Terry Fox. Elemental Gestures

10.03. – 05.06.2017 | Kunstmuseum Bern
Eingabedatum: 13.03.2017

Werkabbildung

Terry Fox, A Metaphor, 1976, Holzhocker, Magazin, Faden, Papier, Tinte © Estate of Terry Fox, Köln, Foto: San Francisco Museum of Modern Artbilder

Katzenschnurren, Fische, Zigarettenrauch, Mehl, Wasser, Hefe und der eigene Körper – was verbindet diese Elemente? Sie sind alle Teil der ungewöhnlichen Zutatenliste für Terry Fox künstlerisches Schaffen. Die umfassende Werkschau «Terry Fox. Elemental Gestures» im Kunstmuseum Bern ermöglicht spannende und intensive Einblicke in das facettenreiche Schaffen dieses besonderen amerikanischen Künstlers ­– mit vielen Verbindungen zu Bern.

Der 1943 in Seattle (USA) geborene Terry Fox war eine wegweisende Künstlerpersönlichkeit der 1960er- und 1970er-Jahre. Er wurde von Zeitgenossen wie Joseph Beuys, Vito Acconci, Dennis Oppenheim oder Bill Viola hoch geschätzt. Das breite Publikum entdeckt ihn aber erst in jüngerer Zeit. Seine frühesten performativen Arbeiten waren Aktionen und Ereignisse, die Alltagsphänomene und das Leben im öffentlichen Raum zum Thema hatten. Oft bestanden seine künstlerischen Handlungen aus einfachen, elementaren Gesten. Fox nannte sie auch Situationen.

Terry Fox arbeitete mit den unterschiedlichsten Materialien. Dazu gehörten insbesondere sein eigener Körper, aber auch lebende oder tote Fische, mit denen er psychische und physische Grenzen auslotete. Eine Art Lebendigkeit wohnt auch anderen Materialien inne: Mehl, Wasser und Hefe verarbeitete er zu gärendem Teig, mit Feuer setzte er physikalische Transformationsprozesse in Gang. Der Rauch von Zigaretten diente Fox für ritualhafte Akte. All diese Materialien und Handlungen entzogen sich einerseits der Kontrolle des Künstlers, andererseits waren sie vergänglich. Die vergehende Zeit spielte immer eine wichtige Rolle in seinem Werk. Das gilt insbesondere auch für seine Klangarbeiten und Soundinstallationen. Hier griff Fox auf unorthodoxe Instrumente zuück: das Schnurren von Katzen, ganze Räume durchspannende Klaviersaiten oder das Tropfen von Wasser des schmelzenden Sidelengletschers.
...

Kunstmuseum Bern
Hodlerstrasse 8-12
CH-3000 Bern 7
T +41 31 328 09 44
F +41 31 328 09 55
kunstmuseumbern.ch

Presse






Daten zu Terry Fox:

- Art Basel 2013
- art cologne 2015
- daad Stipendiat
- documenta 8, 1987
- Japan und der Westen. Die erfüllte Leere - Kunstmuseum Wolfsburg, 2008
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía, Collection
- ZKM Sammlung, Karlsruhe

Weiteres zum Thema: Terry Fox



50 Jahre / Years documenta 1955-2005 - Kunsthalle Fridericianum Kassel (1.9.-20.11.05)


" Die Geschichte der documenta von ihren Anfängen als Begleitausstellung zur Bundesgartenschau (1955) bis hin zur documenta 11 (2002) ist voller Widersprüche und Brüche, in der sich unterschiedliche künstlerische und kuratorische Leidenschaften, Philosophien und Theorien ebenso spiegeln wie politische und gesellschaftliche Zeitströmungen. 50 Jahre documenta sind 50 Jahre Kunst- und Zeitgeschichte, die nicht linear zu fassen sind.

Die Ausstellung 50 Jahre / Years documenta 1955 - 2005 konzentriert sich auf die Brüchigkeit dieser Geschichte, betrachtet aus heutiger Perspektive. Indem das Archivmaterial und die Kunst im Wesentlichen unkommentiert bleiben, eröffnen sich Besucherinnen und Besuchern vielseitige Möglichkeiten subjektiver Vergleiche, Erinnerungen und atmosphärischer Einblicke.

Um möglichst viele Sichtweisen zu präsentieren, ist die Ausstellung in fünf Kapitel untergliedert: ein archivarisches, ein kunsthistorisches, ein ortspezifisches, ein filmisches und ein wissenschaftliches. Diese einzelnen Kapitel durchkreuzen und ergänzen sich gegenseitig.

archive in motion
Um dem singulären Charakter einer jeden documenta gerecht zu werden, wird das vielfältige dokumentarische Material in elf separaten Kammern präsentiert. Diese Form der Darstellung ermöglicht einen direkten Zugang zu den Archivalien und macht sie lesbar. Begleitet wird diese Zusammenstellung von Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die in Auseinandersetzung mit jeweils einer documenta auf das Archiv reagieren. Ihre Arbeiten schlagen eine erweiterte Sicht der Dinge vor und demonstrieren - neben dem dokumentarischen – einen kreativen Umgang mit dem Archiv.

