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Das soziale Leben der Dinge

17.04. - 27.09.2026 | Museum für Gegenwartskunst, Siegen

Eingabedatum: 13.04.2026

Werkabbildung
Leonard, Untitled (tree + sidewalk), 2002/ 2010, Courtesy die Künstlerin und Galerie Gisela Capitain, Köln, Neapel
Die Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen stellt die Werke von Nina Beier (* 1975, lebt in Kopenhagen), David Hammons (* 1943, lebt in New York) und Zoe Leonard (* 1961, lebt in New York) in einen überraschenden, generationsübergreifenden Dialog. In ihren Installationen, Skulpturen, Fotografien und Videos nehmen die drei Künstler*innen Gegenstände des Alltags, wie Matratzen, Waschbecken, Kaffeebecher oder Wächterlöwen zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten. Trotz ihrer unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und künstlerischen Ansätze teilen sie das gemeinsame Interesse, durch die Gegenüberstellung ausgewählter Objekte soziale Erfahrungen und kulturelle Deutungsmuster sichtbar zu machen.

Die Ausstellung „Das soziale Leben der Dinge“ zeigt in zehn Räumen zahlreiche Schlüsselwerke von den 1990er Jahren bis heute. Nina Beier arbeitet meist mit gesammelten Objekten und setzt sich mit Fragen von Wert, Herkunft, Reproduktion und Bedeutungsverschiebung auseinander. Ihre Skulpturen und Installationen thematisieren globale Produktions- und Zirkulationsprozesse durch unerwartete Kombinationen. David Hammons zählt zu den einflussreichsten Künstlern unserer Zeit. Mit scheinbar belanglosen Materialien und urbanen Fundstücken schafft er poetische und subversive Objekte, die sich mit afroamerikanischer Identität, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und dem Kunstsystem auseinandersetzen. Zoe Leonards Werk reicht von der Erkundung natürlicher Landschaften und des urbanen Raums bis hin zu Fragen von Geschlecht, Migration und globalem Warenaustausch. Durch Wiederholungen und subtile Perspektivwechsel macht die Künstlerin auf die besonderen Eigenschaften offensichtlich vertrauter Bilder oder Objekte aufmerksam.

Alle drei Künstler*innen setzen sich direkt mit den materiellen, visuellen und sozialen Wirklichkeiten der Welt auseinander. Sie interessieren sich für Objekte, die bereits mit Beziehungen, Hierarchien und Widersprüchen aufgeladen sind. Ihre Werke verkörpern diese auf eine Weise, die den Gegenstand selbst zu einem Ort der Spannung zwischen symbolischer Bedeutung, Material und Raum macht. Ausgehend von Dingen des menschlichen Lebens schaffen Beier, Hammons und Leonard einen Moment der Wiedererkennung und erzeugen zugleich produktive Verunsicherung, die scheinbar Bekanntes neu sehen lässt.

17.04. - 27.09.2026

Museum für Gegenwartskunst, Siegen

Unteres Schloss 1, 57072 Siegen

https://www.mgksiegen.de/

Presse

Kontext

Einordnung:
Die künstlerische Praxis von Nina Beier, David Hammons und Zoe Leonard verortet sich in der Tradition des Readymades und der Konzeptkunst, überführt diese jedoch durch die Aufladung des Alltäglichen in drängende soziopolitische Diskurse der Gegenwart. Indem sie banale Fundstücke, Fotografien und Videoarbeiten zu raumgreifenden Installationen und Skulpturen verarbeiten, knüpfen die Künstler*innen materiell an die Arte Povera und konzeptionell an die Institutionskritik an. Dabei transformieren sie den Gegenstand vom reinen Formobjekt zum kritischen Archiv sozialer Wirklichkeiten: Hammons’ subversive Offenlegung rassistischer Machtverhältnisse, Leonards Perspektiven auf Gender und Migration sowie Beiers Analyse globaler Warenströme dekonstruieren auf vielschichtige Weise die kapitalistische Wertschöpfung. Diese generationsübergreifende Aneignung und Umdeutung vertrauter Dinge markiert einen kunsthistorischen Paradigmenwechsel, in dem das materielle Objekt als direkter Spiegel globaler, kultureller und identitätspolitischer Hierarchien fungiert.
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