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UNORDNUNG

18.07. - 13.09.2026 | THE GÄLLERY (Staatsgalerie), Stuttgart

Eingabedatum: 21.07.2026

Werkabbildung
Abb.: Valerie Schmidt, Bild aus der Serie »Claus stolpert«, 2018 © Valerie Schmidt
Wie bereits in 2024 stellt die Staatsgalerie die Räume von »THE GÄLLERY« dem Fotosommer Stuttgart für seine zentrale Hauptausstellung auch in diesem Jahr zur Verfügung. Das seit 2002 stattfindende Fotofestival steht diesmal unter dem Motto »UNORDNUNG«, dem auch die Ausstellung in der Staatsgalerie gewidmet ist. Eine fünfköpfige Jury hat dafür aus über 280 Einsendungen Werke von 23 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt, die sich dem Thema von ganz unterschiedlichen Standpunkten aus nähern.

Vor dem Hintergrund einer Gegenwart, in der die Stabilität herkömmlicher Ordnungsgefüge oftmals in Frage steht, widmen sich die gezeigten Werke verschiedensten Dimensionen von Unordnung. Das weite Spektrum der verhandelten Themen reicht von der Störung des ökologischen Gleichgewichts über Momente der Irritation im urbanen Alltag bis hin zur Auflösung oder Zerstörung von Lebensordnungen durch Alter, Krankheit, Naturkatastrophen, Kolonialismus und Krieg. Aber auch spielerische Formen von Unordnung kommen immer wieder zu ihrem Recht. Dabei wird deutlich, dass Unordnung nicht durchweg als sichtbares Phänomen auftritt, sondern sich bisweilen auch unter einer streng geordneten Oberfläche verbirgt. Fotografie kann beides: Zustände offenkundiger Unordnung ins Bild bannen und unterschwellige Formen von Unordnung spürbar machen.

»UNORDNUNG« zeigt ausgewählte Werke von Evi Blink, Eckart Bartnik, Sabine Bungert & Stefan Dolfen, Martin Eberle, Jonas Glanz & Leon Adam Haas, Gosbert Gottmann, Celia Joy Homann, Martin Janczek, Markus Kaesler, Barbara Karsch-Chaïeb, Matthias Kleinen, OA Krimmel, Leonie Lass, Anna Lehrer, Marcel Mayer, Ann-Kathrin Müller, Eva Schmeckenbecher, Valerie Schmidt, Susanne Wegner, Valentin Wormbs, Wolfgang Zurborn.

Das Fotosommer-Festival in Stuttgart

Die Ausstellung in der Staatsgalerie bildet den prominenten Mittelpunkt des weitverzweigten Fotosommer-Programms: In der Kernzeit des Festivals vom 18.7. bis zum 26.7.2026 finden in Stuttgarter Galerien, Hochschulen und Werkstätten mehr als insgesamt 30 Ausstellungen rund um das Thema Unordnung statt – begleitet von einem vielfältigen Angebot an Workshops, Vorträgen und Gesprächen mit den beteiligten Fotokünstlerinnen und -künstlern. In »THE GÄLLERY – Raum für Fotografie« ist die Hauptausstellung »UNORDNUNG« über die Kernzeit des Festivals hinaus bis zum 13.9. zu sehen.

Der »Raum für Fotografie« in der Staatsgalerie

In »THE GÄLLERY – Raum für Fotografie« zeigt die Staatsgalerie seit 2022 regelmäßig Werke aus ihrem umfangreichen Fotobestand der zu weiten Teilen noch nie öffentlich zu sehen war. In den Sommermonaten laden wir immer wieder wichtige Akteure, wie den Stuttgarter Fotosommer, zu Kooperationen ein. Darüber hinaus präsentiert die Wüstenrot Stiftung seit 2023 die Preisträgerarbeiten der Dokumentarfotografie Förderpreise. All dies macht THE GÄLLERY zu einem lebendigen Schaufenster historischer und gegenwärtiger Fotokunst.

18.07. - 13.09.2026
THE GÄLLERY (Staatsgalerie)

Konrad-Adenauer-Str. 30-32, 70173 Stuttgart

https://www.staatsgalerie.de/

Presse

Kontext

Einordnung:
Die Ausstellung »UNORDNUNG« verortet die zeitgenössische Fotografie im Paradigma der globalen Polykrise und der postmodernen Entropie. Die 23 versammelten Positionen – stellvertretend sei der für seine vielschichtigen urbanen Bildkonstruktionen bekannte Wolfgang Zurborn genannt – dekonstruieren das Ideal stabiler Systeme, indem sie ökologische, koloniale oder biografische Brüche fokussieren. Fotografiehistorisch changieren die Werke dabei zwischen einem schonungslosen dokumentarischen Realismus, der sichtbare Zerstörung fixiert, und konzeptuellen Ansätzen, die subkutane Irritationen unter vermeintlich intakten Oberflächen visuell spürbar machen. Das Medium beweist sich hier in seiner dualen Funktion als objektiver Zeuge und subjektiv-analytisches Instrumentarium, das auch das Spielerische und Absurde zulässt. Die Verortung im klassischen Museumskontext der Staatsgalerie Stuttgart markiert zudem die fortschreitende Kanonisierung der Fotografie als präferiertes Leitmedium zur kritischen Reflexion unserer zunehmend fragmentierten Gegenwart.
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