrnehmungseffekten der Op-Art. Durch die Fusion von industrieller Formensprache – wie Motorenteilen und Verkehrsnetzen – mit sakralen Motiven reflektiert Bayrle die Mechanisierung und Vernetzung der modernen Gesellschaft. Als früher Pionier digitaler Bildgenese dekonstruiert er die Grenze zwischen Individuum und Masse und macht die strukturelle Verdichtung urbaner Lebensräume visuell erfahrbar.






