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B3 Biennale

Käthe Kruse - Danke! Die Tödliche Doris

09.09. - 26.10.2017 | Galerie der Stadt Schwaz
Eingabedatum: 08.09.2017

bilder

Die Künstlerin Käthe Kruse war von 1982 bis 1987 als Schlagzeugerin Mitglied von Die Tödliche Doris, die 1979/1980 von Wolfgang Müller und Nikolaus Utermöhlen als konzeptuelle Musikband mit Ausflügen zum Film, zur Bildenden Kunst, zur Literatur und zur Performance gegründet worden war. Die Tödliche Doris stand in den 1980er Jahren an der Spitze der in Berlin (West) und weit darüber hinaus höchst einflussreichen Nicht-Bewegung der Genialen Dilletanten (sic!). Das gleichnamige Subkultur-Festival, das 1981 im Berliner Tempodrom stattfand, gehört zu den Highlights der künstlerischen Alternativszene der 1980er Jahre. Es ging um eine Feier des NichtKönnens.
Schon die absichtlich falsche Schreibweise von „Dilettantismus“ widersprach dem Imperativ des Perfektionismus. Die Tödliche Doris erreichte weltweite Bekanntheit als Performance- und Künstlergruppe, war u.a. vertreten auf der documenta 8 in Kassel, hatte Auftritte im Musée d’Art Moderne in Paris und im Museum of Modern Art in New York und löste sich planmäßig 1987 auf.

Die Ausstellung zeigt sowohl eine Sektion mit Dokumentationsmaterialien zu Die Tödliche Doris als auch individuelle konzeptuelle und experimentelle Arbeiten von Käthe Kruse. Ihr Ansatz des „Do it yourself“, der typisch war für die frühe Punk- und Hausbesetzerszene, hinterfragt, ob man im Gebiet der Bildenden Kunst, das auf einer kommerzialisierten Ausdifferenzierung von Formfragen beruht, deren Wertehierarchien auch ignorieren kann, ja muss. Ihre künstlerischen Arbeiten, die sich zwischen Raumgestaltung, Malerei, Musik und Performance bewegen, gehen immer von Appropriationen bzw. Alltagsobjekten und Vorgefundenem aus.

Käthe Kruse zeigt Relikte, Reliquien und Artefakte ihrer Zeit mit Die Tödliche Doris, aber auch eine Auseinandersetzung mit deren Hinterlassenschaft. Sie singt in den Räumen der Galerie Lieder in Leder, halb verborgen in einer Ledersäule, begleitet von ihrer Tochter Edda auf dem lederbezogenen Originalschlagzeug aus der Die Tödliche Doris-Ära. kommentiert durch gelegentliche Einwürfe ihrer zweiten Tochter Klara. Lieder in Leder basieren als Live Version auf den kurzen A Capella-Songs aus der legendären und mittlerweile hoch gehandelten Box Die Tödliche Doris – Chöre & Soli, die 1983 von der Berliner Kunst-Musik-Galerie gelbe MUSIK herausgegeben wurde. Die Box enthält neben einem Katalogheft mit den 16 Liedtexten acht kleine bunte kleine Schallplatten und eine einfachen Schallplattenspieler, wie sie in sprechende Puppen eingebaut wurden. Im Keller des barocken Palais Enzenberg zeigt Käthe Kruse in einer Late Nite Lounge am späten Abend ihre Performance Krieg.

Text: Matthias Osterwold & Cosima Rainer


Käthe Kruse
Danke! Die Tödliche Doris
09.09. - 26.10.2017
Koproduktion mit KLANGSPUREN Schwaz; Kooperationen mit ORF Lange Nacht der Museen,
Kulturmeile Schwaz



Galerie der Stadt Schwaz
Palais Enzenberg
Franz-Josef-Straße 27/1
A-6130 Schwaz/Tirol
galeriederstadtschwaz.at

Presse








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Stefan Moses - Stiftung Moritzburg, Halle (16.07.-04.09.05)


Stefan Moses Fotografien sind vor allem durch ihre Vielseitigkeit der dokumentierten Zeitereignisse und der portraitierten Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Deutschland bekannt. Ab 16.7.05 ist in Halle seine Ausstellung zum Thema "Portraitphotographie" zu sehen.

" Vom 16. Juli bis zum 4. September zeigt die Stiftung Moritzburg einen Teil der Stefan-Moses-Retrospektive des Fotomuseums im Münchner Stadtmuseum, die zuletzt im Hygiene-Museum Dresden zu sehen war.
Dabei handelt es sich um die fünf Kapitel, die sich auf verschiedene Weise mit dem Thema Deutschland auseinandersetzen und dafür unterschiedliche Arten des photographischen Portraits einsetzen.
In "Deutsche-West", entstanden von den sechziger bis achtziger Jahren, stellt der Photograph unbekannte Menschen, denen er begegnet, vor ein großes graues Tuch, in ihrer Arbeits- oder Alltagskleidung. Durch die inszenierte Isolation von ihrer Umgebung treten Körpersprache, Accessoires, kurz, das Besondere an den Portraitierten stärker hervor. In der Gesamtheit entsteht eine Art Querschnitt durch die bundesdeutsche Gesellschaft der Zeit.
Mit derselben Methode ergänzt er nach dem Mauerfall sein Gesellschaftsportrait um "Deutsche-Ost", rasch entschlossen während der beiden Jahre 1990 und 1991.
In der Langzeitserie "Die großen Alten", seit den sechziger Jahren immer wieder erweitert, photographiert Moses Prominente, vor allem Künstler und Intellektuelle im Wald als gleichsam mythischen Ort der Deutschen. Diese Bilder entstehen im Wechselspiel zwischen Photograph und Photographierten, sind gemeinsame Inszenierungen.
Für die "Spiegelbilder" zog Moses mit einem großen Garderobenspiegel durch's Land, besuchte vor allem berühmte Gelehrte und bat sie, sich vor dem Spiegel per Drahtauslöser aufzunehmen. (Genau von diesem Vorgang machte der Photograph dann noch sein Bild der Situation.). Die Selbstportraits sind Selbstinszenierungen in einem von Moses vorgegebenen Rahmen.
"Künstler machen Masken" heißt ein zweites Langzeitprojekt, ebenfalls seit den sechziger Jahren bis heute verfolgt. Moses bittet bildende Künstler in sehr kurzer Zeit eine Maske zu improvisieren und nimmt sie dann auf - Arnulf Rainer "übermalt" sich selbst, Otto Dix schaut durch die Scheibe usw. Oft witzige Bilder, die auch zeigen, daß es für große Wirkung häufig nur geringer Mittel bedarf. ..." (Presse

Abbildung: Copyright Stefan Moses, Käthe Kruse, Puppenkünstlerin, Ickingen 1963

Öffnungszeiten: Dienstag 11 bis 20.30 Uhr, Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr

Stiftung Moritzburg
Friedemann-Bach-Platz 5
D-06108 Halle (Saale)
Telefon: 0345-21259-0

sachsen-anhalt.de




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