Michael Müller: Vor und hinter dem Glas

17.12.2017 - 4.2.2018 | BKV Potsdam e.V.
Eingabedatum: 17.12.2017

bilder

Die Ausstellung ist für die Betrachtung von außen konzipiert und zu den Öffnungszeiten des Gartendenkmals von Sonnenaufgang bis 17 Uhr zu sehen. Nach Ankündigung finden außerdem Führungen statt, für die der Innenraum den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geöffnet wird.


Ausstellungspavillon auf der Freundschaftsinsel, Potsdam
(über Burgstraße oder Lange Brücke erreichbar)

„Vor und hinter dem Glas“, eine Einzelausstellung von Michael Müller (*1970), besteht aus drei Gruppen von Gemälden: Einerseits die titelgebende Serie „Vor und hinter dem Glas“, die das Verhältnis von Bild, Bildträger und Rahmung, insbesondere des Rahmenglases, behandelt. Dann die fortlaufende Serie „Do it!“, pastos strukturierten, monochromen Gemälden, die in der Farbe der Wand bemalt sind, auf der sie präsentiert werden. Schließlich wird die Gruppe „Yes or No, No or Yes, or No and No“ gezeigt. Dabei handelt es sich um vier große, schwarze „X“-Formen und ein fünftes, zerbrochenes „X“ auf jeweils 70 weißen, in Aluminium gerahmten Keramikfliesen.

Die Präsentation variiert und interpretiert die zuvor gezeigte Gruppenausstellung „0,10 ODER DAS ÜBERLEBEN DER LEERE“ (kuratiert von Michael Müller und Lukas Töpfer). Die Einzelausstellung greift eine Facette der Gruppenausstellung auf und arbeitet sie weiter aus. Dabei werden fünf Werke aus der Gruppenausstellung in die aktuelle Ausstellung übernommen: vier Werke der Serie „Vor und hinter dem Glas“ und ein geschlossener, raumgreifender Plexiglaskubus („Exhibition Display“). Wie schon „0,10 ODER DAS ÜBERLEBEN DER LEERE“ gruppiert sich die Einzelausstellung konzeptuell und formal um den zentral präsentierten Plexiglaskubus, der die Form und Struktur des quadratischen und gläsernen Gebäudes auf der Potsdamer Freundschaftsinsel aufnimmt.

Das Verhältnis von Werk und Ausstellungsraum – Wand und Glas – rückt nun thematisch in den Vordergrund. Das Ergebnis ist eine Einzelausstellung an der Grenze zwischen zwei gläsernen Räumen. Das Projekt fokussiert, für Michael Müller untypisch, nur eine Komponente seines vielfältigen Gesamtwerks: die Auseinandersetzung mit dem Medium und den Möglichkeiten der Malerei im Raum.


Der Ausstellung ist der folgende Text von W. G. Sebald vorangestellt:

"Tatsächlich war von meiner Bettstatt aus von der Welt nichts anderes mehr sichtbar als das farblose Stück des Himmels im Rahmen des Fensters. Der im Laufe des Tages des öfteren schon in mir aufgestiegene Wunsch, der, wie ich befürchtete, für immer entschwundenen Wirklichkeit durch einen Blick aus diesem sonderbarerweise mit einem schwarzen Netz verhängten Krankenhausfenster mich zu versichern, wurde bei Einbruch der Dämmerung so stark, daß ich mich, nachdem es mir irgendwie, halb bäuchlings, halb seitwärts gelungen war, über den Bettrand auf den Fußboden zu rutschen und auf allen vieren die Wand zu erreichen, trotz der damit verbundenen Schmerzen aufrichtete, indem ich mich an der Fensterbrüstung mühsam emporzog. In der krampfhaften Haltung eines Wesens, das sich zum erstenmal von der ebenen Erde erhoben hat, stand ich dann gegen die Glasscheibe gelehnt und mußte unwillkürlich an die Szene denken, in der der arme Gregor, mit zitternden Beinchen an die Sessellehne sich klammernd, aus seinem Kabinett hinausblickt in undeutlicher Erinnerung, wie es heißt, an das Befreiende, das früher einmal für ihn darin gelegen war, aus dem Fenster zu schauen. Und genau wie Gregor mit seinen trübe gewordenen Augen die stille Charlottenstraße, in der er mit den Seinen seit Jahren wohnte, nicht mehr erkannte und sie für eine graue Einöde hielt, so schien auch mir die vertraute Stadt, die sich von den Vorhöfen des Spitals bis weit gegen den Horizont hin erstreckte, vollkommen fremd."

