Museum Küppersmühle (07 / 01)


Eingabedatum: 01.07.2001


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Die Küppersmühle diente bis in die 70er Jahre als Getreidespeicher im Duisburger Innenhafen. In den 90er Jahren wurde der historische Industriebau dann von dem schweizer Architektenteam Herzog & de Meuron zur Ausstellungsfläche umgestaltet. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist Teil der "Route Industriekultur" und beherbergt die Sammlung von Hans Grothe. Den Schwerpunkt seiner Sammlung bildet mit Arbeiten von Baselitz, Graubner, Immendorff, Knoebel, A.R. Penck, Richter und Polke die Malerei, aber auch die Photographie ist mit Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Markus Lüpertz, Thomas Ruffund Katharina Sieverding ebenfalls gut vertreten, und auch hier sprechen die Namen sicherlich für sich.
Die Sammlung Grothe wird als eine der bedeutendsten Kunstsammlungen deutscher Nachkriegskunst bezeichnet und umfaßt mittlerweile rund 1.100 Werke, die natürlich nicht alle gezeigt werden können.
Das Besondere der Sammlung ist, daß hier keine beliebig zusammengestellten Einzelwerke, sondern ganze Werkgruppen oder sogar Raumkonzepte gezeigt werden. Lüpertz hat seine Arbeiten extra für diese Räumlichkeiten gefertigt und diese auch selbst gehangen. Ein weiteres Highlight ist der "Elferraum" von Beuys, der wie eine Schatzkiste konzipiert ist.

Öffnungszeiten: Mi-So 11 -18 Uhr
Parallel sind dort Wechselausstellungen zu sehen.

Silke Lemmes für art-in.de

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Weiteres zum Thema: Museum Küppersmühle



Günther Uecker - Museum Küppersmühle Duisburg (2.12. - 26.2.06)


Am 1. Dezember eröffnet das MKM die große Werkschau Günther Uecker. »Das Eigentliche…«. Gezeigt werden unterschiedliche Themenräume - von den frühen Werken über die benagelten Objekte und Sandbilder bis zu den Zeitspiralen. In der klaren Architektur des MKM entfalten die Arbeiten eine starke, intensive Wirkung.

„Das Eigentliche ist noch nicht getan…“ Diese Worte von Günther Uecker zeigen einmal mehr die Vitalität und den ungebrochenen Schaffensdrang dieses Künstlers, der seit vielen Jahrzehnten ganz entscheidend die deutsche und internationale Kunstszene geprägt hat. Dabei ist der allseits bekannte Nagel, den er zum metaphysischen Objekt transformiert hat und der zu einer Art Markenzeichen wurde, nur ein Aspekt in seinem umfangreichen Schaffen. Nagel, Messer, Hammer, aber auch Sand, Steine oder Schriftzeichen sind Ausdrucksmittel, die die „Gefährdung des Menschen durch den Menschen“ thematisieren.

Dieser Grundgedanke seines Schaffens entspringt ganz wesentlich seiner empfindlichen Wahrnehmung kriegerischer Ereignisse auf der Welt, und seine Bilder sind für ihn „Chiffren, Sprache geworden, um mich in meinen Empfindungen mitzuteilen.“ Zugleich aber versteht Günther Uecker seine Arbeiten auch als „Liebesbriefe“ an das interessierte Gegenüber und sieht in seiner Kunst eine Möglichkeit, Nähe zu anderen Menschen aufzubauen. Intensiv setzt er sich mit fremden Kulturen und Religionen auseinander. Offenheit und ehrliches Interesse an der Welt bestimmen auch seine Pläne für die Zukunft, in der er sich „noch mehr mit dem, was mich befremdet, einlassen“ will.

Für das MKM ist eine konzentrierte Ausstellung entstanden, die den Besucher explizit einladen möchte, die Werke Ueckers auch im Vergleich zu anderen Entwicklungen der deutschen Kunstgeschichte zu sehen, die in der ständigen Sammlung des MKM gezeigt werden. (Presse / MKM)

Abbildung: Copyright: Günther Uecker, Das gelbe Bild, 1957

Öffnungszeiten: Mi 14-18, Do 11-18, Fr nach Vereinbarung, Sa-So 11-18

Museum Küppersmühle
Philosophenweg 55
47051 Duisburg

Sigmar Polke - Kunsthalle Tübingen (8.12.07 bis 24.02.08)


Die Kunsthalle Tübingen zeigt ab dem 8. Dezember Sigmar Polkes selten zu sehenden Werkzyklus "Original + Fälschung" von 1973. Das Werk besteht aus 24 Haupt- und 14 Kommentarbildern und gilt als "Meilenstein" der neueren Kunstgeschichte.
Sigmar Polkes Arbeit zeichnet sich durch intelligente Kritik, Selbstkritik nicht ausgenommen, bis hin zu humoristisch-leichter Ironie mit immer wieder irritierendem Charakter aus. So auch in dem Werkzyklus "Original + Fälschung", in dem eine skurrile Sammlung zeichnerischer und fotografischer Vorlagen - zumeist aus Zeitschriften entnommen -, den Ausgangspunkt bildet. Aus diesen Inspirationsquellen wählen Polke und sein Mitarbeiter Achim Duchow die Zitate ihres ebenso vielfältigen Bilderkosmos. Zudem verbindet der Künstler den Zitatcharakter und die schillernde Bilderwelt der Pop Art jener Jahre mit der traditionellen Kunstgeschichte. Künstlerische Techniken und Bildelemente werden durcheinander gewirbelt. Immer wieder überrascht er dabei aufs Neue mit Bild- und Sprachwitz und seiner seismografischen Wachsamkeit gegenüber den wechselvollen Szenarien des öffentlichen Leben.

Abbildung: Sigmar Polke: Original + Fälschung 15 (die Musikband und die ›Rockets‹ von New York), 1973, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg, Sammlung Ströher