Lenbachhaus erwirbt Arbeiten der Künstlerin Senga Nengudi

Juli 2018 | Lenbachhaus, München
Eingabedatum: 24.07.2018

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Seit über vier Jahrzehnten entwickelt Senga Nengudi ein einzigartiges Œuvre, das sich zwischen Skulptur, Performance und Tanz bewegt. Bevor die Künstlerin 1988 nach Colorado Springs zog, wo sie bis heute wohnt, lebte sie mit Unterbrechungen für fast vierzig Jahre in Los Angeles. Die Stadt an der Westküste war in den 1960er und 1970er Jahren die Wahlheimat der afroamerikanischen künstlerischen Avantgarde, die Nengudi entscheidend mitgeprägt hat. Für ihre ikonischen Skulpturen, die sie erstmals 1976 ausstellte und bis heute weiterentwickelt, verwendet sie neben Nylonstrümpfen natürliche Materialien wie Sand und Stein. Die Künstlerin selbst bezeichnet diese suggestiven Objekte, deren abstrakte Formen dennoch an Körper erinnern, auch als „stationäre Performances“. Wie der Titel der andauernden Werkreihe bereits andeutet – R.S.V.P. für „Répondez, s´il vous plaît“ oder „Um Antwort wird gebeten“ – werden die Skulpturen punktuell in tänzerischen Performances aktiviert. Die Skulptur R.S.V.P. Reverie „D“ (2014), die die Sammlung KiCo nun für das Lenbachhaus erwerben konnte, zählt zu den eindrucksvollsten neueren Beispielen dieser wichtigen Werkreihe, in der die Künstlerin Formen des zeitgenössischen Tanzes mit ihrer Auffassung eines erweiterten Skulpturbegriffs vereint. Das Fototriptychon Performance Piece (1978) zeigt Nengudis lebenslange künstlerische Mitstreiterin Maren Hassinger, verstrickt in eine R.S.V.P-Skulptur, während einer der frühesten dokumentierten Werkperformances in der Pearl C. Wood Gallery in Los Angeles.

Gemeinsam mit befreundeten Künstler_innen, Musiker_innen und Filmemacher_innen gründete Nengudi in den 1970er Jahren die Gruppe Studio Z, zu der unter anderem Hassinger und David Hammons zählten. Die Mitglieder der Gruppe fanden sich zu „spontanen“ Performances zusammen und unterstützen einander in einer Zeit, in der afroamerikanische Künstler_innen vom Kunstbetrieb diskriminiert und weitgehend ausgeschlossen wurden. Im Frühjahr 1978 fand mit Mitgliedern des Studio Z die Performance Ceremony for Freeway Fets statt, in der Nengudi einen Bogen vom westafrikanischen Tanz über japanische Theatertraditionen bis hin zum Free Jazz spannte. Die musikalische und tänzerische Improvisation war zudem als Ritual zur Versöhnung der Geschlechter gedacht. Nengudis Nylonskulpturen kamen dabei als Masken, Kopfschmuck und Bühnenbild zum Einsatz. Die elfteilige Fotodokumentation dieser bemerkenswerten Performance, die sich unter einer Freeway-Brücke in Downtown Los Angeles abspielte, ist grundlegend für das Verständnis der eklektischen Praxis der Künstlerin.

Senga Nengudi (*1943, Chicago) lebt und arbeitet in Colorado Springs, wo sie an der University of Colorado lehrt. In den vergangenen Jahren widmeten ihr verschiedene US-amerikanische Institutionen monografische Ausstellungen. Zu diesen gehören das USC Fisher Museum of Art, Los Angeles (2018), und das Museum of Contemporary Art Denver (2014). Ihr Werk war außerdem 2017 bei der 57. Biennale von Venedig sowie in den vielbeachteten Gruppenausstellungen We Wanted a Revolution: Black Radical Women, 1965–85 am Brooklyn Museum in New York und Soul of a Nation: Art in the Age of Black Power an der Tate Modern in London vertreten.

lenbachhaus.de/

Presse



Senga Nengudi:


- Biennale Venedig 2017

- Kunstverein Aschaffenburg

- MoMA Collection

- Performa 13


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