Annika Kahrs. Infra Voice

9 Feb – 25 Mar 2018 | Kasseler Kunstverein
Eingabedatum: 11.02.2018

Werkabbildung

Annika Kahrs, Infra Voice (Still), 2018, 3 channel video and sound installation 2K, colour, sound, (10:30 min.), Courtesy Produzentengalerie Hamburgbilder


„Language then is an art made up of sounds, by which we instantly communicate our ideas. [...]
Its use depends upon the clearness of its structure and vocality; and its beauty upon the musical disposition of its parts.“ –
William Gardiner, The music of nature, 1832

In Kassel wird Annika Kahrs´ raumgreifende Drei-Kanal-Installation „Infra Voice“ erstmalig dem Publikum präsentiert.

Die audio-visuelle Arbeit ruft auf formaler wie akustischer Ebene Analogien zwischen dem Oktobass und der Giraffe auf.

Dank des umfangreichen Klangkörpers des 3,85 Meter hohen Streichinstruments lassen sich besonders sonore Töne erzeugen, die an Geräusche der Giraffe erinnern. Der tiefste Ton liegt hierbei im Infraschallbereich und ist somit für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar.

Angelehnt an den ´Gesang` der Giraffe, trägt die zeitgenössische Komponistin und Musikerin Guro Skumsnes Moe ein eigens für „Infra Voice“ komponiertes Stück auf dem Oktobass vor. Zuhörer sind die Giraffe und die Ausstellungsbesucher/in.

Entsprechend der Anatomie des Tieres und des Instrumentes wird die Drei-Kanal-Arbeit im filmischen Hochkant-Format 9:16 gezeigt.

Kahrs´ Bild- und Soundcollage regt Gedanken zu Übersetzung, zu Kommunikation und deren Wahrnehmung an.

Kuratiert von Judith Waldmann

Kasseler Kunstverein
Fridericianum
Königsplatz 18
34117 Kassel
kasselerkunstverein.de/

Presse








Daten zu Annika Kahrs:

- 5th Thessaloniki Biennale of Contemporary Art

- art berlin 2017

- Kunstverein Hannover 2015

Weiteres zum Thema: Annika Kahrs



DAZWISCHENTRETEN


DAZWISCHENTRETEN ist ein gemeinsames Ausstellungsprojekt des Künstlerhaus Bremen und des Mariann Steegmann Instituts. Kunst & Gender, Forschungsfeld wohnen+/-ausstellen, Universität Bremen. Das Projekt findet im gesamten Haus statt und bezieht sowohl Ateliers als auch Treppenhäuser und das Gastatelier ein. Beteiligt sind Künstler_innen, die sowohl aktuell im Haus arbeiten, als auch bereits zu Gast im Haus waren oder die in anderen Städten und Ländern leben und tätig sind.

Im Dazwischentreten, im Eintreten, Hinein- und Hinausgehen geschieht eine hauseingreifende Unterbrechung, die mit der Ausstellung einen Denkraum eröffnen will, mit dem die Bedingungen von Kunsttun und -sehen untersucht werden. Ausgehend von der Geschichte und der Funktion des Künstlerhauses als programmatischer und tradierter Schauplatz für künstlerische Produktion, bringt das Projekt künstlerische Positionen zusammen, die in ihren Werken aktuelle Produktionsbedingungen der Kunst reflektieren. Das Künstlerhaus wird somit für die Ausstellung als Versuchsanordnung begriffen: Indem die eingeladenen Künstler_innen seine Räumlichkeiten erforschen und beobachten werden die Grenzen und Überblendungen zwischen Arbeits- und Ausstellungsraum zur Diskussion gestellt.

Während der Eröffnung und der gesamten Laufzeit der Ausstellung werden Biba Bell, Annika Kahrs & Gerrit Frohne-Brinkmann, Daniela Reina Téllez und Noriko Yamamoto ihr Arbeiten sichtbar machen und fortentwickeln. An den Samstagen werden sie insbesondere präsent sein.

In der Galerie des Künstlerhaus Bremen ist die Ausstellung von Sidsel Meineche Hansen ONE-self zu den gewohnten Besucherzeiten geöffnet: Mi - So, 14 - 19 Uhr.

Mit: Biba Bell, Jeanne Faust, Kornelia Hoffmann, Annika Kahrs & Gerrit Frohne-Brinkmann, Franziska Keller, LIFE SPORT, Lucas Odahara, Daniela Reina Téllez, Matthias Ruthenberg, Watanee Siripattananuntakul, Mia Unverzagt, Doris Weinberger und Noriko Yamamoto.

Opening: Friday, 5th of June 2015, 7:00 pm
Duration of exhibition: 6th of June - 10th of July 2015

With: Biba Bell, Jeanne Faust, Kornelia Hoffmann, Annika Kahrs & Gerrit Frohne-Brinkmann, Franziska Keller, LIFE SPORT, Lucas Odahara, Daniela Reina Téllez, Matthias Ruthenberg, Watanee Siripattananuntakul, Mia Unverzagt, Doris Weinberger und Noriko Yamamoto.

DAZWISCHENTRETEN is an exhibition project organized jointly by the Künstlerhaus Bremen and by the Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender, Forschungsfeld wohnen+/-ausstellen, University of Bremen. The exhibition not only takes place in the individual artist studios but also in passageways, staircases and the guest studio. The participating artists presently have their studios in the Künstlerhaus, have earlier been guests there or live and work in other cities and countries.

