Carlfriedrich Claus. Am Rand des Jetzt am Rand des Hier
27.11.2025 – 1.3.2026 | Kunstsammlungen am Theaterplatz, Chemnitz
Eingabedatum: 25.11.2025

Zum Abschluss des Europäischen Kulturhauptstadtjahres präsentieren die Kunstsammlungen Chemnitz eine große Einzelausstellung zu Carlfriedrich Claus, einem der bedeutendsten Künstler der Region. Carlfriedrich Claus. Am Rand des Jetzt am Rand des Hier stellt das phonetische Werk des Künstlers in den Mittelpunkt. Kernstück ist die Installation des sogenannten Lautprozessraums, der 1995 erstmals in den Kunstsammlungen am Theaterplatz gezeigt wurde und nun zu seinem 30-jährigen Jubiläum rekonstruiert wird.
In den 1950er Jahren begann der aus Annaberg-Buchholz stammende Autodidakt anhand von ersten Gedichten, sogenannten Klang-Gebilden und Letternfelder, Buchstaben und Wörter in ihren klanglichen und optischen Eigenschaften zu erforschen. Schriftsteller:innen und Künstler:innen weltweit gingen zu dieser Zeit ähnlichen Fragestellungen nach, und so entwickelte sich ein Netzwerk von Vertreter:innen der visuellen und akustischen Poesie, in dem Carlfriedrich Claus trotz seiner Isoliertheit in der DDR ein hochgeschätzter Akteur war.
Claus selbst sah seine Werke immer als eine eigene Art von Literatur an. Seine sogenannten Sprachblätter, die ab den 1960er Jahren entstanden, sind aufgezeichnete Denkprozesse. Der Künstler beschäftigte sich intensiv mit philosophischen, gesellschaftspolitischen oder naturwissenschaftlichen Themen und verarbeitete seine theoretischen Überlegungen in Zeichnungen und Druckgrafiken, in denen sich lesbare und unlesbare Schrift sowie Zeichenhaftes mischen. In den 1980er-Jahren wandte er sich erneut intensiv der akustischen Literatur zu und untersuchte vorsprachliche Prozesse, Laute und Affekte.
Claus‘ künstlerisches Ziel war stets die aktive Einbindung des Publikums: Seine Sprachblätter regen zur Reflexion an, seine Lautprozesse fordern dazu auf, mit den eigenen Sprechorganen zu experimentieren und die Wirkung auf das eigene Bewusstsein zu erkunden. Der Lautprozessraum verbindet diese Ansätze zu einer einzigartigen Klangumgebung, die Besucher:innen durch ihre Bewegung selbst steuern können. Ergänzt wird die Installation durch Zeichnungen, Mappenwerke, Dokumente und Bücher, die einen umfassenden Einblick in den Denk- und Arbeitskosmos des Künstlers geben.
Seit 1999 bewahren die Kunstsammlungen Chemnitz mit der Stiftung Carlfriedrich Claus Archiv seinen umfangreichen Nachlass: 575 Handzeichnungen, rund 850 Druckgrafiken, zahlreiche Tonaufnahmen sowie Manuskripte, Tagebücher, Briefe und eine Bibliothek mit fast 10.000 Bänden machen es zu einem einzigartigen Zeugnis der Kunstgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Kunstsammlungen am Theaterplatz
Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz
T +49 (0)371 488 4424
kunstsammlungen@stadt-chemnitz.de
www.kunstsammlungen-chemnitz.de
In den 1950er Jahren begann der aus Annaberg-Buchholz stammende Autodidakt anhand von ersten Gedichten, sogenannten Klang-Gebilden und Letternfelder, Buchstaben und Wörter in ihren klanglichen und optischen Eigenschaften zu erforschen. Schriftsteller:innen und Künstler:innen weltweit gingen zu dieser Zeit ähnlichen Fragestellungen nach, und so entwickelte sich ein Netzwerk von Vertreter:innen der visuellen und akustischen Poesie, in dem Carlfriedrich Claus trotz seiner Isoliertheit in der DDR ein hochgeschätzter Akteur war.
Claus selbst sah seine Werke immer als eine eigene Art von Literatur an. Seine sogenannten Sprachblätter, die ab den 1960er Jahren entstanden, sind aufgezeichnete Denkprozesse. Der Künstler beschäftigte sich intensiv mit philosophischen, gesellschaftspolitischen oder naturwissenschaftlichen Themen und verarbeitete seine theoretischen Überlegungen in Zeichnungen und Druckgrafiken, in denen sich lesbare und unlesbare Schrift sowie Zeichenhaftes mischen. In den 1980er-Jahren wandte er sich erneut intensiv der akustischen Literatur zu und untersuchte vorsprachliche Prozesse, Laute und Affekte.
Claus‘ künstlerisches Ziel war stets die aktive Einbindung des Publikums: Seine Sprachblätter regen zur Reflexion an, seine Lautprozesse fordern dazu auf, mit den eigenen Sprechorganen zu experimentieren und die Wirkung auf das eigene Bewusstsein zu erkunden. Der Lautprozessraum verbindet diese Ansätze zu einer einzigartigen Klangumgebung, die Besucher:innen durch ihre Bewegung selbst steuern können. Ergänzt wird die Installation durch Zeichnungen, Mappenwerke, Dokumente und Bücher, die einen umfassenden Einblick in den Denk- und Arbeitskosmos des Künstlers geben.
Seit 1999 bewahren die Kunstsammlungen Chemnitz mit der Stiftung Carlfriedrich Claus Archiv seinen umfangreichen Nachlass: 575 Handzeichnungen, rund 850 Druckgrafiken, zahlreiche Tonaufnahmen sowie Manuskripte, Tagebücher, Briefe und eine Bibliothek mit fast 10.000 Bänden machen es zu einem einzigartigen Zeugnis der Kunstgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Kunstsammlungen am Theaterplatz
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