JOHANNES BRUS – DAS UNSICHTBARE IM SICHTBAREN

1. 03. -17. 06. 2017 | ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt
Eingabedatum: 02.03.2017

bilder

„Brus fotografische Bilder wimmeln von kunstgeschichtlichen und literarischen Anspielungen, symbolischen und anthropologischen Verweisen, mythologisch und (auch) empirisch erfahrbaren Zusammenhängen“, beschreibt der Kunstkritiker und Theoretiker für künstlerische Fotografie Klaus
Honnef die Arbeiten von Johannes Brus.

Dreizehn mehrteilige Werke des Künstlers sind vom 1. März bis 17. Juni 2017 in der Ausstellung JOHANNES BRUS – DAS UNSICHTBARE IM SICHTBAREN im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt zu sehen. Die Arbeiten datieren von „Blaues Pferd“ von 1979/85 bis hin zur kleinen Skulptur „Elefant“ von 2012 als jüngstes Werk.

Die fotografischen Arbeiten des 1942 in Gelsenkirchen geborenen Künstlers entführen den Betrachter in eine andere Sphäre, die teilweise exotisch-mystisch, manchmal aber auch komischskurril anmutet.

Johannes Brus ist Bildhauer und als solcher ein Wanderer zwischen den Welten. Auch seine Fotografien sind modulierte Konstruktionen in der Dunkelkammer, in denen der skulpturale Gedanke angelegt ist. Durch chemische und physikalische Veränderungen im Entwicklungsverfahren, durch Nachkolorierung, Überblendung und Montage verfremdet Brus Bilder der realen Welt und eröffnet dadurch einen neuen Kosmos.

In seinen Werken spielen mystische und psychologische Kräfte eine Rolle, aber auch die Kräfte des Materials. Unerwartetes wird sichtbar gemacht und verschwindet wieder. Das Unsichtbare kann das Unbekannte sein, das Unterbewusste oder auch das noch nicht Gesehene.

Johannes Brus lebt heute in Essen. Er studierte von 1964 bis 1971 Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Nach einem Lehrauftrag an derselben Akademie hatte er von 1986 bis 2007 eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig inne. Er ist Träger des
Kunstpreises der Villa Romana, Florenz (1979) und des Defet-Preises des Deutschen Künstlerbundes (1982).

dzbank-kunstsammlung.de
DZ BANK Kunstsammlung - ART FOYER
Platz der Republik, 60325 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“
Öffnungszeiten:
Di. – Sa. 11 bis 19 Uhr







Daten zu Johannes Brus:

- Mis-Understanding Photography, 2014, GA
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- Sammlung DZ Bank, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Villa Romana Preistraeger

Weiteres zum Thema: Johannes Brus



"Wings of Art – Motiv Flugzeug " in der Kunsthalle Darmstadt (16.9.-25.11.03)


Seit Leonardo da Vinci weiß man, dass Flugmaschinen ihre besondere Anziehungskraft auf Künstler ausüben. Inwieweit das auch für die Gegenwartskunst zutrifft, zeigt ab 16.9. eine neue Ausstellung in der Kunsthalle Darmstadt.

Künstlerliste:
Robert Adrian X - Alighiero E. Boetti - Are You Meaning Company- Johannes Brus - Zvika Kantor - Sven Kroner - Philipp Lachenmann - Vera Lutter – Malcolm Morley - Ed Osborn – Panamarenko - Peter Robinson –Alberto Simon- Vera Sous - Nancy Spero - Thomas Virnich - Wolf Vostell - Boyd Webb - Telemach Wiesinger

