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Wie geht es weiter mit der Kunst? Beispiel: Kunsthaus Dresden

21. März 2020
Eingabedatum: 21.03.2020

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Aufgrund der Corona-Epidemie und der damit einhergehenden Schließung der kulturellen Einrichtungen suchen viele Museen, Kunstvereine und andere Ausstellungshäuser Online nach adäquaten Wegen, um weiterhin Kunst zu zeigen. Zum Beispiel: das Kunsthaus Dresden

So sucht bspw. das Kunsthaus Dresden nach Wegen, sein Programm und auch die Entwicklung zukünftiger Projekte auf verschiedenen Ebenen und in umfassenderem Maße als bisher, zugänglich zu machen. Bisher verschicken Sie Newsletter, in denen jeweils eine Arbeit von einem/er Künstler*in aus der aktuellen Ausstellung REQUIEM näher vorgestellt wir.

Begonnen wird mit den Werken der in Sarajevo lebenden Künstlerin Šejla Kamerić. "In der Ausstellung zu sehen sind fünf eigens für REQUIEM produzierte Arbeiten aus der Serie A Fragile Sense of Hope, sowie die Fotoarbeiten Behind The Scenes I+II. In diesen Werken befasst sich die in Bosnien und Herzegowina geborene Künstlerin mit den Erinnerungen an ihre Teenagerzeit in der vom Krieg gezeichneten Stadt.

Die beiden Fotografien zeigen die Künstlerin 1994, als Teenager, während der Belagerung von Sarajewo. Während in der Stadt Kriegshandlungen stattfanden und Hunger sowie akute Versorgungsnotstände in allen Bereichen herrschten, organisierte ein Fotograf für eine italienische Modezeitschrift dort ein Fotoshooting. „Das Bild wurde während der härtesten und brutalsten Zeit meines Lebens aufgenommen“, sagt die Künstlerin heute, „doch das Bild zeigt etwas ganz anderes“. Für das Fotoshooting mit den jungen Models, wählte der Fotograf einige der gefährlichsten Straßenkreuzungen in der Stadt. Der Soldat, an den sich das junge Mädchen entsprechend der Vorgaben anschmiegte, wurde auf der Straße angesprochen, um für das Bild zu posieren. Anhand dieser Aufnahme stellt sich die grundsätzliche Frage, welche Wahrheiten jenseits der Bilder existieren und welche Realitäten anhand von Bildern geschaffen werden können.

Das Abkleben von Glasscheiben ist eine der wenigen Maßnahme, die Menschen selbst durchführen können, um sich im Falle von Krieg oder Katastrophen vor dem splitternden Glas von Fensterscheiben zu schützen. Die Künstlerin stieß auf eine Fotografie aus London, die die Stadt in den 1940er Jahren zeigt. In dieser erkannt sie die gleichen Muster, die ihr aus Sarajevo in Erinnerung geblieben sind. Fensterscheiben wurden durch das Anbringen von überkreuzten Klebestreifen vor dem Zerspringen gesichert. Je länger diese Scheiben der Sonne ausgesetzt waren, desto stärker blieben die Streifen auch nach langer Zeit noch sichtbar, eingebrannt als ein ´fragiles Zeichen der Hoffnung`."

Zur Ausstellung:
"Um unsere aktuelle Ausstellung REQUIEM - zeitgenössische künstlerische Perspektiven zu Trauer und Gedenken trotz der geschlossenen Räume des Hauses für den Austausch und Begegnungen zu öffnen, werden wir an dieser Stelle nach und nach einzelne Werke vorstellen und per Abbildung - und wenn möglich Video-Link - zugänglich machen.
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REQUIEM ist eine Ausstellung aktueller künstlerischer Positionen, die wir anlässlich des 75. Jahrestages der Kriegszerstörung Dresdens im Februar 1945 und des Kriegsendes entwickelt haben. Dieses Datum ist seit Jahren durch die Instrumentalisierung durch rechtsextreme Gruppen und eine daraus folgende umfangreiche zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung geprägt.

Mit REQUIEM möchten wir das Augenmerk auf die Zukunft richten, um die es in der Ausrichtung des Gedenkens heute geht: Welche Anlässe sind es, die uns heute bewegen, wenn es darum geht, als Gesellschaft zu trauern? Und welche Formen des Gedenkens entsprechen unserer heutigen Zeit, um gemeinsam für eine bessere Zukunft zu sorgen?
Menschenfeindliche Gewalt wie auch Krieg und Flucht sind Erfahrungen - zwischen Köln und Bogota, Kaunas und Sarajewo -, zu denen sich die künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung in Beziehung setzen.

An der Ausstellung beteiligt sind:
Ulf Aminde (Berlin), Aram Balakjan (London), Marit Bente Norheim (Hirthals), Susan Donath (Dresden), Karolina Freino (Wroclaw), Tomas Espinosa (Bogota), Šejla Kamerić (Sarajevo), Artúr van Balen (Berlin), Simon Wachsmuth (Berlin) und spot_the_silence (Christian Obermüller und Rixxa Wendland)"

Kunsthaus Dresden
Städtische Galerie für Gegenwartskunst
Rähnitzgasse 8, D-01097 Dresden
T +49 351 804 14 56
www.kunsthausdresden.de

chk




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