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Andro Wekua und Nina Canell



Mit einer Doppelausstellung stellt die Kunsthalle Fridericianum das Werk der beiden Künstler Andro Wekua (geb. 1977 in Georgien, lebt in Berlin und Zürich) und Nina Canell (geb. 1979 in Schweden, lebt in Berlin) vor. Während in Wekuas Arbeiten subjektive Erinnerungscollagen auf Horrorszenarien treffen, formuliert Nina Canell mit ihren fragilen Skulpturen eine Hommage an das Unscheinbare.

Unter dem Titel "Pink Wave Hunter" werden Bildwerke, Installationen und Filme von Andro Wekua präsentiert. Der Künstler, der auf der shortlist für den diesjährigen Preis der Nationalgalerie für junge Kunst steht, verknüpft in seinen Arbeiten kollektive und persönliche Erinnerungen zu eindringlichen, teils verstörenden Collagen. Häufig kombiniert er vorgefundenes Material aus Zeitschriften, alten Fotoalben oder dem Internet und verändert diese durch Übermalungen und Überklebungen. Kollektive Bilder werden auf diese Weise zu subjektiven Erzählungen umfunktioniert. Auch in seinen Filmen lässt sich diese Arbeitsweise wieder finden. "Never Sleep with a Strawberry in Your Mouth" ist eine filmische Collage, die Bilder der Erinnerung mit der narrativen Logik des Horrorfilms zusammenfügt.
Als besonders subjektive Arbeit wird die titelgebende Installation "Pink Wave Hunter" vorgestellt. Andro Wekua besuchte dafür die verlassenen und teilweise zerstörten Gebäude seiner Heimatstadt Sochumi. Anhand seiner eigenen Kindheitserinnerung sowie öffentlichen Dokumenten rekonstruierte Wekua die einzelnen Bauten im Miniaturformat. Gedächtnislücken werden auf diese Weise als reale Lücken im Architekturmodell sichtbar.

In ihrer Ausstellung "Ode to Outer Ends" widmet sich die Künstlerin Nina Canell der Welt des Unscheinbaren und Gewöhnlichen. Aus alltäglichen Materialien wie Plastikeimern, Kabeln, Ästen oder Kassettenrekordern konstruiert sie Assemblagen, die nicht selten von einem bizarren Sinn für Humor geprägt sind. Die neue Arbeit "Impulse Slight" (2011) besteht aus tausenden, seriell gerahmten Wassermelonenkernen, die in ihrer Gesamtheit zur formbaren Masse werden.
Die Installationen verstehen sich dabei häufig als Experimentier-Anordnungen, in denen natürliche Energieflüsse nachgeahmt oder neu interpretiert werden. In einer weiteren Arbeit werden elektromagnetische Impulse durch Nägel, Kabelreste, Drahtstücke und Metallfetzen geleitet. Ein Energieprozess, der sich der menschlichen Wahrnehmung gänzlich zu entziehen scheint und wiederum Canells Interesse für unsichtbare Vorgänge deutlich macht.

Abbildung: Andro Wekua, Get Out of My Room, Part 1, 2006, Installation view Kunstmuseum Winterthur, 2006. Courtesy: The Dakis Joannou Collection, Athens. Photo: A. Burger

Öffnungszeiten:
Mi-So 11-18 Uhr

Kunsthalle Fridericianum
Friedrichsplatz 18
34117 Kassel




Verena Straub





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