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Thomas Bayrle. Fröhlich sein!

12.02. - 10.05.2026 | Schirn Kunsthalle Frankfurt, Frankfurt a. M.

Eingabedatum: 04.02.2026

Werkabbildung
Thomas Bayrle, Roll over Smartfon I, 2019, Acryl und Digitaldruck auf Leinwand, 200 x 200 x 2 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo, © Thomas Bayrle, VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Wolfgang Günzel
Thomas Bayrle (*1937) ist eine Legende. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet dem in Frankfurt lebenden Künstler vom 12. Februar bis 10. Mai 2026 eine große Soloschau mit über fünfzig Werken der letzten zwanzig Jahre. Bayrle behandelt in seiner Kunst grundlegende Aspekte der modernen Gesellschaft. Wie hängen Religion und Gesellschaft, Individuum und Masse, industriell gefertigte Produkte und die technischen Apparate ihrer Herstellung zusammen? Neben den Strukturen von Konsum, Arbeit, Urbanität und Technologie spielen Fortbewegung, Pop- und Massenkultur sowie (Ersatz-) Religion eine zentrale Rolle. Der Künstler widmet sich ikonischen Darstellungen ebenso wie populären Werken der Kunstgeschichte von Michelangelo über Caravaggio und Masaccio bis hin zu Claude Monet. Die Ausstellung zeigt Malerei und Grafik, Skulptur und Objektkunst, Soundinstallationen und eine Videoarbeit.

In den 1960er- und 1970er-Jahren legte Bayrle den innovativen Grundstein seiner charakteristischen Superformen. Das Wiederholen, Vernetzen und Verweben von Einzelelementen zu einem Gesamtbild findet sich bis heute in nahezu allen Werken Bayrles und ist eng verbunden mit der Biografie des Künstlers. Bayrle absolvierte zunächst eine Lehre als Maschinenweber, bevor er sich der Gebrauchs- und Druckgrafik widmete. Die dort angewandten Drucktechniken hat er sowohl materiell als auch konzeptuell in seiner Kunst weitergeführt und damit den Weg vom Analogen zum Digitalen geebnet. So gehen seine Werke mit dem aktuellen Ausstellungsort der Schirn, dem Industriegebäude der ehemaligen Dondorf Druckerei, einen besonderen Dialog ein.

SEBASTIAN BADEN, DIREKTOR DER SCHIRN: „Seit mittlerweile etwa sechzig Jahren untersucht Thomas Bayrle visuell die gesellschaftlichen Auswirkungen der zunehmend beschleunigten, konsumorientierten Gegenwart. Seine Kunst ist eng mit Frankfurt verschränkt und auf der ganzen Welt geschätzt. Bayrles Lebensweg ist gezeichnet von technischer Innovation – von der Industrialisierung zur Digitalisierung. Während sein Kompositionsprinzip der Superform in früheren Werken die digitale Pixelästhetik vorweggenommen hat, antwortet es heute auf die hoch technologisierte Medienlandschaft der Gegenwart. Zugleich hat der Künstler analoge Techniken nie gänzlich aufgegeben. Sein Werk an unserem aktuellen Standort, der ehemaligen Dondorf Druckerei präsentieren zu können, schlägt zudem eine relevante Brücke zu diesem einmaligen Ort Frankfurter Industriekultur.“

MATTHIAS ULRICH, KURATOR DER AUSSTELLUNG: „Humorvoll und wegweisend hat Thomas Bayrle als Künstler und Kunst-Professor in seiner zurückhaltenden Art die Kunstszene und die Kunstgeschichte geprägt. Nicht umsonst trägt die Ausstellung den Titel ‚Fröhlich sein!‘. Diesen Ausspruch hörten die Studierenden an der Städelschule regelmäßig von ihm, viele dieser Biografien prägte er nachhaltig. Mit seiner Kunst reagierte Bayrle auf die in den 1960er-Jahren dominante Pop-Art und den gesellschaftlich bestimmenden Konsum von massenhaft hergestellten Produkten. Statt diesen bloß zu kritisieren, stellte Bayrle die Interdependenzen und dynamischen Prozesse von Masse und Individuum ins Zentrum seiner Arbeit. Die Verteidigung des Einzelnen und die Möglichkeiten der Veränderung des Ganzen, die aus dem Individuellen und dem Kleinen hervorgehen können, das findet sich nicht nur in seinen Bildproduktionen, sondern in seiner Leben und Arbeit umfassenden Haltung.“

12.02. - 10.05.2026

Schirn Kunsthalle Frankfurt

Gabriel-Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt am Main

https://www.schirn.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Thomas Bayrles Werk markiert eine singuläre Position an der Schnittstelle von Pop-Art, serieller Kunst und der Vorwegnahme digitaler Ästhetik. Durch seine charakteristischen „Superformen“ – die additive Verwebung von Einzelmotiven zu komplexen Netzstrukturen – reflektiert er die Interdependenz von Individuum und Masse in der industriellen und technologischen Moderne. Diese Technik, tief verwurzelt in seiner Ausbildung als Maschinenweber, transformiert industrielle Produktionsprinzipien in eine künstlerische Sprache, die den Übergang vom analogen Raster zur digitalen Pixelstruktur konzeptualisiert. Indem Bayrle kunsthistorische Referenzen von Masaccio bis Monet mit Themen wie Konsumkultur, Urbanität und (Ersatz-)Religion verknüpft, ordnet er die beschleunigte Gegenwart in einen universalen Kontext ein. Sein Schaffen fungiert dabei als kritische, aber humorvolle Analyse gesellschaftlicher Transformationsprozesse, die das Verhältnis zwischen technologischer Apparatur und menschlicher Existenz beständig neu auslotet.
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Kataloge/Medien zum Thema: Thomas Bayrle


Thomas Bayrle:

- A Tale of Two Worlds 2017
- Apollo 11 and the new notion of space 2019
- Art Basel 2013
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- Art Basel Miami Beach 2013
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