Intruding, going inside, entering and departing provoke a house-invasive intervention that exposes the Künstlerhaus Bremen as a programmatic and traditional venue of artistic production, arranged and formed around its studios. The project aims at drafting a space of reflection that investigates the conditions of how we make and view art. Thereby the house is comprehended as a test assembly: Through inclusion and exclusion, standing still or passing through the spaces, a ‘house working’ will be explored and observed at threshold situations that put the boundaries between working space and exhibition space up for discussion.

With the opening and throughout the duration of the exhibition Biba Bell, Annika Kahrs & Gerrit Frohne-Brinkmann, Daniela Reina Téllez und Noriko Yamamoto will develop their works and make them visible. They will be present especially on saturdays. For more dates and the program: please click here. Please note the special opening hours from Friday till Sunday, 2:00 pm - 7:00 pm.

The exhibition is curated by:
Fanny Gonella, Artistic Director, Künstlerhaus Bremen; Christian Heinz, Graphic Designer, bueroheinz; Dr. Kathrin Heinz, Director, Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender, Forschungsfeld wohnen +/- ausstellen; Mona Schieren, Art Historian, Hochschule für Künste Bremen

The exhibition by Sidsel Meineche Hansen ONE-self in the main gallery will be open according to the normal opening hours: Wed - Sun, 2:00 p.m. - 7:00 p.m.

Künstlerhaus Bremen /
Am Deich 68/69 /
28199 Bremen

kuenstlerhausbremen.de

Besser Scheitern


„Alles seit je. Nie was anderes. Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern“

Diese berühmt gewordenen Zeilen schrieb der irische Schriftsteller Samuel Beckett im Jahr 1983. Sie dienen den Internationalen Tagen Ingelheim 2016 als Inspiration und Leitmotiv bei einem ungewöhnlichen Ausstellungsvorhaben: Im Außenraum, an öffentlich zugänglichen Orten wie Bahnhöfen, Ämtern, Schulen, Einkaufspassagen und Geschäften sind Videos und Großfotos von 14 internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus den 1970er Jahren bis heute zu entdecken. Sie gehen dem Phänomen des Scheiterns in vielfältiger Weise nach: spielerisch, lustvoll, tragisch, komisch, trauernd, überraschend.

Für Versagen, Fehlschläge und Niederlagen bleibt in unserer heutigen Erfolgsgesellschaft wenig Raum. Leistung, Effizienz und Fortschritt sind gefragt. Kein Wunder, dass der amerikanische Soziologe Richard Sennett das Scheitern einmal als das große Tabu der Moderne bezeichnet hat. In den letzten Jahren hat das Thema in Kultur und Journalismus verstärkt Aufmerksamkeit erfahren: Die Hamburger Kunsthalle präsentierte 2013 erstmals das von Brigitte Kölle kuratierte Ausstellungsprojekt „Besser scheitern“ und Magazine wie brand eins oder Der Spiegel publizierten Schwerpunkthefte zum Thema. Die Internationalen Tage Ingelheim gehen nun in der von Brigitte Kölle konzipierten Schau einen Schritt weiter und implementieren Kunst im Außenraum der Stadt Ingelheim an alltäglichen Orten, an denen man internationale Gegenwartskunst nicht unbedingt erwartet. Die enge Korrespondenz von Stadtraum und Kunst überrascht, irritiert und hält so manche Entdeckung bereit – sowohl für die Einwohner Ingelheims als auch für Kenner zeitgenössischer Kunst.

Das Scheitern ist eine Erfahrung, die wir alle machen und doch als eine ureigene empfinden. Wir erleben das Scheitern trotz zunehmender gesellschaftlicher Enttabuisierung als ein persönliches Versagen, als einen schmerzhaften Bruch mit Erwartungen, als einen Moment der Scham zwischen Erkenntnis und Verzweiflung. Doch bedeutet Scheitern zwangsläufig Endstation? Es liegt gerade in der Paradoxie des Scheiterns, dass Zusammenbruch und Neubeginn, Resignation und Hoffnung zusammenfallen. So kann sich aus der scheinbaren Niederlage auch etwas ungeahnt Neues, Anderes entwickeln.

In der Kunst ist das Scheitern als nötiges Wagnis, als Form des Experiments, schon immer eng mit dem künstlerischen Schaffensprozess verbunden gewesen. Das Scheitern in der Kunst impliziert, dass das gesicherte und vertraute Terrain verlassen und Außergewöhnliches gewagt wurde. Der Schriftsteller Wilhelm Genazino hat Künstlerinnen und Künstler treffend als „Vorturner des Scheiterns“ bezeichnet. Die mutige und oftmals humorvolle Beschäftigung mit dem Unvermögen und das sich in der permanenten Wiederholung artikulierende Abarbeiten an den Absurditäten des Lebens sind in der Kunst von zentraler Bedeutung. Die Erfahrung des
Scheiterns erweist sich als eine grundsätzliche Fragestellung der Kunst – wie auch des Lebens.

Beteiligt sind 14 internationale Künstlerinnen und Künstler, u.a. Marina Abramovic, Bas Jan Ader, John Baldessari, Thorsten Brinkmann, Fischli & Weiss, Annika Kahrs, Jochen Kuhn und Christoph Schlingensief.


Besser Scheitern
18. Juni – 14. Juli 2016
55218 Ingelheim am Rhein
besser-scheitern.de


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:






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