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Teresa Hubbard/Alexander Birchler im Museum für Gegenwartskunst, Basel (31.1.-18.4.04)


Eingabedatum: 22.01.2004



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Neben der Ausstellung des schweizerisch/amerikanischen Künstlerpaares ist gleichzeitig eine Einzelausstelung der schwedischen Künstlerin Miriam Bäckström zu sehen. Beide Ausstellungen, die im Dialog miteinander stehen, zeigen fotografische und filmische Arbeiten, die sich jeweils auf sehr unterschiedliche Weise mit Fiktionalität und Narrativität beschäftigen.

" Miriam Bäckström, Rebecka: Miriam Bäckström wurde mit ihren konzeptuellen fotografischen Serien von Wohnungen Verstorbener, Museen und Filmsets bekannt.
Bäckströms Arbeit fokussierte mit den Serien die Grenzen des Dokumentarischen, indem Innenräume sachlich und vermeintlich objektiv fotografiert wurden, und gerade deshalb unbemerkt eine fiktive Qualität entwickelten. Museale Repräsentationsmuster, und damit verbunden die historische Dimension privater und öffentlich musealer Objekte, beschäftigen Miriam Bäckström in der Serie Museums, Collections and Reconstructions. So dokumentiert die Künstlerin beispielsweise ein im schwedischen Nationalmuseum ausgestelltes Zelt einer obdachlosen Frau, das für die Sammlung erworben wurde, um einer Fotografie gleich urbanes Leben in Stockholm auf immer und ewig festzuhalten. Auch der Haschischladen aus Kopenhagens alternativem Stadtdorf Christiania wurde neulich vom dänischen Nationalmuseum erworben, um damit ein illegales Kapitel jüngster Zeitgeschichte einzufrieren und in die Legalität öffentlich musealer Repräsentationsschemata zu überführen. In Bäckströms neuestem Projekt Rebecka schliesslich, bestehend aus einer Videoarbeit und unzähligen grossformatigen Fotografien, die wie ein zersplitterter Film auf dem Boden verteilt sind, geht es einerseits um die authentische Rede, andererseits um die Möglichkeit, eine Nicht-Rolle spielen zu können. Rebecka ist eine Schauspielerin, mit der Bäckström intensiv zusammengearbeitet hat, und deren Dialoge mittels Script reinszeniert wurden. Der schmale Grat zwischen authentischer Erfahrung und inszenierter Authentizität kann vor dem Hintergrund dokumentarischer Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst, wie sie an der letzten Documenta oder in skandinavischen Dogma-Filmen propagiert wurden, gelesen werden. Die Dekonstruktion von Authentizität steht aber auch in Bäckströms Anonymen Interviews, die für die Ausstellung als Künstlerbuch publiziert und von einer Schauspielerin (Sandra Hüller, Theater Basel) ab Band gesprochen werden, im Vordergrund. Das Interview, seit jeher Garant für die unverstellte Rede, wird von seinen Urhebern abgekoppelt und fiktionalisiert. Die wundersamen Gespräche fokussieren Entgrenzungen jeglicher Art, thematisieren die Rede als konstitutives Moment des Austausches und der Kollaboration und sprechen gleichzeitig immer auch von Miriam Bäckströms künstlerischen Interessen.

Teresa Hubbard / Alexander Birchler, House with Pool: Teresa Hubbard und Alexander Birchler beschäftigen sich in minutiösen Inszenierungen mit raumzeitlichen Unschärfen. Mittels Schauspielern und Filmsets werden fotografische und seit einigen Jahren auch filmische Werke geschaffen, die erzählerische und damit interpretative Leerstellen formulieren. Nachdem Hubbard / Birchler bereits 1997 mit dem Manor-Kunstpreis im Museum für Gegenwartskunst und in den letzten Jahren in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen waren, zeigen sie nun ihr neuestes filmisches ProjektHouse with Pool. Das Setting bildet hier ein modernistisches Haus der 50er Jahre in Austin (Texas), dem Wohnort der Künstler, dessen Grundstruktur für ihre Arbeit nutzbar gemacht wird. Das Ineinanderfliessen von Innen- und Aussenraum konstituiert eine lose aber vertrackte Geschichte zwischen einem Gärtner, einem Teenager und einer älteren Frau, wobei einem Klavierspiel die zentrale Rolle zukommt. Ein Konflikt im Innern des Hauses und eine unheimliche Entdeckung im Garten überlagern sich, so dass die Geschehnisse in einem unmittelbaren kausalen Zusammenhang zu stehen scheinen. In welchem Verhältnis jedoch die jüngere zur älteren Frau steht, bleibt diffus. Ist sie Tochter, Alter Ego, das Unbewusste oder vielleicht gar ein Schatten ihrer selbst?
Das Erzählpotential architektonischer Strukturen und die Verflechtung von physischen und psychischen Räumen war bereits in Hubbard / Birchlers fotografischem Werk, aber auch in den Videoarbeiten der letzten Jahre angelegt. Im Museum für Gegenwartskunst wird House with Pool vor dem Hintergrund der früheren Videoarbeiten Eight, 2001, Detached Building, 2001 und Single Wide, 2003 präsentiert." (Quelle: Museum für Gegenwartskunst, Basel)

Ausstellungsdauer: 31.01. – 18.04.2004

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11-17 Uhr, Montag geschlossen

Museum für Gegenwartskunst der Öffentlichen Kunstsammlung Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung | St. Alban-Rheinweg 60, CH-4010 Basel | Tel: ++41 (0)61 272 81 83

www.mgkbasel.ch

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