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Zauri Matikashvili. You may not want to be here

13.06. - 13.09.2026 | Kunsthalle Münster

Eingabedatum: 13.06.2026

Werkabbildung
Abb.: Zauri Matikashvili, Passing the Glass (Still), 2026, Zwei-Kanal-Videoinstallation, Full HD, Ton, 27:17 Min . Courtesy the artist.
Die Kunsthalle Münster zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung von Zauri Matikashvili und gibt damit einen Einblick in das Schaffen des georgischen Künstlers, der seit 2003 in Deutschland lebt. Im Fokus stehen sowohl neue Produktionen als auch ältere Arbeiten. Die Filme Matikashvilis sind in der Regel einzelnen Personen, Personengruppen oder Orten gewidmet. Oft sind es ihm fremde Menschen, denen er in seinen Filmen begegnet und die ihn für eine Weile an ihrem Leben teilhaben lassen. Dabei ist er fasziniert von den unberechenbaren und überraschenden Momenten in diesen Begegnungen, den Gedanken, Wünschen und Meinungen.

Vor dem Hintergrund momentaner gesellschaftlicher Entwicklungen, einer Demokratie, die unter Druck steht, der Konfrontation mit einem zunehmenden Populismus und einem allgemeinen politischen Rechtsruck und der Zunahme sozialer Ungleichheiten scheinen die Filme von Zauri Matikashvili von einer besonderen Dringlichkeit. Er macht Mitmenschen zu Protagonist:innen, denen in der Regel nur wenig Aufmerksamkeit zuteilwird. Der Künstler teilt Geschichten, die sich jenseits der Mehrheitsgesellschaft abspielen und die dringend gehört werden müssen. Er widmet sich aus unterschiedlichen Perspektiven Themen wie Segregation, Rassismus und Repression. Mit Filmen, Performances und Skulpturen fragt Zauri Matikashvili, wie der Alltag der Menschen mit Macht und Widerstand verbunden ist, wie Gesellschaften im Detail funktionieren – oder auch nicht.

13.06. - 13.09.2026
Kunsthalle Münster

Hafenweg 28, 48155 Münster

https://www.kunsthallemuenster.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Zauri Matikashvilis interdisziplinäres Schaffen aus Film, Performance und Skulptur verortet sich paradigmatisch im *Documentary Turn* sowie der sozial engagierten Kunst (*Social Practice*) der Gegenwart. Methodisch knüpft der Künstler an den von Hal Foster beschriebenen *Ethnographic Turn* an, indem er die offene Begegnung und teilnehmende Beobachtung von marginalisierten Akteur:innen zum Ausgangspunkt seiner ästhetischen Forschung macht. Thematisch übersetzt er hochaktuelle Makro-Diskurse um Populismus, Rassismus und strukturelle Segregation in eine intime, mikrosoziologische Analyse des menschlichen Alltags. Durch die konsequente Sichtbarmachung von Macht- und Widerstandsstrukturen jenseits der hegemonialen Mehrheitsgesellschaft verleiht Matikashvili der dokumentarischen Form eine neue Dringlichkeit. Kunsthistorisch reiht er sich damit in eine Tradition ein, die relationale Ästhetik nicht nur als zwischenmenschliches Gefüge, sondern als politisches Werkzeug zur Verteidigung demokratischer Räume begreift.
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