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Die Tage waren gezählt.

29.11.25 – 15.2.26 | Dieselkraftwerk Cottbus, Cottbus

Eingabedatum: 27.11.2025

Werkabbildung
Christine Schlegel, o. T., 1986, Siebdruck, aus: Inge Müller / Christine Schlegel, Vieleicht werde ich plötzlich verschwinden, Originalgrafisches Buch, Eigenverlag, Berlin, 1986, © Christine Schlegel, Foto: Ludwig Rauch

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) präsentiert die Ausstellung Die Tage waren gezählt, die rund 300 Künstlerbücher und -zeitschriften aus dem Zeitraum von etwa 1980 bis 1995 vereint. Die Schau im Dieselkraftwerk Cottbus eröffnet einen eindrucksvollen Einblick in ein künstlerisches Feld, das im Spannungsraum zwischen individueller Ausdruckskraft und kollektiver Praxis der späten DDR und den Nachwendejahren entstand.

Die Ausstellung, die sich über sämtliche Ausstellungsräume des Dieselkraftwerks erstreckt, gliedert sich in sechs thematische Kapitel, die aus den Titeln der Publikationen selbst hervorgehen: „Die Tage sind gezählt“, „Sprachräume“, „Natur unter Druck“, „Steinchen im Sand“, „Stimmen des Schweigens“ und „Aktion=Hoffnung“. Diese Schlagworte sind zugleich programmatisch – sie spiegeln den ästhetischen, gesellschaftlichen und utopischen Anspruch der Werke wider.

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Karin Wieckhorst, o. T. (Intermedia I/Coswig 1985), Fotografie, aus: Anschlag V, Leipzig, 1986 © Karin Wieckhorst, Foto: Ludwig Rauch

Die meist in Klein- und Kleinstauflagen erschienenen Publikationen umfassen originalgrafische Blätter, handabgezogene Fotografien, Zeichnungen, Malerei, Collagen, Papierfaltungen und teils sogar Musikkassetten. Als intermediale und transdisziplinäre Produktionen bewegen sie sich an den Schnittstellen von Bildender Kunst, Literatur, Musik und Performance. Einige dieser Werke lassen sich zu raumgreifenden Installationen entfalten und verweisen so auf ihren Charakter als „Ausstellungen im Taschenformat“.

Im Fokus steht das Ineinandergreifen individueller und gemeinschaftlicher künstlerischer Arbeit. In einer Zeit kultureller Restriktionen entstanden, formulieren die Publikationen nicht nur ästhetische, sondern vor allem gesellschaftsutopische Entwürfe. Sie zeugen von einer Kunstpraxis, die im geschlossenen System der DDR kritische, poetische und alternative Weltentwürfe entwickelte.

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Tobias Ellmann, o. T., 1987, Siebdruck, aus: Totenwache, 2. Buchexperiment, Eigenverlag, Leipzig, 1987, © Tobias Ellmann, Foto: Ludwig Rauch

Ergänzt wird die Präsentation durch Fotografien, Zeichnungen und Malereien, die als Vorarbeiten oder Nachwirkungen der Publikationen entstanden sind. Zudem werden ausgewählte Werke – darunter die vollständigen 17 Ausgaben der Zeitschrift „schaden“ – durch digitale Animationen in der Ausstellung und in der begleitenden Publikation neu erfahrbar gemacht. Die in Zusammenarbeit mit dem Getty Research Institut Los Angeles entstandene Publikation ist die erste umfassende ihrer Art zu dem Thema und stellt erstmalig internationale wissenschaftliche Perspektiven in den Kontext der Kunstgeschichte.

Mit Werken von Anschlag, Ariadnefabrik, Bizarre Städte, Braegen, Entwerter/Oder, Herzattacke, Liane, Mikado, Reizwolf, Schaden, Sno’Boy, Spinne, UND, U.S.W., Verwendung, Zweite Person, Sascha Anderson, Claus Bach, Micha Brendel, Lutz Dammbeck, Stefan Döring, Klaus Elle, Elke Erb, Lutz Fleischer, Rainer Görss, Durs Grünbein, Gino Hahnemann, Sabine Herrmann, Frieder Heinze, Matthias Baader Holst, Sabine Jahn, Johannes Jansen, Petra Kasten, Klaus Killisch, Helge Leiberg, Via Lewandowsky, Robert Lippok, Ronald Lippok, Oskar Manigk, Bert Papenfuß, Hans Scheuerecker, Christine Schlegel, Cornelia Schleime, Gabriele Stötzer, Olaf Wegewitz, Karin Wieckhorst, Lutz Wohlrab u.a.

Ausstellungsdauer:
29.11.25 – 15.2.26

Öffnungszeiten:
dienstags bis sonntags
11 bis 19 Uhr

Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst
Dieselkraftwerk Cottbus
Uferstraße/Am Amtsteich 15
03046 Cottbus
Telefon | +49 355 49494040
https://www.blmk.de

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