Alexandra Grant: Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben
17.07.2026 - 11.10.2026 | Neues Museum Nürnberg, Nürnberg
Eingabedatum: 19.07.2026

Das Neue Museum Nürnberg (NMN) zeigt ab 17. Juli 2026 die Ausstellung „Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben“ der amerikanischen Künstlerin Alexandra Grant (geb. 1973). Für das NMN erschafft sie acht große Gemälde auf Basis von literarischen Texten von acht Autorinnen. In ihren Werken werden Literatur, weibliche Weltaneignung und Malerei eins. Es ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in einem deutschen Museum und ihre zweite in Europa. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 16. Juli 2026 um 19 Uhr.
Die US-amerikanische Künstlerin Alexandra Grant (*1973) übersetzt literarische Texte in Bilder. Dafür arbeitet sie auf großen Papierbahnen mit farbiger Schrift, die ebenso gelesen wie gesehen werden will. Grant versteht sich als Vermittlerin weiblicher Stimmen, die sie verstärkt, um ihnen Gehör zu verschaffen. Für ihr Projekt im Neuen Museum ist sie auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit und Gegenwart Nürnbergs gegangen. Vier der acht Autorinnen, mit denen sie sich beschäftigt hat, stammen aus oder leben in der Stadt, die sich gerade ihrer Geschichte als Literaturstadt besinnt.
Die Ausstellung untersucht exemplarisch die Rolle von Frauen in der Vergangenheit und Gegenwart der deutschen Literatur. Zu den behandelten Themen gehören die Selbstfindung von Frauen durch das Schreiben im Laufe der Geschichte (im Konflikt mit kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungen), Migration nach und aus Deutschland sowie innerhalb Deutschlands. Auch spirituelle Erfahrung und Expertise, Depression und Hoffnung, Krieg, Armut und Zugang zu Ressourcen sowie Humanismus und Diskriminierung gehören zum Spektrum. Die Autorinnen erheben ihre Stimmen, zu denen Alexandra Grant ein künstlerisches Echo schafft. Durch Typografie und Komposition, die die Künstlerin für jeden Text spezifisch entwickelt, thematisiert sie weibliche Sprache und weibliche Erfahrungshorizonte.
Die Liste der Autorinnen, deren Texte Grant bearbeitet, umfasst Christina Ebner (geb. Nürnberg, 1277–1356), Maria Catharina Stockfleth (geb. Nürnberg, 1633–1692), Gisela Elsner (geb. Nürnberg, 1937–1992), Hélène Cixous (geb. Oran, Algerien, 1937), Fatma Aydemir (geb. Karlsruhe, 1986), Rasha Khayat (geb. Dortmund, 1978), Pauline Füg (geb. Leipzig, 1983, arbeitet in Nürnberg) und Olivia Wenzel (geb. Weimar, 1985). Damit besteht bei vier Schriftstellerinnen ein Bezug zu Nürnberg.
Die Auswahl zeigt aber auch eine inhaltliche Verbindung des weiblichen Kosmos über die Jahrhunderte hinweg. Alle Texte thematisieren Wege in die Dunkelheit, aber auch Licht und Hoffnung.
Die acht großformatigen Gemälde (je 3,9 m x 4,5 m) für das NMN fertigt Alexandra Grant im Siebdruckverfahren mit Farbe auf Hahnemühle-Papier. Die Verwendung des Siebdrucks knüpft an die Geschichte des Buchdrucks in Nürnberg an, von Albrecht Dürer und der Nürnberger Chronik bis in die Gegenwart. Die neuen Werke schafft die Künstlerin sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache und beleuchtet dadurch auch die Rolle der Übersetzung beim Verstehen fremder Kulturen.
Im NMN ist die eigens für die neuen Werke eingebaute achteckige Galerie größtenteils dunkel, wobei punktförmige Strahler jedes der acht Gemälde hervorheben und zum Leuchten bringen. In der Mitte des Raumes hängt eine einzelne Glühbirne über einer zentralen Sitzplattform.
Begleitend zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Programm mit vielfältigen Führungen und Workshops, einer Silent Reading Aktion sowie gleich am ersten Tag der Ausstellung das englischsprachige Künstlerinnengespräch „Networks of Exchange“, bei dem Alexandra Grant persönlich anwesend ist. Vance Byrd, Presidential Associate Professor für German Studies und Kunstgeschichte an der University of Pennsylvania, geht ab 19 Uhr ins Gespräch mit der Künstlerin Alexandra Grant und den Autorinnen Fatma Aydemir, Pauline Füg, Rasha Khayat und Olivia Wenzel.
Die US-amerikanische Künstlerin Alexandra Grant (*1973) übersetzt literarische Texte in Bilder. Dafür arbeitet sie auf großen Papierbahnen mit farbiger Schrift, die ebenso gelesen wie gesehen werden will. Grant versteht sich als Vermittlerin weiblicher Stimmen, die sie verstärkt, um ihnen Gehör zu verschaffen. Für ihr Projekt im Neuen Museum ist sie auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit und Gegenwart Nürnbergs gegangen. Vier der acht Autorinnen, mit denen sie sich beschäftigt hat, stammen aus oder leben in der Stadt, die sich gerade ihrer Geschichte als Literaturstadt besinnt.
