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Alexander Tillegreen. Stücke für Werke

02.04. - 10.01.2027 | Kunsthalle Mannheim

Eingabedatum: 05.04.2026

Werkabbildung
ensemble mosaik © Anja Weber
Am 1. April, eröffnet um 19 Uhr die Ausstellung „Stücke für Werke“ des dänischen Künstlers und Komponisten Alexander Brix Tillegreen in der Kunsthalle Mannheim. Die Ausstellung beginnt mit einem Konzert des international renommierten Berliner ensemble mosaik, mit dem der Künstler und Komponist eng zusammengearbeitet hat.
„Stücke für Werke“ präsentiert eine Reihe neu in Auftrag gegebener, ortssensitiver Klanginstallationen und musikalischer Werke, die als autonome künstlerische Arbeiten konzipiert sind. Als Teil des künstlerischen Prozesses wählte Alexander Tillegreen Kunstwerke der Sammlung – von Auguste Rodin über Francis Bacon und Edvard Munch bis zu Isa Genzken und Louise Nevelson – als kompositorische Ausganspunkte aus.

Die Installationen sind über verschiedene Räume im Museum verteilt und befinden sich jeweils in der Nähe der ausgestellten Kunstwerke. Die Besucher*innen begegnen den Klangwerken in unterschiedlichen Klangzonen und als subtile akustische Interventionen, die sich im gesamten Museum entfalten – manchmal an der Schwelle der Wahrnehmung, manchmal als immersive Werke. Anstatt die Kunstwerke zu illustrieren, entfalten sich die Klangwerke als zeitlich parallele Situationen und verändern auf subtile Weise Zeit, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung innerhalb des Museums.
Tillegreens Projekt untersucht die Verbindungen, die entstehen, wenn Klang auf Bildende Kunst und Architektur trifft und sich dadurch wechselnde Bedeutungsebenen und Wahrnehmungen ergeben. Für seine Ausstellung hat der Künstler zehn Klangwerke entwickelt, die sich auf ausgewählte Kunstwerke aus der Sammlung beziehen – von Skulpturen über Arbeiten auf Papier bis hin zu Gemälden.
Die Ausstellung beginnt mit einem Konzert in Zusammenarbeit mit dem international renommierten Berliner ensemble mosaik, mit dem der Künstler und Komponist bei jedem einzelnen Stück eng zusammengearbeitet hat. Sämtliche Klangwerke werden beim Eröffnungskonzert aufgeführt und später als Album veröffentlicht.
Tillegreens Kompositionen greifen Elemente aus der zeitgenössischen klassischen Musik, psychoakustischen Phänomenen, field recordings und experimentellen Instrumentationen auf. Einige Werke beziehen visuelle und materielle Eigenschaften wie Textur, Räumlichkeit, Rhythmus und Überlagerung in auditive Strukturen ein, während andere durch Sprache, musikalische Referenzen und performativen Klang suggestive, symbolische oder konnotative Dimensionen aktivieren.
Durch das Zusammenspiel von Klang, Architektur und Bildender Kunst erweitert „Stücke für Werke das sensorische Feld des Museums und steht im Einklang mit Mannheims Ernennung zur UNESCO City of Music (2014).

Alexander Brix Tillegreen (geb. 1991 in Taarbæk, Dänemark) lebt und arbeitet in Kopenhagen und Berlin. 2017 absolvierte er sein Meisterschülerstudium an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule. Zusätzlich studierte er Bildende Kunst an der Cooper Union School of Art in New York und Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Sound Studies an der University of Copenhagen. Im Jahr 2023 präsentierte er einen Zyklus neuer Auftragswerke für die „Darmstädter Internationale Ferienkurse“ für Neue Musik und veröffentlichte im selben Jahr sein Debütalbum „In Words“ beim renommierten deutschen Label für elektronische Musik „raster-media“. Alexander Tillegreen nahm an zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie an Performances teil, darunter Nikolaj Kunsthal, Kopenhagen (2025), CCA Glasgow (2024), A Bruit Secret – Hearing in Art im Museum Tinguely, Basel (2023), O–Overgaden Institute for Contemporary Art, Kopenhagen (2022), FuturDome Museum, Mailand (2022), Kunstverein Göttingen (2022), Kunstforeningen GL Strand, Kopenhagen (2023), MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt (2017) und der Nationalgalerie Dänemarks (2008).
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02.04.2026 - 10.01.2027
Kunsthalle Mannheim, Mannheim

Friedrichsplatz 4, 68165 Mannheim

https://www.kuma.art

Presse

Kontext

Einordnung:
Alexander Brix Tillegreens „Stücke für Werke“ reiht sich in die Tradition der expansiven Klangkunst und ortsspezifischen Raumpraktiken ein, welche die rein visuelle Dominanz des klassischen Museums aufbrechen. Durch die intermediale Auseinandersetzung mit kanonischen Positionen von der Moderne bis zur Gegenwart – von Rodins Plastiken über Bacons expressive Malerei bis zu Genzkens Assemblagen – vollzieht der Künstler einen transsensorischen Transfer. Visuelle und materielle Eigenschaften wie Textur, Räumlichkeit und Rhythmus werden mittels Psychoakustik, zeitgenössischer Komposition und Field Recordings in autonome auditive Strukturen übersetzt. Anstatt die bildende Kunst illustrativ zu untermalen, agieren Tillegreens akustische Interventionen als zeitbasierte Gegenstücke, die an synästhetische Konzepte der Avantgarde anknüpfen. Sie transformieren die statische Architektur der Kunsthalle in einen phänomenologischen Resonanzraum und verhandeln die Rezeptionsbedingungen von Kunst neu, indem sie die Grenzen zwischen materiellem Werk, Raum und flüchtiger Betrachterwahrnehmung auflösen.
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