Ungebremste Selbstbewegungen
Kunst mit Fotografie in der DDR
29.08.2026 - 15.11.2026 | Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK), Cottbus
Eingabedatum: 23.08.2026

Fotografie musste in der DDR nicht immer dokumentieren, was war. Sie konnte auch verändern, verfremden, provozieren und neue Wirklichkeiten entwerfen. Die Ausstellung „Ungebremste Selbstbewegungen“ im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) widmet sich Künstler*innen, die sich in den 1980er Jahren mit ihren experimentellen Arbeiten bewusst außerhalb der etablierten fotografischen Konventionen bewegten.
Unter dem Begriff „Kunst mit Fotografie“ entwickelte sich in der späten DDR eine eigenwillige und vielfältige künstlerische Praxis. Fotografie wurde dabei nicht primär als journalistisches Medium verstanden, sondern als Material und Ausgangspunkt für eigene künstlerische Prozesse. Bilder wurden bearbeitet, inszeniert, seriell angeordnet oder mit Performances, Installationen, Film und Musik verbunden. Der eigene Körper konnte zum Aktionsinstrument werden, Räume wurden zu Bildräumen und die Fotografie selbst zum Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung.
Damit standen diese Arbeiten in deutlichem Gegensatz zu einem Verständnis von Fotografie als möglichst klarer Abbildung der Wirklichkeit. Stattdessen ging es um subjektive Perspektiven, poetische Verschiebungen und andere Formen von Wirklichkeit. Gerade darin lag ihr subversives Potenzial: Wo staatliche Kulturpolitik eindeutige Kategorien und kontrollierbare Bilder bevorzugte, entstanden Kunstwerke, die sich eindeutigen Zuordnungen entzogen.
Viele der in der Ausstellung vertretenen Künstler*innen bewegten sich in subkulturellen und nicht-staatstragenden Zusammenhängen. Für eine „Kunst mit Fotografie“ gab es innerhalb des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK-DDR) weder geeignete Bewertungskriterien noch entsprechende Organisationsstrukturen. Entsprechende künstlerische Vorhaben gerieten damit schnell ins Abseits. Die Ausstellung richtet den Blick auf ein bis heute nur fragmentarisch erzähltes Kapitel der DDR-Kunstgeschichte und versucht, die Vielfalt dieser fotografischen Grenzgänge sichtbar zu machen.
Der Titel „Ungebremste Selbstbewegungen“ verweist auf den Drang, sich nicht festlegen und nicht in vorgegebene Raster einpassen zu lassen. Die beteiligten Künstler*innen waren bereit, für ihre künstlerischen Überzeugungen einzustehen und sich der Logik von Kontrolle, Integration und Ausschluss zu entziehen. Ihre Arbeiten wirken bis heute eigenwillig und überraschend – nicht zuletzt, weil sie sich einer eindeutigen Einordnung verweigern. „Ungebremste Selbstbewegungen“ zeigt damit eine Fotografie, die nicht einfach festhält, sondern sich bewegt: zwischen Bild und Aktion, Körper und Raum, Realität und Erfindung. Eine Ausstellung über Künstler*innen, die sich ihre eigenen Spielräume schufen – und deren Arbeiten auch Jahrzehnte später noch erstaunlich ungebremst daherkommen.
Unter dem Begriff „Kunst mit Fotografie“ entwickelte sich in der späten DDR eine eigenwillige und vielfältige künstlerische Praxis. Fotografie wurde dabei nicht primär als journalistisches Medium verstanden, sondern als Material und Ausgangspunkt für eigene künstlerische Prozesse. Bilder wurden bearbeitet, inszeniert, seriell angeordnet oder mit Performances, Installationen, Film und Musik verbunden. Der eigene Körper konnte zum Aktionsinstrument werden, Räume wurden zu Bildräumen und die Fotografie selbst zum Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung.
Damit standen diese Arbeiten in deutlichem Gegensatz zu einem Verständnis von Fotografie als möglichst klarer Abbildung der Wirklichkeit. Stattdessen ging es um subjektive Perspektiven, poetische Verschiebungen und andere Formen von Wirklichkeit. Gerade darin lag ihr subversives Potenzial: Wo staatliche Kulturpolitik eindeutige Kategorien und kontrollierbare Bilder bevorzugte, entstanden Kunstwerke, die sich eindeutigen Zuordnungen entzogen.
Viele der in der Ausstellung vertretenen Künstler*innen bewegten sich in subkulturellen und nicht-staatstragenden Zusammenhängen. Für eine „Kunst mit Fotografie“ gab es innerhalb des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK-DDR) weder geeignete Bewertungskriterien noch entsprechende Organisationsstrukturen. Entsprechende künstlerische Vorhaben gerieten damit schnell ins Abseits. Die Ausstellung richtet den Blick auf ein bis heute nur fragmentarisch erzähltes Kapitel der DDR-Kunstgeschichte und versucht, die Vielfalt dieser fotografischen Grenzgänge sichtbar zu machen.
Der Titel „Ungebremste Selbstbewegungen“ verweist auf den Drang, sich nicht festlegen und nicht in vorgegebene Raster einpassen zu lassen. Die beteiligten Künstler*innen waren bereit, für ihre künstlerischen Überzeugungen einzustehen und sich der Logik von Kontrolle, Integration und Ausschluss zu entziehen. Ihre Arbeiten wirken bis heute eigenwillig und überraschend – nicht zuletzt, weil sie sich einer eindeutigen Einordnung verweigern. „Ungebremste Selbstbewegungen“ zeigt damit eine Fotografie, die nicht einfach festhält, sondern sich bewegt: zwischen Bild und Aktion, Körper und Raum, Realität und Erfindung. Eine Ausstellung über Künstler*innen, die sich ihre eigenen Spielräume schufen – und deren Arbeiten auch Jahrzehnte später noch erstaunlich ungebremst daherkommen.
29.08.2026 - 15.11.2026
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK), Cottbus
Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus
Presse
Kontext
Einordnung:Die experimentelle Fotografie der späten DDR markiert in den 1980er Jahren einen radikalen Bruch mit dem staatlich verordneten, dokumentarisch-affirmativen Bildverständnis. Unter dem Paradigma „Kunst mit Fotografie“ emanzipierten subkulturell agierende Künstler*innen das Medium zum interdisziplinären Material: Durch Inszenierung, serielle Reihung und die Synthese mit Performance, Body-Art und Installation wurde der klassische Bildraum zum performativen Handlungsraum erweitert. Kunsthistorisch korrespondiert diese Abkehr von der reinen Abbildung mit der internationalen, postmodernen Hinterfragung des fotografischen Wahrheitsanspruchs. Im spezifisch repressiven Kontext der DDR entfalteten die subjektiven, poetisch verfremdeten Gegenwelten jedoch eine einzigartige subversive Kraft. Indem sie sich den Bewertungskriterien des offiziellen Kulturbetriebs entzogen, etablierten diese Akteur*innen eine bis heute oft marginalisierte Neo-Avantgarde, die ästhetische Uneindeutigkeit und mediale Grenzüberschreitung als Akt politischer und künstlerischer Selbstbehauptung nutzte.




