Krieg und Konfitüre: George Grosz × Daniel Richter
05.09.2026 - 21.02.2027 | Gustav-Lübcke-Museum, Hamm
Eingabedatum: 29.08.2026

Zwischen Schlachtfeld und Frühstückstisch, zwischen Abgrund und Alltag: Die Ausstellung „Krieg und Konfitüre: George Grosz x Daniel Richter“ führt zwei der bedeutendsten deutschen Künstler in einen ebenso überraschenden wie eindringlichen Dialog.
Der titelgebende Gegensatz steht programmatisch für das Spannungsfeld, das das Werk beider Künstler durchzieht: Das Nebeneinander von Gewalt und Gewöhnlichkeit, von politischer Krise und privater Existenz. Auf rund 800 m² begegnen sich die schonungslosen Gesellschaftsanalysen von George Grosz (1893-1959) und die bildgewaltigen, vieldeutigen Malereien Daniel Richters (*1962). Es eröffnet sich ein generationsübergreifender Blick auf die Frage, wie Kunst auf Zeiten der Verunsicherung reagiert.
Erstmals werden Werke beider Künstler systematisch miteinander in Beziehung gesetzt. Grosz, bekannt als Chronist der Weimarer Republik, seziert mit präziser, oft gnadenlos ehrlicher Zeichnung die sozialen und politischen Verwerfungen seiner Zeit. Der vom Punk beeinflusste Richter hingegen übersetzt seit den 1990er-Jahren gesellschaftliche Konflikte in expressive, farbintensive Bildwelten, die weniger anklagen als vielmehr die Ambivalenzen der Gegenwart sichtbar machen.
Mit monumentalen Gemälden wie Billard um halbzehn (2001), kleinformatigen Arbeiten und bislang selten gezeigten politischen Collagen gibt die Ausstellung einen umfassenden Einblick in das Schaffen Daniel Richters. Zu den Highlights zählen eigens entwickelte Arbeiten, die direkt auf das Werk von George Grosz Bezug nehmen.
Von George Grosz zeigt die Ausstellung seine Collagen sowie Ölgemälde, Aquarelle, Tuschezeichnungen und Mappenwerke. Die Besucher:innen erhalten Einblicke in all seine prägenden Schaffensphasen – vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik und den aufkommenden Faschismus bis hin zu seiner Zeit nach der Emigration in die USA.
Kuratorinnen: Annette Vogel, Expertin für George Grosz und seit 25 Jahren als Gastkuratorin an Deutschen und internationalen Museen tätig, sowie Ronja Friedrichs, stellvertretende Direktorin GLM und Sammlungsleiterin Bildende und Angewandte Kunst
Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit dem Künstler Daniel Richter.
English summary:
The exhibition 'War and Jam: George Grosz x Daniel Richter' presents a compelling dialogue between two of Germany’s most significant artists across an 800-square-meter gallery space. Juxtaposing the uncompromising social critiques of Weimar-era chronicler George Grosz (1893–1959) with the expressive, intensely colorful paintings of contemporary artist Daniel Richter (b. 1962), the presentation explores how art confronts violence, crisis, and everyday existence. Featuring monumental works, rarely shown political collages, oil paintings, drawings, and newly created pieces by Richter responding directly to Grosz, the exhibition offers a cross-generational investigation into artistic responses to times of political and social upheaval.
Der titelgebende Gegensatz steht programmatisch für das Spannungsfeld, das das Werk beider Künstler durchzieht: Das Nebeneinander von Gewalt und Gewöhnlichkeit, von politischer Krise und privater Existenz. Auf rund 800 m² begegnen sich die schonungslosen Gesellschaftsanalysen von George Grosz (1893-1959) und die bildgewaltigen, vieldeutigen Malereien Daniel Richters (*1962). Es eröffnet sich ein generationsübergreifender Blick auf die Frage, wie Kunst auf Zeiten der Verunsicherung reagiert.
Erstmals werden Werke beider Künstler systematisch miteinander in Beziehung gesetzt. Grosz, bekannt als Chronist der Weimarer Republik, seziert mit präziser, oft gnadenlos ehrlicher Zeichnung die sozialen und politischen Verwerfungen seiner Zeit. Der vom Punk beeinflusste Richter hingegen übersetzt seit den 1990er-Jahren gesellschaftliche Konflikte in expressive, farbintensive Bildwelten, die weniger anklagen als vielmehr die Ambivalenzen der Gegenwart sichtbar machen.
Mit monumentalen Gemälden wie Billard um halbzehn (2001), kleinformatigen Arbeiten und bislang selten gezeigten politischen Collagen gibt die Ausstellung einen umfassenden Einblick in das Schaffen Daniel Richters. Zu den Highlights zählen eigens entwickelte Arbeiten, die direkt auf das Werk von George Grosz Bezug nehmen.
Von George Grosz zeigt die Ausstellung seine Collagen sowie Ölgemälde, Aquarelle, Tuschezeichnungen und Mappenwerke. Die Besucher:innen erhalten Einblicke in all seine prägenden Schaffensphasen – vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik und den aufkommenden Faschismus bis hin zu seiner Zeit nach der Emigration in die USA.
Kuratorinnen: Annette Vogel, Expertin für George Grosz und seit 25 Jahren als Gastkuratorin an Deutschen und internationalen Museen tätig, sowie Ronja Friedrichs, stellvertretende Direktorin GLM und Sammlungsleiterin Bildende und Angewandte Kunst
Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit dem Künstler Daniel Richter.
English summary:
The exhibition 'War and Jam: George Grosz x Daniel Richter' presents a compelling dialogue between two of Germany’s most significant artists across an 800-square-meter gallery space. Juxtaposing the uncompromising social critiques of Weimar-era chronicler George Grosz (1893–1959) with the expressive, intensely colorful paintings of contemporary artist Daniel Richter (b. 1962), the presentation explores how art confronts violence, crisis, and everyday existence. Featuring monumental works, rarely shown political collages, oil paintings, drawings, and newly created pieces by Richter responding directly to Grosz, the exhibition offers a cross-generational investigation into artistic responses to times of political and social upheaval.
05.09.2026 - 21.02.2027
Gustav-Lübcke-Museum
Neue Bahnhofstraße 9, 59065 Hamm
Presse
Kontext
Einordnung:Die Gegenüberstellung von George Grosz und Daniel Richter verortet sich in der Tradition einer politisch engagierten, figurativen Kunst in Deutschland vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Während Grosz als prägende Figur der Neuen Sachlichkeit und des Dadaismus die sozialen Verwerfungen der Weimarer Republik sowie die Schrecken des Faschismus mittels sezierender Tuschezeichnungen, Collagen und satirischer Malerei schonungslos offenlegte, überführt Richter diese gesellschaftskritische Haltung seit den 1990er-Jahren in monumentale, farbintensive und postmoderne Bildwelten. Das thematische Spannungsfeld zwischen existenzieller Gewalt und bürgerlichem Alltag – sinnbildlich gefasst im Dualismus von „Krieg und Konfitüre“ – verdeutlicht, wie beide Generationen auf historische Krisen reagieren. Technikübergreifend, von der avantgardistischen Papiermontage bis zum zeitgenössischen Historienbild, belegt dieser Dialog die Kontinuität des Bildmediums als Seismograf gesellschaftlicher Verunsicherung und schlägt eine Brücke vom veristischen Protest der Klassischen Moderne zur vieldeutigen Ambivalenz zeitgenössischer Malerei.






