James Ensor - Schrecken ohne Ende - Von der Heydt Museum (12.10.08 - 08.02.09)


Eingabedatum: 24.09.2008


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Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, welche enorme Bedeutung der belgische Maler James Ensor (1860- 1949) nicht nur für die Kunst seiner Zeit, sondern auch darüber hinaus bis in die Gegenwart hatte und noch hat.

Zahlreiche Ausstellungen wurden deshalb dem Werk dieses großen Einzelgängers in den vergangenen Jahren gewidmet, u.a. in Gent und Amsterdam 1987, München 1989, Utrecht 1993, Albstadt 1999, Brüssel 2000 und Frankfurt am Main 2005.

In den Katalogen zu diesen Ausstellungen wurde zwar immer wieder auf die weit reichende Wirkung von Ensors Oeuvre hingewiesen, allerdings ist sein Einfluss auf die Zeitgenossen und folgende Künstlergenerationen nie genauer untersucht worden. Diese Forschungslücke will das Von der Heydt-Museum mit seiner Ausstellung

James Ensor - Schrecken ohne Ende

ansatzweise zu schließen versuchen. Im Mittelpunkt unserer Ausstellung stehen Ensors Werke, die immer wieder neue Rätsel aufgeben und die Betrachter in ungläubiges Staunen und blankes Entsetzen versetzen. Ausgehend davon bemüht sich das Projekt, zunächst die engsten Freunde Ensors zu Wort kommen zu lassen, wie Fernand Khnopff, Félicien Rops, Jan Toroop, Leon Spilliaert u.a., sodann die gesicherten Einflüsse, z.B. auf Edvard Munch, Emil Nolde, Erich Heckel, Paul Klee, Pierre Alechinsky, Asger Jorn nachzuzeichnen, um in einem weiteren Schritt auch außergewöhnliche Beziehungen wie etwa zu Kandinsky und Gabriele Münter aufzuzeigen. Ein Abschnitt widmet sich der Beziehung zwischen Ensor und den surrealen Welten von Max Ernst, Dali, Magritte, Dubuffet oder Wols.

Welche Rolle Ensor noch heute für die zeitgenössische Kunst spielt, soll ein eigenes Kapitel der Ausstellung beleuchten.

Dieses groß angelegte Projekt entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Museen in Gent, Oostende, Brüssel und Antwerpen und mit den führenden Experten zum Werk Ensors.

Abbildungen:
- James Ensor: Le langage des fleurs, 1938, Öl auf Leinwand, 22 x 30 cm, Musée d’Art moderne et d’Art contemporaine de la Ville de Liège
© VG-Bild-Kunst, Bonn 2008
- James Ensor: Pierrot et squelettes, ca. 1905-1907, Öl auf Leinwand, Ville de Tournai - Musée des Beaux-Arts, © VG-Bild-Kunst, Bonn 2008

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 20 Uhr, Montag geschlossen

Von der Heydt-Museum
Turmhof 8
D - 42103 Wuppertal
Information / Führungen:
Telefon 0202 - 563 6231
Telefax 0202 - 563 8091

von-der-heydt-museum.de







Daten zu James Ensor:


- Art Basel 2013

- MoMA Collection

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Seele – Konstruktionen des Innerlichen in der Kunsthalle Baden-Baden (14.2.-18.4.04)


Die Ausstellung gehört zu der Ausstellungs-Triologie "Multiple Räume". Der Zyklus beschreibt unser Verhältnis zu und in Räumen im Dialog mit Kunst und Wissenschaft. Neben "Seele" bilden "Park" und "Film" die beiden anderen thematischen Schwerpunkte, denen jeweils eine Ausstellung und Tagung gewidmet ist/wird.

"Eine Seele, soviel scheint klar zu sein, hat jeder. Aber wie sieht sie aus? Was ist überhaupt eine Seele? Können Tiere, können Dinge eine Seele haben? Sich ein Bild von der Seele zu machen, ist – genau betrachtet – immer auch ein künstlerischer Vorgang. Die individuelle Seele ist immer ein Innenentwurf. Insofern ist jede Introspektion auch Projektion. Alle Bemühungen, sich die menschliche Seele vorzustellen, setzen unbeabsichtigt und unausweichlich künstlerische Abbild- und Imaginationstechniken voraus.

Ideengeschichtlich scheinen religiöser Glaube, Theologie, Philosophie, ja selbst Psychologie nacheinander ihre thematische Zuständigkeit für die Seele verloren zu haben. Zwar werden Aspekte des psychischen Innenlebens heute konkreter gefasst und präziser beschrieben, aber die Seele wird immer mehr zu einem Rest, von dem wir – gemessen an der Vielfalt und der Gewissheit vergangener Jahrhunderte – wenig alltagstaugliches Erfahrungswissen haben, weil wir mit immer stärker ausdifferenziertem Fachwissen konfrontiert sind. Die Seele bleibt trotz und gerade aufgrund vermehrter rationaler Seelenkunde unverfügbar und damit umso mehr ein wichtiges und folgenreiches Thema für die Kunst.

