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Galerie für Zeitgenössische Kunst - Leipzig


Eingabedatum: 22.11.2004



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Mit zweimonatiger Verspätung ist es jetzt endlich soweit: Am 28.11.04 wird der Neubau der Galerie für Zeitgenössische Kunst nach einer Bauzeit von knapp über einem Jahr eröffnet.

"Am 28.11.04, 11 Uhr, wird der von AS-IF (Paul Grundei, Stephanie Kaindl, Christian Teckert) geplante Neubau der Galerie für Zeitgenössische Kunst nach einer Bauzeit von knapp über einem Jahr durch den Sächsischen Staatsminister für Wissenschaft und Kultur, Dr. Matthias Rössler, durch den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Wolfgang Tiefensee, durch den Stiftungsratsvorsitzenden der Galerie, Dr. Arend Oetker, und durch die Direktorin der GfZK, Dr. Barbara Steiner, feierlich eröffnet. Die Festrede wird der Künstler Olaf Nicolai halten.

AS-IF hat ein auf zeitgenössische Kunst abgestimmtes Raumsystem entwickelt, das die räumliche und funktionale Veränderbarkeit des Gebäudes zur Erzeugung unterschiedlichster Ausstellungsszenarios von vornherein integriert. Die Architekten agieren damit gezielt an der Schnittstelle zwischen - traditionell neutralisierender - Museumsarchitektur und - spezifischer -Ausstellungsgestaltung. Große Schiebewände sowie Vorhänge erlauben eine wahlweise Verbindung oder Trennung der Räume, um unterschiedliche Raumkonfigurationen, verschiedene Ausstellungssituationen und inhaltliche Verknüpfungen möglich zu machen. Die Räume erschließen sich über die Bewegung: Dem Blick öffnen sich wechselnde, unvorhersehbare Ansichten und Verbindungen. Ausblicke aus raumhohen Fenstern auf die Straße, die Nachbarhäuser und die Parklandschaft verankern die Architektur in einem städtischen Umfeld; Blickverbindungen, Ober- und Unterschlitze in den Wänden und die Gestaltung der Oberflächen verknüpfen Räume und Raumteile mit Elementen der Ausstellung. Glaswände, transparente Flächen und spiegelnde Oberflächen zitieren großformatige Bildschirme.

Das neue Ausstellungsgebäude von AS-IF setzt bei einem veränderten Raumverständnis an: die Grenzziehungen zwischen Innen und Aussen werden partiell durch den Einsatz der gleichen Materialien im Innen- und Außenraum in Frage gestellt; das Innere wird nicht durch eine geschlossene Raumfigur gegliedert. Die Architekten geben damit eine klare Trennung von öffentlicher und privater Sphäre auf; im Inneren eröffnet sich eine Fülle von wechselnden Blickbeziehungen. Die Materialität der Wand bzw. ihre Oberflächen spielen dabei eine entscheidende Rolle: Die einst um- und abschließenden Teile des Hauses werden durchlässig, Oberflächen verwandeln sich in Reflexionsflächen, die ihr Umfeld widerspiegeln und auch verhandelbar machen.

Die Anlage und die Ausstattung der Räume befördern ein Bewusstsein für die permanente potentielle Verschiebbarkeit der Räume und Funktionen, aber auch für die eigene soziale Verfasstheit und die gesellschaftliche Einbettung; das Subjekt wird in einem Abhängigkeitsverhältnis zum architektonischen und sozialen Umfeld entworfen. Diese Auffassung verdankt sich sowohl Entwicklungen der Architektur-, Kunst- wie auch Theoriegeschichte: Adolf Loos’ theatralisch verfasstes Benutzer-Subjekt oder Le Corbusiers Interesse an Massenmedien spielen dabei genauso eine Rolle wie nomadisierende Architekturkonzepte der 60er und 70er Jahre von Archigram, Superstudio, partizipatorische Überlegungen von Cedric Price oder Piano & Rogers oder dekonstruktivistische Ansätze von Jacques Derrida oder Mark Wigley. Aber auch künstlerische Arbeiten von El Lissitzky, Herbert Baier bis hin zu Dan Graham, Michael Asher oder Jorge Pardo haben diese Raumauffassung vorbereitet." (Quelle: Presse GFZK)

Öffnungszeiten: Di/Mi/Do/Fr/Sa 14.00-19.00 Uhr So 12.00-19.00 Uhr

Galerie für Zeitgenössische Kunst | Karl-Tauchnitz-Str.11 | D-04107 Leipzig | Tel.: +49-341-140 81 25


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