BKV Potsdam e.V.
14404 Potsdam
Deutschland
bkv-potsdam.de

Presse






Daten zu Michael Müller:

- Art Basel 2016

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- Dopplereffekt. Bilder in Kunst und Wissenschaft - Kunsthalle zu Kiel

- Gallery Weekend Berlin 2017

- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt

- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD

Weiteres zum Thema: Michael Müller



"Die Sehnsucht des Kartografen" im Kunstverein Hannover (13.12.03 - 01.02.04)


Die Ausstellung zeigt künstlerische Arbeiten bspw. von Franz Ackermann, Christiane Möbus, Stephan Huber oder Alfredo Jaar, die auf der Grundlage von kartografischen Ordnungssystemen die Kernidee von Codierung oder der Herausbildung von Identitäten nachgehen.

Pressemitteilung / Auszug: ""Mit der international angelegten Gruppenausstellung „Die Sehnsucht des Kartografen“ beschließt der Kunstverein sein thematisch fundiertes Ausstellungsprogramm für 2003. Über zwanzig zeitgenössische Künstler aus dem In- und Ausland untersuchen Ordnungsmuster wie Kartografie, Archivstrukturen und wissenschaftliche Systematiken und inwiefern sie für eine künstlerische Produktion heute Bedeutung haben können. Die multimedialen Installationen und Arbeiten realisieren die Künstler zum Teil exklusiv für die hannoversche Präsentation.

Der Titel der Ausstellung „Die Sehnsucht des Kartografen“ steht sinnbildlich für den menschlichen Versuch einer grundlegenden Ordnung der Welt. Kartografie als zentrales zeichenhaftes Mittel zur Orientierung, Vermessung und Klärung des eigenen Standorts erweist sich für diesen Zusammenhang als hilfreiche Metapher, weil das Motiv beides in sich birgt: Suche nach Übersicht ebenso wie die schlussendliche Vergeblichkeit dieser Übersichtssuche. In diesem Sinne zielt „Die Sehnsucht des Kartografen“ gerade auf jene künstlerischen Beispiele, welche die in ihnen zum Tragen kommenden Ordnungsparameter aus ihrer inneren Ambivalenz zwischen Zusammenhangs-Sehnsucht und realer Struktur-Auflösung heraus begreifen und entsprechend inszenieren. So bildet der junge japanische Künstler Hiroyuki Masuyama seine Flugreise von Frankfurt nach Tokio mit einem gewaltigen Panoramalichtkasten ab: Er fotografierte einmal pro Minute aus dem Fenster des Jets und setzte die Einzelbilder dann zu einem 17 Meter langen, poetischen Raum-Zeit-Band zusammen. Der Chilene Alfredo Jaar beleuchtet mit nicht weniger als 1 Million Dias The Eyes of Gutete Emerita, eine Arbeit, die sich der Erinnerung an die Opfer des Völkermords in Ruanda widmet. Zurück auf sich selbst schaut Stephan Huber mit seinem Beitrag Kleine Karte meines intellektuellen Vermögens. Huber, der bereits 2001 in einer Solopräsentation im Kunstverein zu sehen war, inszeniert diese Karte zwischen biografischem Regionalismus, scheinbarer Konstruktion und ironischer Distanzierung. Alexander Roob dagegen „erwandert“ sich als Zeichnungsreporter eine neue, offene Form der Bilderzählung. In Hannover umreißt sein Zeichenstift die barocke Hortikultur der Herrenhäuser Gärten. Hendrikje Kühne / Beat Klein hinterfragen Kategorien touristischer Angebote und Nachfrage. Ihre Bodenskulptur A World of Difference nimmt mit ca. 8500 ineinander gesteckten, auf Karton aufgezogenen Ferienzielfotos einen ganzen Raum in Anspruch. Im Foyer des Kunstvereins lassen die roten Edding-Spuren der Künstlerin Heike Weber ein flimmerndes Feld konzentrischer Kreise entstehen. Wie Wellenschläge auf einem See reagieren ihre Linien auf architektonische Elemente wie Säulen und Türen. . . ."