Presseerklärung / Auszug: "“Wings of Art” in der Kunsthalle Darmstadt und im Ludwig Forum Aachen (vom 12.12.03-29.2.04) lotet die vielschichtige Symbolik des gleichermaßen alltäglich wie „mythisch“ erscheinenden Verkehrsmittels Flugzeug aus.
Ein Leitgedanke der Ausstellung „umkreist“ das Thema Geschwindigkeit. Die Künstler setzen dem Flugtempo eine kunstinterne Geschwindigkeit gegenüber. Vera Lutter fotografiert mit einer Camera Obscura unter Verwendung extrem langer Belichtungszeiten moderne, schnelle Verkehrsmaschinen am Boden. So inszeniert sie eine Zwiesprache von Bewegung und Stillstand, moderner und archaischer Technik. Ed Osborn zeigt in seinem Video eine Verkehrung der Geschwindigkeiten. Ein gelandetes Flugzeug bildet das ruhende Zentrum des Films, um das herum sich hektische Betriebsamkeiten entfalten. Die Maschine wird zur statischen Kulisse, zur erstarrten skulpturalen Form, die ihre potentielle Energie nur erahnen lässt. Eine ähnliche Verkehrung gestaltet Sven Kroner in seiner Malerei: dynamische Bewegungen finden sich ausschließlich bei den Wolkenzügen im Himmel oder beim Erdboden, der fließende – mit breitem Pinsel aufgetragene - Strukturen aufweist, während die kleinen Sportflugzeuge in Warteposition verharren.
Panamarenko präsentiert mit „K 2“ ein absurdes Vehikel, halb Fluginstrument, halb Fahrzeug. Das Gerät hat weder Flügel noch Räder, kann weder fliegen noch fahren. Es erscheint als unlogisches Mixtum unzusammenhängender Rudimente, die sich augenscheinlich der Evolution der Maschinen zu entziehen vermochten. „K 2“ ist so gleichermaßen archaisch wie – geht man von einer Funktionstüchtigkeit des Apparats aus - utopisch.
Bei Philipp Lachenmann ist eine völlige Erstarrung eingetreten. In seinen Fotografien zeigt er einen Flugzeugfriedhof, präsentiert beispielsweise das losgelöste Cockpit einer ausrangierten Air Force 1, der legendären Maschine des US-amerikanischen Präsidenten. Die große, auf Repräsentation angelegte Weltpolitik wird so hintergründig durchbrochen, als freistehende – leere - Kulisse entlarvt, als schrottreifes Relikt, funktionsloses Fragment.
Robert Adrian X inszeniert eine solche kreative Funktionslosigkeit durch seine aus Flugzeugmodellen bestehenden Ornamente. Die Flugzeuge stehen sich sozusagen im Weg, behindern einander, bilden einen dynamischen Strudel. Steht das Flugzeug normalerweise für die größtmögliche individuelle Bewegungsfreiheit, bindet es Adrian X in eine übergeordnete Struktur ein, die – als perfekt symmetrische Form – auf die Gesetze der zweckfreien Ästhetik verweist.
Bei Alighiero E. Boetti werden die Flugzeuge zum leuchtenden Dekorum des Himmels, zum atmosphärischen Phänomen. Die Tryptichen – als Form des Flügelaltars - setzen das Motto von „Wings of Art“ wortwörtlich in Szene. Der Fotograf Telemach Wiesinger präsentiert Flugzeuge in Ausschnitten. Es entstehen reduzierte, abstrakt wirkende geometrische Muster, die das Flugzeug als Träger einer minimalisierten Ästhetik erscheinen lassen, als abstrakte Skulptur, als Träger von künstlich wirkenden Horizontlinien

Nancy Spero, Malcolm Morley, Boyd Webb und Wolf Vostell bilden symbolische Variationsketten zur Verbindung von Flugmaschinen und Krieg. ...

Eine merkwürdige Liaison gehen Natur und Flugzeug in den absurden Arbeiten von Johannes Brus, Vera Sous, Zvika Kantor und Thomas Virnich ein. ...

Ein Raum der Ausstellung versetzt den Betrachter symbolisch in eine Höhe von vielleicht 10000 Metern. Von der Decke herab hängt die Flugzeugskulptur des neuseeländischen Künstlers Peter Robinson. Das riesige Flugzeug weist die Farben der Maori, der Ureinwohner Neuseelands auf. Es erinnert daran, dass die Flugmaschinen der „zivilisierten“ Welt einst von den „Wilden“ als Götter betrachtet und als Weihegegenstände nachgebildet wurden. Unterhalb des Flugzeugs, auf dem Boden des Raums, befindet sich die winzige Stadtlandschaft des japanischen Künstlers „Are You Meaning Company“ (Ayumi Minemura). Der Betrachter befindet sich so hoch in der Luft – der Heimat des Flugzeugs.

Ausstellungsdauer: 16.9.-25.11.03
Öffnungszeiten: Di - Fr: 11-18 Uhr | Sa, So, Feiertage 11-17 Uhr

Kunsthalle Darmstadt | Steubenplatz 1 | 64293 Darmstadt | Tel. 06151.891184


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