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Markus Heinsdorff - Arten und Elemente

30. Mai bis 15. September 2019 | Kallmann-Museum, Ismaning
Eingabedatum: 27.05.2019

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Markus Heinsdorff, Salzblock, 2019 Überseecontainer 20 ft, 243,8 × 259,1 × 605,8 cm, 2300 kg; Salzblock 120 × 120 × 120 cm, 1,8 t Salz aus Salzbergwerk Berchtesgaden, gepresst; Holzpalette Foto: Patrik Graf, Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2019bilder

Am Mittwoch, 29. Mai um 18 Uhr eröffnet das Kallmann-Museum die große Einzelausstellung „Markus Heinsdorff – Arten und Elemente“. Sie umfasst mehrere raumgreifende Installationen im KallmannMuseum selbst sowie im umliegenden Schlosspark, die Heinsdorff eigens für diese Ausstellung entwickelt hat. Die Ausstellung setzt sich mit dem Reichtum der Natur sowie mit dem komplexen, oft widersprüchlichen Verhältnis von Mensch und Natur auseinander. So thematisiert Heinsdorff das Eingreifen des Menschen in natürliche Systeme, Klimawandel und Artensterben sowie die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und den globalen Handel. Zugleich widmet er sich der faszinierenden Vielfalt der Arten und Elemente sowie der menschlichen Neugier an den Erscheinungen der Natur, dem Forscher- und Entdeckerdrang, der uns immer tiefer in die Geheimnisse der Natur hat eindringen lassen.

Markus Heinsdorff (geb. 1954) ist ein künstlerischer Grenzgänger, dessen Schaffen sich an den Schnittstellen von Kunst, Architektur, Wissenschaft und Technik bewegt. Er steht damit exemplarisch für einen Künstlertypus, der nicht nur klassische Gattungsgrenzen überschreitet, sondern seine Arbeit in Kooperation mit Partner_innen aus anderen Tätigkeitsfeldern entwickelt. Ursprünglich ausgebildet als Goldschmied, studierte er Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. In den 1990er Jahren baute er kinetische Skulpturen, die die Bewegungen der Luft anschaulich erfahrbar machten, sowie Maschinen, die natürliche Phänomene wie Wasserstrudel, Luftringe und Strömungen erzeugten und als Objekte der ästhetischen Anschauung präsentierten. Heinsdorff hat außerdem ein umfangreiches bauliches Werk vorzuweisen, das er in zahlreichen Ländern verwirklichte, u.a. in China, Indien, Indonesien, Peru und mehreren europäischen Ländern.

In der Ismaninger Ausstellung verbindet Heinsdorff nun künstlerische Ästhetik mit Prinzipien wissenschaftlicher Forschung und technischer Gestaltung. So installiert er einen „Moorsee“ im Museum, der nicht nur eine meditative Versenkung in die Landschaft erlaubt, sondern Fragen aufwirft nach dem Verhältnis von Mensch und Natur sowie von Kunst und Natur. Sein „Windraum“ wiederum besteht aus einem geometrisch gestalteten, begehbaren Raum im Museum, in dessen Innerem sich aus künstlichem Nebel ein Tornado bildet, der nach kurzer Zeit in sich zusammenfällt. Die strenge Geometrie der Konstruktion steht im Widerspruch zur ungeordneten Kraft des Wirbelsturms. In einem weiteren Raum richtet Heinsdorff ein „Algenlabor“ ein, das wissenschaftliche Zuchtstation und ästhetisches Objekt zugleich ist und in dem durch zwei Maschinen verschiedene Algen gezüchtet werden, die während der Ausstellungsdauer wachsen und entnommen werden.

Heinsdorff ist aber auch ein Sammler, der in vielen verschiedenen Ländern unzählige Pflanzen- und Tierobjekte gefunden und archiviert hat. In der Ausstellung werden hunderte dieser Fundstücke in 26 Vitrinen, einem Schwerlastregal sowie an der Wand hängend präsentiert: Blätter, Pflanzen, Samen, Hölzer, Gewebestrukturen, Knochen und viele weitere, oft nur schwer identifizierbare Dinge. In einer zunehmend entzauberten Welt, in der die Wissenschaft immer tiefer in die Geheimnisse der Natur eindringt und sich die Forschung längst vom Erleben des Laien abgekoppelt hat, zelebriert Heinsdorff mit dieser Installation eine ursprüngliche menschliche Neugier und ein Staunen an der Vielfalt der Erscheinungen. Darüber hinaus setzt Heinsdorff sich in der Ausstellung mit der Geschichte der Rohstoffe und dem weltweiten Handel auseinander. So hat er vor dem Kallmann-Museum einen großen gebrauchten Überseecontainer aufgestellt, in dem auf einer Holzpalette ein massiver, strahlend weißer Block steht, gepresst aus rund 1,8 Tonnen Salz. Weitere Installationen der Ausstellung beschäftigen sich mit Insektenvielfalt und Insektensterben, mit bedrohten heimischen Pflanzen sowie der Rohstoffgewinnung.

So ist „Arten und Elemente“ als ästhetische Entdeckungsreise zu Phänomenen und Prozessen der Natur konzipiert, die den meisten Menschen normalerweise verborgen bleiben. Projektpartner_innen waren unter anderem der Filmemacher Alexander Kluge, die Zoologische Staatssammlung München, der Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen an der TUM, die Bayerische KulturLandStiftung und der Lehrstuhl für Renaturierungsökologie an der TUM.
Die Ausstellung wurde von Markus Heinsdorff gemeinsam mit Rasmus Kleine und Luca Daberto kuratiert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Kallmann-Museum
Schloßstr. 3b |
85737 Ismaning

www.kallmann-museum.de

Presse




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