Anzeige
Responsive image

...und eine welt noch

Ausstellung

26. 04. - 26. 06. 2016 | Kunsthaus Hamburg
Eingabedatum: 23.04.2016

bilder

Die Ausstellung „...und eine welt noch“ im Kunsthaus Hamburg nimmt das Werk der herausragenden Künstlerin Hanne Darboven (1941 – 2009) als Ausgangspunkt, um aus der Perspektive einer jüngeren internationalen KünstlerInnengeneration die Aktualität und Relevanz ihres Schaffens zu untersuchen.

Abgesehen von einigen exemplarischen Arbeiten von Darbovens Weggefährten (u. a. Almir Mavignier, Sol LeWitt und Lawrence Weiner) liegt der Fokus auf der Auswahl aktueller Positionen der zeitgenössischen Kunst, welche sich mit ähnlichen Fragestellungen und Strategien beschäftigen.

Die für Darboven charakteristische Verknüpfung von abstrakter, übergreifender Struktur und individueller Selbstverortung findet sich dabei sowohl in den Zeichenstrukturen, beispielsweise von Channa Horrwitz oder Michael Müller, als auch in den Textarbeiten und Schreibsystemen von Fiona Banner, Irma Blank, Natalie Czech, den Zeitverläufen von Sigrid Sigurdsson oder der Geschichtsaneignung von Daniela Comani, Lia Perjovschi und Rayyane Tabet sowie in den Collagen des Zeitgeschehens und der Populärkultur von Isa Genzken, und Robert Heinecken oder den enzyklopädischen, materialästhetischen Ordnungssystemen von Henrik Olesen und Joëlle Tuerlinckx wieder.

Darboven erlangte bereits zu Lebzeiten musealen Status und gehört zum Kanon der Minimal und Konzeptkunst der 1960er und 70er Jahre. Gleichzeitig bleibt sie bis heute eine „Ausnahme-Künstlerin“ und inspiriert – trotz oder gerade aufgrund des hermetischen Charakters ihres Werks – eine junge Generation Kunstschaffender. Ihr Werk ist gekennzeichnet durch den Gegensatz von programmatischer Mechanisierung der künstlerischen Produktion einerseits und einer radikalen Rückbindung auf ihre eigene Biografie und Person andererseits. Hieraus entsteht ein Spannungsfeld, das mit dem Selbstverständnis der Konzeptkunst und ihrem Postulat einer Rationalisierung seit den 1960er Jahren unvereinbar scheint: Mit ihrer Handschrift und ihren Materialmontagen bringt Darboven zudem einen subjektiven Duktus in ihr konzeptuelles Werk, welcher buchstäblich die eigene Lebenszeit in die Arbeiten mit einschreibt, in der sie geschrieben wurden: „am burgberg – heute ... und keine worte mehr ... und eine welt noch“.

Sowohl durch die rationale Struktur ihrer medial vielschichtigen Arbeiten, als auch durch ihre diversen inhaltlichen Anknüpfungspunkte an Musik, Literatur und die Europäische Kulturgeschichte, verweist Hanne Darboven schließlich auf aktuelle künstlerische Strategien und Diskurse ästhetischer Wissensproduktion und -vermittlung.

Die Visualisierung von Zeit und Zeitgeschichte sowie das Sammeln, Auswählen und Neu-Anordnen von Wissen in Form von handschriftlichen Exzerpten, fotografischen, literarischen und journalistischen Dokumenten der Kulturgeschichte, bezeugen aufgrund ihres obsessiven Charakters und enzyklopädischen Ausmaßes den Versuch, der Informationsflut und dem vermeintlichen Chaos der (post-) modernen Welt ein eigenes Ordnungssystem entgegenzusetzen und sich individuell zu verorten.

Die Gruppenausstellung „...und eine welt noch“ umfasst eine große Bandbreite aktueller künstlerischer Strategien im Umgang mit Wissenssystemen und Zeitgeschehen. Dies sind zum Teil eigenständige Aufzeichnungs- und Erzählsysteme, die Untersuchung von zeitlichen Strukturen oder die material-ästhetische und multimediale Verknüpfung persönlichen Zeitempfindens mit Zeitgeschichte und Weltgeschehen.



KünstlerInnenliste u. a.:
Georges Adéagbo & Alfredo Jaar, Ayreen Anastas & Rene Gabri, Anna Artaker & Meike S. Gleim, Fiona Banner, Irma Blank, Heath Bunting, Banu Cennetoğlu, Alejandro Cesarco, Armin Chodzinski, Daniela Comani, Martin Creed, Natalie Czech, Hanne Darboven, Cevdet Erek, Isa Genzken, Flora Hauser, Robert Heinecken, Ydessa Hendeles, Channa Horwitz, Nick Koppenhagen, Tim Lee, Sol LeWitt, Lucy R. Lippard, Almir Mavignier, Jonathan Monk, Susan Morris, Michael Müller, Matt Mullican, Henrik Olesen, Ulrike Ottinger, Lia Perjovschi, Michael Riedel, Arno Schmidt, Barbara Schmidt Heins, Sigrid Sigurdsson, Fiete Stolte, Josef Strau, Rayyane Tabet, Rirkrit Tirananija, Joëlle Tuerlinckx, Jorinde Voigt, Tris Vonna-Michell, Hannah Weiner, Lawrence Weiner.


Kunsthaus Hamburg
Klosterwall 15
20095 Hamburg
kunsthaushamburg.de


Presse



Lia Perjovschi:


- 2nd Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, 2012

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- Bucharest Biennale 3, 2008

- Lieber Aby Warburg, was tun mit Bildern

- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image

Chatbot

Was der Bot u.a. jetzt bereits beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


Card image cap

ZEN, ZERO & CO

30.11.2019 - 01.03.2020 | Museum Penzberg

Card image cap

Lily van der Stokker. Help help a little old lady here

30.11.2019 - 23.02.2020 | Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich

Card image cap

Innenleben

29.11. 2019 - 29. 03. 2020 | Haus der Kunst München

Card image cap

Carroll Dunham / Albert Oehlen

30. 11. 2019 - 1. 03. 2020

Card image cap

Interpretation der Signatur Marcel Duchamps durch Künstliche Intelligenz

Optimiertes Detail einer algorithmischen Studie zur Signatur Marcel Duchamps