Logo art-in.de

Ulla von Brandenburg. Schüttelt Schattendramen aus dem Ärmel

22.02. - 07.06.2026 | Ernst Barlach Haus, Hamburg

Eingabedatum: 17.02.2026

Werkabbildung
Ulla von Brandenburg: Un bal sous l'eau (Ein Unterwasserball), 2023 (still), courtesy of the artist and Art : Concept, Paris; Galerie Meyer Riegger, Berlin/Karlsruhe; Pilar Corrias Gallery, London; Produzentengalerie Hamburg
Die Ausstellungen von Ulla von Brandenburg (*1974 in Karlsruhe, lebt in Paris) sind stets außergewöhnliche Inszenierungen. Mit Gesamtkunstwerken aus Malerei, Skulptur, Textilarbeiten, Film und Performances verwandelt die Künstlerin Museen in Theaterbühnen, auf denen sich überraschend neue Wirklichkeiten entfalten – poetisch, komplex und voll rätselhafter Erinnerungsspuren.

Im Sommer und Herbst 2024 verbrachte Ulla von Brandenburg als Stipendiatin der Villa Kujoyama fünf Monate in Kyoto und tauchte intensiv in die japanische Kultur ein: Sie erkundete die verschiedenen Typen des japanischen Figuren- und Puppentheaters, die Festkultur und ihre Rituale, die traditionelle Architektur mit ihrer Akzentuierung von Schwellen und Übergängen, das reiche Repertoire textiler Färbetechniken, den Volksglauben an die unübersehbare Schar der Yōkai – freundliche Geister oder bösartige Dämonen –, schließlich eine Ästhetik des Zwielichts und Dämmers, die der japanische Autor Jun’ichirō Tanizaki bereits 1933 in seinem berühmt gewordenen Essay Lob des Schattens beschrieb.

Die künstlerischen Ergebnisse dieser Recherchen verknüpfen sich auf vielfältige Weise mit Brandenburgs bisherigem Schaffen, etwa mit dem Schattentheater in ihrem Film Un bal sous l’eau (Ein Unterwasserball, 2023). Gemeinsam mit zahlreichen in Japan entstandenen Arbeiten präsentiert ihn Ulla von Brandenburg nun in einer Ausstellung, die sie mit einem Zitat des expressionistischen Bildhauers und Dramatikers Ernst Barlach (1870–1938) überschreibt – auch er ein Theatermensch und Meister des Vieldeutigen, mit offenen Sinnen für das Übernatürliche und die Sphären der Yōkai.

Gemeinsam mit den Performern Benoit Résillot und Giuseppe Molino eröffnet Ulla von Bandenburg ihre Schau mit dem Schattenspiel »Wir werden wieder Raum haben und nicht blos Fläche« (abermals ein Barlach-Zitat); eine filmische Fassung der Performance wird während der Laufzeit der Ausstellung zu sehen sein. Eine weitere Ergänzung ist das kostenfreie 8-seitige Magazin 11 (Format 46 x 32 cm), mit dem Ulla von Brandenburg eine in loser Folge erscheinende Publikationsreihe fortsetzt.

22.02. - 07.06.2026

Ernst Barlach Haus

Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg

https://www.barlach-haus.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Ulla von Brandenburgs Werk lässt sich als zeitgenössische Weiterführung des multimedialen Gesamtkunstwerks begreifen, das die Grenzen zwischen Bildender Kunst, Szenographie und Performance auflöst. Durch die Integration von Textilien, Schattenspielen und rituellen Elementen transformiert sie den Ausstellungsraum in einen theatralen Schwellenraum, der die Dialektik von Fläche und Tiefe sowie Realität und Fiktion thematisiert. Ihre Auseinandersetzung mit der japanischen Ästhetik des Schattens (Tanizaki) und dem Volksglauben an das Übernatürliche verbindet sich dabei intertextuell mit expressionistischen Traditionslinien, insbesondere dem Werk Ernst Barlachs. Diese Synthese aus westlicher Moderne und ostasiatischer Philosophie verortet Brandenburg an der Schnittstelle von kultureller Archäologie und raumgreifender Inszenierung, in der das Medium Film zur raumbildenden Kraft avanciert.
Supported by AI

Kataloge/Medien zum Thema: Ulla von Brandenburg


Ulla von Brandenburg:

- 30 Künstler / 30 Räume, 2012
- Anren Biennale 2017
- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Hong Kong 2018
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach 2014
- art basel Paris 2025
- art basel Paris 2025
- art basel Paris 2025
- art basel Paris 2025
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- artbasel2021
- artbasel2021
- artbasel2021
- Bielefelder Kunstverein
- Biennale of Sydney 2014
- Biennale Venedig 2009
- fast forward2 - ZKM Karlsruhe
- Frieze London 2022
- Lyon Biennale 2011
- Performa 15
- Pilar Corrias Gallery
- Sammlung MMK Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Zeitblick. Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der BrD, 2008