Nikolas Müller: My Friend, The Unknown Artist
02.07.2026 - 22.08.2026 | artothek, Köln
Eingabedatum: 30.06.2026

Nikolas Müller zeigt eine Auswahl seiner Aquarelle, die er seit zehn Jahren als Kontrapunkt zu seinen digitalen 3D-Arbeiten und Videos produziert. Dabei schöpft er inhaltlich aus seiner Biografie und setzt einen thematischen Fokus auf Fragen von fragiler Männlichkeit, psychischen Erkrankungen, Ausschlussmechanismen, Behinderung und männlicher Emotionalität.
In seinen leuchtend farbigen Aquarellen erscheinen märchenhafte, phantastische Figuren in teils humorvollen, teils dramatischen Szenerien. Sonnenuntergänge, Angler, Ritter und Drachen gehören zu den wiederholt auftauchenden Motiven, oft mit einem kommentierenden oder assoziativ erweiternden Bildtitel oder Sticker versehen. Tagesaktuelle Bezüge sind für den Künstler in den Werken vorhanden, sie öffnen sich aber auch dem Publikum über eine allgemein erschließbare Lesbarkeit. Technisch lotet Müller die Eigenschaften des Mediums in seinen Wechselwirkungen zwischen Farbqualitäten und Papier aus, provoziert Zufälle und gestaltet den Malprozess als Dialog zwischen Beabsichtigtem und Entstehenden.
Diesen Dialog erweitert er in der artothek, indem er die Rolle der Urheberschaft in der Bildenden Kunst in den Blick nimmt. Ausgehend von einem Gemälde des Hl. Franziskus in Ekstase, zu dem es biografische Bezüge gibt, setzt sich Nikolas Müller mit KI-generierten Bildern im Verhältnis zum eigenen analogen Schaffen auseinander. Was für Konsequenzen ergeben sich daraus für ihn als Künstler und was bedeutet dies für Kunstpublikum und Kunstmarkt? Wie ursprünglich ist künstlerisches Schaffen innerhalb eines kunsthistorischen Kontextes und welche Geisteszustände sind dafür hilfreich oder notwendig? Und welche dieser Vorstellungen und Werte sind geprägt durch gesellschaftliche Normierungen?
In seinen leuchtend farbigen Aquarellen erscheinen märchenhafte, phantastische Figuren in teils humorvollen, teils dramatischen Szenerien. Sonnenuntergänge, Angler, Ritter und Drachen gehören zu den wiederholt auftauchenden Motiven, oft mit einem kommentierenden oder assoziativ erweiternden Bildtitel oder Sticker versehen. Tagesaktuelle Bezüge sind für den Künstler in den Werken vorhanden, sie öffnen sich aber auch dem Publikum über eine allgemein erschließbare Lesbarkeit. Technisch lotet Müller die Eigenschaften des Mediums in seinen Wechselwirkungen zwischen Farbqualitäten und Papier aus, provoziert Zufälle und gestaltet den Malprozess als Dialog zwischen Beabsichtigtem und Entstehenden.
Diesen Dialog erweitert er in der artothek, indem er die Rolle der Urheberschaft in der Bildenden Kunst in den Blick nimmt. Ausgehend von einem Gemälde des Hl. Franziskus in Ekstase, zu dem es biografische Bezüge gibt, setzt sich Nikolas Müller mit KI-generierten Bildern im Verhältnis zum eigenen analogen Schaffen auseinander. Was für Konsequenzen ergeben sich daraus für ihn als Künstler und was bedeutet dies für Kunstpublikum und Kunstmarkt? Wie ursprünglich ist künstlerisches Schaffen innerhalb eines kunsthistorischen Kontextes und welche Geisteszustände sind dafür hilfreich oder notwendig? Und welche dieser Vorstellungen und Werte sind geprägt durch gesellschaftliche Normierungen?
02.07.2026 - 22.08.2026
artothek, Köln
Am Hof 50, 50667 Köln
Presse
Kontext
Einordnung:Nikolas Müllers Werk verortet sich im Spannungsfeld der postdigitalen Kunst, indem er das unvorhersehbare, traditionelle Medium des Aquarells als bewussten analogen Kontrapunkt zu berechneten 3D- und KI-Generierungen einsetzt. Ikonografisch bedient er sich mit Rittern, Drachen und dem ekstatischen Hl. Franziskus einer romantisch-symbolistischen sowie barocken Bildsprache, bricht diese jedoch durch Pop-Elemente wie Sticker auf. In diesem Rahmen dekonstruiert er den historisch geprägten Topos des heroischen, männlichen Künstlergenies und überführt ihn in den hochaktuellen Diskurs über fragile Männlichkeit, Vulnerabilität und Identitätspolitik. Indem er den eigenen malerischen Prozess der Künstlichen Intelligenz gegenüberstellt, aktualisiert Müller postmoderne Debatten (etwa im Sinne Walter Benjamins) um Autorschaft sowie Originalität und hinterfragt kritisch die normativen und psychologischen Voraussetzungen künstlerischer Produktion im 21. Jahrhundert.