Die Ausstellung untersucht exemplarisch die Rolle von Frauen in der Vergangenheit und Gegenwart der deutschen Literatur. Zu den behandelten Themen gehören die Selbstfindung von Frauen durch das Schreiben im Laufe der Geschichte (im Konflikt mit kulturellen und gesellschaftlichen Erwartungen), Migration nach und aus Deutschland sowie innerhalb Deutschlands. Auch spirituelle Erfahrung und Expertise, Depression und Hoffnung, Krieg, Armut und Zugang zu Ressourcen sowie Humanismus und Diskriminierung gehören zum Spektrum. Die Autorinnen erheben ihre Stimmen, zu denen Alexandra Grant ein künstlerisches Echo schafft. Durch Typografie und Komposition, die die Künstlerin für jeden Text spezifisch entwickelt, thematisiert sie weibliche Sprache und weibliche Erfahrungshorizonte.
Die Liste der Autorinnen, deren Texte Grant bearbeitet, umfasst Christina Ebner (geb. Nürnberg, 1277–1356), Maria Catharina Stockfleth (geb. Nürnberg, 1633–1692), Gisela Elsner (geb. Nürnberg, 1937–1992), Hélène Cixous (geb. Oran, Algerien, 1937), Fatma Aydemir (geb. Karlsruhe, 1986), Rasha Khayat (geb. Dortmund, 1978), Pauline Füg (geb. Leipzig, 1983, arbeitet in Nürnberg) und Olivia Wenzel (geb. Weimar, 1985). Damit besteht bei vier Schriftstellerinnen ein Bezug zu Nürnberg.
Die Auswahl zeigt aber auch eine inhaltliche Verbindung des weiblichen Kosmos über die Jahrhunderte hinweg. Alle Texte thematisieren Wege in die Dunkelheit, aber auch Licht und Hoffnung.
Die acht großformatigen Gemälde (je 3,9 m x 4,5 m) für das NMN fertigt Alexandra Grant im Siebdruckverfahren mit Farbe auf Hahnemühle-Papier. Die Verwendung des Siebdrucks knüpft an die Geschichte des Buchdrucks in Nürnberg an, von Albrecht Dürer und der Nürnberger Chronik bis in die Gegenwart. Die neuen Werke schafft die Künstlerin sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache und beleuchtet dadurch auch die Rolle der Übersetzung beim Verstehen fremder Kulturen.
Im NMN ist die eigens für die neuen Werke eingebaute achteckige Galerie größtenteils dunkel, wobei punktförmige Strahler jedes der acht Gemälde hervorheben und zum Leuchten bringen. In der Mitte des Raumes hängt eine einzelne Glühbirne über einer zentralen Sitzplattform.
Begleitend zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Programm mit vielfältigen Führungen und Workshops, einer Silent Reading Aktion sowie gleich am ersten Tag der Ausstellung das englischsprachige Künstlerinnengespräch „Networks of Exchange“, bei dem Alexandra Grant persönlich anwesend ist. Vance Byrd, Presidential Associate Professor für German Studies und Kunstgeschichte an der University of Pennsylvania, geht ab 19 Uhr ins Gespräch mit der Künstlerin Alexandra Grant und den Autorinnen Fatma Aydemir, Pauline Füg, Rasha Khayat und Olivia Wenzel.
17.07.2026 - 11.10.2026
Neues Museum Nürnberg, Nürnberg
Klarissenplatz, 90402 Nürnberg
Presse
Kontext
Einordnung:Alexandra Grants Schaffen positioniert sich an der Schnittstelle von konzeptueller Textkunst und feministischer Diskursanalyse, vergleichbar mit den textbasierten Arbeiten von Jenny Holzer oder Barbara Kruger. Indem sie Typografie und Sprache als primäre visuelle Medien nutzt, übersetzt sie weibliche Literaturgeschichte von der mittelalterlichen Mystik bis zur zeitgenössischen Migrationsliteratur in ein monumentales Bildformat. Die Wahl des großformatigen Siebdrucks auf Papier fungiert dabei als bewusste kunsthistorische Referenz an Nürnbergs prägende Rolle in der Geschichte des Buchdrucks und der Druckgrafik seit Albrecht Dürer. Gleichzeitig betreibt Grant eine visuelle Archäologie: Sie macht marginalisierte weibliche Erfahrungshorizonte und Weltaneignung über die Jahrhunderte hinweg sichtbar. Durch die immersive, fast sakral anmutende Rauminszenierung im abgedunkelten Oktogon verdichtet sie Text, Drucktechnik und Lichtregie zu einem zeitgenössischen Gesamtkunstwerk, das die emanzipatorische Kraft von Sprache in einen kulturübergreifenden, visuellen Kanon überführt.





