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Kunst in der DDR zwischen Repression und Selbstbestimmung

CLARA MOSCH 1977 - 1982

18.4. - 3.7.2016 | dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Eingabedatum: 13.04.2016

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Als Antwort auf den Mangel an freien Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler in der DDR eröffnet am 30. Mai 1977 in Karl-Marx-Stadt, genauer im südöstlichen Stadtteil Adelsberg, die Produzentengalerie CLARA MOSCH. Der Name der unbekannten Dame ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der Künstler Carlfriedrich Claus (1930-1998), Thomas Ranft (*1945), Dagmar Ranft-Schinke (*1944), Michael Morgner (*1942) und Gregor-Torsten Schade (*1948). Bis auf Carlfriedrich Claus lernen sich die Künstler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig kennen. In Karl-Marx-Stadt, auf dem noch „unbestellten Feld der Kunst“ ohne Kunst- oder Musikhochschule, sahen die Moschisten die Möglichkeit, mit neuen Formaten und Mitteln der Kunst zu experimentieren.

In insgesamt 29 Ausstellungen zeigen die Künstler der CLARA MOSCH im Zeitraum von der Gründung 1977 bis zur Auflösung der Gruppe 1982 neben eigenen Arbeiten Werke weiterer nonkonformer Künstler in der DDR, u.a. von den Dresdnern Max Uhlig, Wolfgang Petrovsky und Albert Wigand, dem Altenburger Zeichner und Grafiker Gerhard Altenbourg, dem Berliner Vertreter der Konkreten Kunst Horst Bartnig, dem Karl-Marx-Städter Autodidakten Klaus Hähner-Springmühl oder der Leipziger Fotografin Karin Plessing.

Während der berüchtigten „Pleinairs“ loten sie bei Gemeinschaftsaktionen unter freiem Himmel an zurückgezogenen Orten des Landes die Grenzen des Machbaren in der Kunst aus. Nicht nur die Ergebnisse der Pleinairs, sondern auch die Ausstellungseröffnungen und die Künstlerfeste der CLARA MOSCH wurden von dem später als Stasi-Spitzel enttarnten Fotografen Ralf Rainer Wasse (*1942) nahezu lückenlos dokumentiert. In wechselseitigen Reaktionen der Künstler aufeinander entstanden in den fünf Jahren des Bestehens der CLARA MOSCH eine Reihe künstlerischer Serien und Tableaus, Ausstellungsplakate, Editionen und Mappenwerke, von denen in der Ausstellung ein beeindruckendes Panorama zu sehen sein wird. Die Ausstellung zeigt neben Dokumenten der Ausstellungsarbeit und besonderen Gemeinschaftswerken vor allem Druckgrafiken, insbesondere Radierungen, Zeichnungen, Hörstücke, Mail-Art-Objekte, Filme und Fotografien der Künstler.

Auch wenn seit 1971 eine neue kulturelle „Weite und Vielfalt“ politisch proklamiert worden war, so war damit eben gerade nicht die freie Etablierung einer Künstlergruppe oder gar einer unabhängigen Galerie gemeint: Die Künstler werden mithin von Beginn an und sodann zunehmend von den Maßnahmen der Staatssicherheit unter Druck gesetzt, die Galerie wird sukzessive vom staatlich kontrollierten Kulturbund unterwandert. Am 27. November 1982 ist CLARA MOSCH auch deswegen am Ende und schließt.


KUNSTMUSEUM DIESELKRAFTWERK COTTBUS
Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus
museum-dkw.de












Presse



Lutz Dammbeck:


- Preisträger 2005, Käthe-Kollwitz-Preis


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