Die Ausstellung konzentriert sich auf wesentliche Positionen des 20. Jahrhunderts und der letzten Jahre, welche schlaglichtartig die vielfältige Auseinandersetzung mit dem menschlichen Innenraum erhellen: die symbolistischen und expressionistischen Reflexionen des Jenseitsverlusts; die surrealistische Rezeption der Werke Sigmund Freuds; die frühen fotografischen Versuche, dem Seelischen beweishaft auf die Spur zu kommen; die existenzialistischen, schamanischen und privatmythologischen Ansätze einer Rückgewinnung seelischer Bezugspunkte in den 50er, 60er und 70er Jahren, schließlich die psychoanalytisch informierten und desillusionierten Werke einer um neue Sinnstiftung bemühten oder auch ironischen Gegenwartskunst.

Auge, Mimik und Gestik werden in ihrer Aussagefähigkeit als Spiegel der Seele und Träger persönlicher Identität bildlich befragt. Andere künstlerische Strategien zielen auf die vielfältigen, meist vagen Manifestationen des Innenlebens und deren kreative Impulse: auf Traum, Vision und Phantasie. In Grenzerfahrungen der Ekstase und Trance vollziehen Künstler den expressiven Austritt des Inneren aus rationaler und ästhetischer Kontrolle.

Zur Vorstellung des Unfassbaren bedienten sich Künstler immer wieder räumlicher Metaphern. Sie konstruieren einerseits Ansichten der geistigen Welt im Inneren des Menschen, seelische Topografien. Andererseits projizieren sie das Innerliche auf die äußere Natur (Seelenlandschaft), auf Interieurs oder Dinge, denen als beseelten ein phantastisches Eigenleben zukommt. In der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt sich jedoch, wie sich die Verbildlichung des Seelischen von Orientierungsfragen im (Innen-)Räumlichen zu Überlebensfragen im Zeitlichen hin veränderte. Wie kann sich das Ich aufrecht erhalten in den Wechselfällen beschleunigter Lebens- und Arbeitsvollzüge? Das räumlich vorgestellte Labyrinth der Seele wird zu einer zeitlichen Verlaufsform, zum roten Faden der Identität, der nicht abreißen darf.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler sind: Georg Baselitz, Joseph Beuys, Holger Bunk, Salvador Dali, Louis Darget, James Ensor, Max Ernst, Douglas Gordon, Dan Graham, William Hope, Asger Jorn, W.M. Keeler, Martin Kippenberger, Max Klinger, Hilma af Klint, Alexej Koschkarow, Duane Michals, Henri Michaux, Edvard Munch, Richard Oelze, Uwe Oldenburg, Tony Oursler, Nam June Paik, Sigmar Polke, Odilon Redon, Thomas Ruff, August Sander, Gregor Schneider, Albert von Schrenck-Notzing, Thomas Schütte, Ulrike Siecaup, Rudolf Steiner, Sam Taylor-Wood, Richard Tuttle, Bill Viola, Jeff Wall, Andrea Zittel, Unica Zürn.
. . . " (Quelle Kunsthalle Baden-Baden / Presse)

Foto: Kunsthalle Baden-Baden: Duane Michals, The Spirit leaves the Body, 1968, Nr. 2 aus der Serie von 7 Fotografien, je 8,5 x 13 cm / gerahmt 21 x 25,5 cm, Copyrigh: Sammlung Ann und Jürgen Wilde, Zülpich

Ausstellungsdauer: 14. FEBRUAR – 18. APRIL 2004

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 11 - 18 Uhr | Mittwoch 11 - 20 Uhr | Montag geschlossen

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8A | D - 76530 Baden-Baden | Tel. (Kasse) 07221 - 393299
Kunsthalle-Baden-Baden.de

James Ensor


Breit angelegter Überblick über alle Schaffensphasen im Werk des belgischen Exzentrikers.
Es gibt kaum einen anderen Künstler des späten 19. Jahrhunderts, dessen Werk so skurril, ironisch, tiefgründig und reich an Interpretationsmöglichkeiten ist wie das des belgischen Malers James Ensor (1860-1949). Seine ungewöhnlichen Motive, die zum unverwechselbaren Sinnbild für die Absurdität des Daseins wurden, haben die deutschen Expressionisten ebenso beeinflusst wie die französischen Surrealisten. Gerade in Hinblick auf neue Tendenzen wie die Manifestationen des Grotesken und Komischen in der zeitgenössischen Malerei gewinnt Ensors Schaffen erneut an Aktualität.
Mit etwa 80 Meisterwerken auf Leinwand und über 110 Arbeiten auf Papier präsentiert die Monografie Schlüsselwerke aus allen Schaffensperioden; besonderes Augenmerk gilt dabei dem von der Forschung lange Zeit vernachlässigten Spätwerk des Künstlers.
(Englische Ausgabe lieferbar ISBN 3-7757-1703-X)

Ausstellung: Schirn Kunsthalle Frankfurt 17.12.2005-19.3.2006


James Ensor
Hrsg. Ingrid Pfeiffer, Max Hollein, Text von Joachim Heusinger von Waldegg, Ingrid Pfeiffer, Rudolf Schmitz, Xavier Tricot u.a.
Deutsch
2005. 332 Seiten, 310 Abb., davon 240 farbig
23,50 x 27,50 cm
gebunden mit Schutzumschlag
Lieferbar
€ 39,80, SFR 66,00
ISBN 3-7757-1702-1
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