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Boris Lurie

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Melike Kara. shallow lakes

15. 02. - 12. 05. 2024 | Schirn Kunsthalle, Frankfurt a. M.
Eingabedatum: 07.02.2024

Melike Kara. shallow lakes

Melike Kara, Emine's Garden, 2023, Installation, Detailansicht, © Studio Karabilder


Melike Kara schafft Erinnerungsräume. Ausgehend von der Beschäftigung mit ihren familiären Wurzeln werfen ihre Installationen Fragen von Identität, Migration und Sichtbarkeit auf. Mit „shallow lakes“ präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt vom 15. Februar bis zum 12. Mai 2024 eine ortsspezifische, raumgreifende Arbeit der Künstlerin im Außen- und Innenraum ihrer öffentlich zugänglichen Rotunde. Karas künstlerische Praxis umfasst ein breites Spektrum von Medien, darunter Skulpturen, Fotocollagen und Malerei. Auf der Basis ihres seit 2014 stetig anwachsenden Archivs von Fotografien aus verschiedenen privaten Quellen erforscht sie die visuelle Kultur der kurdischen Diaspora. Großformatig verbindet sie fotografisches Material mit abstrakten Gemälden, die Muster aus traditionell geknüpften oder gewebten Tapisserien aufgreifen. Ihre künstlerische Bearbeitung der Fotografien durch Bleichmittel und der damit verbundene Abstraktionsprozess bilden die Auseinandersetzung mit Wandel und Leerstellen in einer spezifischen kulturellen Geschichte ab. In ihrer Ausstellung in der Schirn verbindet Kara dieses mit eigens entwickelten skulpturalen Elementen, die auf die spezifische Architektur der Rotunde Bezug nehmen.

In der Rotunde der Schirn schafft Kara ein begehbares visuelles Archiv, für das sie unzählige dieser Aufnahmen verfremdet und zu einer raumübergreifenden Collage zusammenfügt. Die Fotografien unterzieht sie einem materiellen Verfremdungsprozess, der sie wellig, verfärbt oder verblasst erscheinen lässt, und sich wie ein melancholischer Schleier über die großformatigen Reproduktionen legt. Die assoziative Aneinanderreihung der Bilder, die keine
zusammenhängende Erzählung vermittelt, sowie sichtbare Naht- und Klebestellen referieren auf Diskontinuitäten und den fragmentarischen Charakter mündlich überlieferter Geschichten.

Karas Bildatlas erstreckt sich über die gesamte Ausstellung. Die Fensterfassade im Außenraum der Rotunde zieren transparente Folien mit überlebensgroßen Porträts kurdischer Frauen verschiedener Generationen: von den Anfängen des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart, als eine Galerie der Ahninnen. Unter ihnen befinden sich Karas Mutter und ihre Großmutter Emine, die in den Arbeiten der Künstlerin immer wieder in Erscheinung tritt.

Die Installation umfasst zudem fünf achteckige Pavillons mit bebilderten Stoffdächern, die mit der spezifischen Architektur der öffentlich zugänglichen Schirn Rotunde mit ihren acht Säulenpaaren korrespondieren. Fünf flache 32-eckige Bodenskulpturen erinnern an Gewässer, kleine Seen, die im Zusammenspiel mit den in die Höhe wachsenden pavillonartigen Gebilden den Eindruck eines Gartens erwecken. Florale Gipselemente, die wie Blumen auf den Bodenskulpturen wurzeln, verstärken das Gefühl, dass es sich hierbei um eine Art Ökosystem handelt. Seen gelten als Reservoir für Flora und Fauna, wobei Gewässer auch für die physische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung sozialer Gemeinschaften eine essenzielle Bedeutung haben.

Im Innenraum des Rotundenumgangs verbindet Kara hunderte Fotografien an den Wänden in Form einer Wandtapete mit abstrakten Malereien. Ihre Gemälde sind eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Vielfalt und dem Wandlungsprozess von Ornamenten in kurdischen Tapisserien. Die unterschiedlichen Tapisserien weisen in Adaption und Neukomposition der Motive bereits selbst eine gewisse Abstraktion auf, da Details ausgelassen oder Geometrien verändert werden.

Zugleich spiegeln sich hier auch Geschichten von Migration und Zwangsumsiedelung von verschiedenen kurdischen Communities. Diese beeinflussen die Verwendung regionaler Motive und ortsspezifischer kultureller Besonderheiten. Mit ihren Gemälden schafft Kara aus der spezifischen Ornamentik eine neue figürlich-abstrakte Bildsprache und webt, indem sie selbst neue Leerstellen kreiert, zugleich ihre eigene Migrationsgeschichte ein.

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
RÖMERBERG
D-60311 FRANKFURT
www.schirn.de

Presse





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