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:Franz Ackermann, Chantal Akerman, Stefan Altenburger, Atlas Group / Walid Raad, Susanne Brügger, Arnold Dreyblatt, finger / evolutionäre zellen, Galerie für Landschaftskunst, Hlynur Hallsson, Stephan Huber, Alfredo Jaar, Christoph Keller, Hendrikje Kühne / Beat Klein, Hiroyuki Masuyama, Christiane Möbus, Michael Müller, Peter Piller, Alexander Roob, Richard Schindler, Christine Schulz, Monica Studer / Christoph van den Berg, Heike Weber"

Ausstellungsdauer: 13. Dezember - 01. Februar 2004

KUNSTVEREIN HANNOVER | Sophienstraße 2 | 30159 Hannover | Tel.: 0511-32 45 94
kunstverein-hannover.de

Foto: HENDRIKJE KÜHNE, BEAT KLEIN
A World of Difference, 2001
Mixed Media
Bilder aus Ferienprospekten auf Karton,
Aufnahmen im Contemporary Art Center in Vilnius, 2002
Besitz der Künstler

Dopplereffekt. Bilder in Kunst und Wissenschaft - Kunsthalle zu Kiel


Mit der Ausstellung Dopplereffekt setzt sich die Kunsthalle zu Kiel in den 4 Kapiteln: vom Kodex der Körper - Triebkräfte der Natur - Mikrokosmos-Makrokosmos - der intellektuelle Blick mit dem aktuellen Bilddiskurs auseinander und erforscht die Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft in den vergangenen sechs Jahrhunderten.
Dabei spannt die Ausstellung einen Bogen von der mechanischen und biowissenschaftlichen Erforschung des Menschen über die Erkundungen seines Lebensbereiches und das Eindringen in unsichtbare Welten, bis hin zur Visualisierung geistiger Konstrukte. Im Zentrum steht dabei stets die Faszinationskraft der Bilder als Ergebnis wissenschaftlicher Neugierde und Kreativität.

Künstlerliste:
Josef Albers, Bernhard Siegfried Albinus, Alessandro Allori, Anna Atkins, Adriaen Backer, Georg Wilhelm Bauernfeind, Joseph Beuys, Govard Bidloo, Max Bill, Leopold Blaschka, Rudolf Blaschka, Christine Borland, Ulrich Brehm, Fritz Brill, Agostino Carlini, Otto Croy, Mark Dion, Hubert Duprat, Albrecht Dürer, Charles Eames, Ray Eames, Olafur Eliasson, Max Ernst, Theodor Josef Ethofer, Georg Flegel, Václav Fric, Galileo Galilei, Christine de la Garenne, George Gessert, Conrad Gessner, Antony Gormley, Tue Greenfort, Ernst Haeckel, Boris Hars- Tschachotin, Louis Heitsch, Georg Hoefnagel, Candida Höfer, Hans Hoffmann, Carsten Höller, Channa Horwitz, Cornelis Huyberts, Lotte Jacobi, Eduardo Kac, Via Lewandowsky, Ernst Mach, Marta de Menezes, Mario Merz, Robert Morris, Michael Müller, Christine Nguyen, Olaf Nicolai, Jean Painlevé, Louise von Panhuys, Niclaes Peters Hermanns Sohn, Antonio Pisanello, Jaume Plensa, Marc Quinn, Arnulf Rainer, Man Ray, Nicolas Robert, Thomas Ruff, Philipp Otto Runge, Frederik Ruysch, Peter Schamoni, Johann Rudolf Schellenberg, Otto Marseus van Schrieck, Kurt Schwitters, Conrad Shawcross, Hiroschi Sugimoto, Keith Tyson, Andreas Vesalius, Enea Vico, Jorinde Voigt, Ruth Vollmer, Hans Vredemann de Vries, Herman de Vries, Martin Walde, Jeff Wall, Mark Wallinger, Jan Wandelaar, Sebastian Wegmayr, Gary Woodley


Abbildung: JEFF WALL
Adrian Walker, artist, drawing from a specimen in a laboratory in the Dept. of Anatomy at the University of British Columbia, Vancouver 1992 De Pont Museum of Contemporary Art, Tilburg

Ausstellungsdauer: 31. Januar - 2. Mai 2010





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