Künstlerinnen und Künstler
William Engelen | Friederike Feldmann | Sabine Groß | Katrin von Maltzahn | Katharina Meldner | Jonathan Monk | Alexander Roob | Tilo Schulz | Andreas Seltzer / Heike Vogler | Heidi Specker | Kai Vöckler

Diskrete Energien
Dieser Teil der Ausstellung bringt bekannte und weniger bekannte Arbeiten der vergangenen elf documenta-Ausstellungen zurück nach Kassel. Ziel ist es allerdings nicht, den mittlerweile etablierten Kanon der Moderne nach 1945 zu rekapitulieren. Die ausgewählten Werke verhalten sich gegenläufig zur Kunstgeschichtsschreibung, weil sie sich dem Museum entziehen, zu poetisch oder anarchisch sind. Es sind Werke, die einerseits auf Kontemplation, andererseits auf einen unbedingten Realismus setzen; die aus minimalen Gesten, akribischer Mimesis oder atmosphärischer Setzung bestehen. Sie sind diskret, weil sie sich nicht aufdrängen.

documenta-Arbeiten von:
Eija-Liisa Ahtila | Giovanni Anselmo | Ida Applebroog | Art & Language | Jo Baer | Thomas Bayrle | Samuel Beckett | Joseph Beuys | Zarina Bhimji | Guillaume Bijl | Julius Bissier | Bernhard Blume | Christian Boltanski | George Brecht | Marcel Broodthaers | John Cage | Luis Camnitzer | Robert Capa | Lawrence Carroll | Christo | Lygia Clark | William Copley | Marcel Duchamp | Ed Emshwiller | Walker Evans | Jean Fautrier | Robert Filliou | Fischli & Weiss | Lucio Fontana | Terry Fox | Malcolm Goldstein | Rodney Graham | Johan Grimonprez | Ulrike Grossarth | Hans Haacke | Richard Hamilton | Peter Handke | Karl Hartung | Werner Heldt | Pierre Henry | Ernst Hermanns | David Hockney | Mauricio Kagel | R.B. Kitaj | Pierre Klossowski | Alison Knowls | Ferdinand Kriwet | Wilhelm Lehmbruck | George Maciunas | Piero Manzoni | Agnes Martin | Gordon Matta-Clark | Henri Michaux | Paula Modersohn-Becker | Malcolm Morley | Bruce Nauman | Claes Oldenburg | Nam June Paik | Pier Paolo Pasolini | Markus Raetz | Gerhard Richter | Dieter Roth | Ed Ruscha | Reiner Ruthenbeck | Rob Scholte | Jan Schoonhoven | Seth Siegelaub | Robert Smithson | Nancy Spero | Mark Tansey | Paul Thek | André Thomkins | Mark Tobey | Heinz Trökes | Hans Uhlmann | Ed van der Elsken | Maria Helena Vieira da Silva | Weegee | William Wegman | Fritz Winter | Krzysztof Wodiczko | Adolf Wölfli | Wols

Vor Ort
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums weist die Ausstellung ausdrücklich auf die einmaligen documenta-Arbeiten im Stadtraum von Kassel hin. Eine Broschüre mit Stadtplan (Preis: 2 Euro) stellt alle gesicherten Kunstwerke im öffentlichen Raum in ihrem historischen und städtischen Kontext vor und ruft sie wieder in das allgemeine Bewusstsein.

Kino
Bisher war nur in Ansätzen bekannt, dass Arnold Bode zur ersten documenta (1955) auch ein Filmprogramm organisierte, das seiner Intention einer Neubewertung der Künste nach dem Faschismus entsprach. Er zeigte dort neben den ehemals „entarteten“ Klassikern der Filmkunst auch Kurzfilme über Künstler und Schriftsteller, amerikanische und französische Zeichentrickfilme sowie Experimentalfilme. Dieses Programm wird anlässlich der Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filminstitut Frankfurt/Main, dem Institut für Medienforschung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, dem Filmladen Kassel e. V. und den BALi Kinos im KulturBahnhof rekonstruiert und wissenschaftlich bearbeitet. Es wird während der Ausstellungsdauer in Kassel gezeigt. Das ausführliche Filmprogramm können Sie sich hier als pdf-Dokument ansehen.

Filme: Berlin– Sinfonie einer Großstadt von Walter Ruttmann, M- eine Stadt sucht einen Mörder von Fritz Lang, Un Chien Andalou von Luis Buñuel, Von Renoir bis Picasso von Paul Haesaerts, Willi Baumeister malt und Neue Kunst – neues Sehen von Ottmar Domnick sowie Jazz in Farben, Hen Hop und Blinkity Blank von Norman McLaren u. a.

Aufführung des Films La Passion de Jeanne d'Arc (1928) von Carl Theodor Dreyer am 30. September 2005 im Staatstheater Kassel mit Orchesterbegleitung.

Tagung
Die Tagung documenta zwischen Inszenierung und Kritik soll nicht nur den Stand der documenta-Forschung zusammenfassen, sondern neue Perspektiven, Fragestellungen und Reflexionen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunstausstellung entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die drei Bereiche Inszenierung, Internationalität und Kritikgeschichte der documenta. Die Tagung wendet sich nicht ausschließlich an das Fachpublikum, sondern möchte auch einen weiten Kreis von Interessierten ansprechen. Alle Vorträge werden 2006 in einem Tagungsband veröffentlicht.

documenta zwischen Inszenierung und Kritik
27. Oktober – 30. Oktober 2005
Evangelische Akademie Hofgeismar

Mit Beiträgen von Roger M. Buergel, Harald Kimpel, Geert Lovink, Sarat Maharadj, Roland Nachtigäller, Ursula Panhans-Bühler, Rudolf Schmitz, Noemi Smolek u. a.

Publikation
Begleitend zur Ausstellung erscheint im Steidl Verlag eine zweibändige Publikation mit Beiträgen von Elke Bippus, Roger M. Buergel, Dieter Daniels, Martin Engler, Michael Glasmeier, Philipp Gutbrod, Barbara Heinrich, Stefanie Herbst, Justin Hoffmann, Lutz Jahre, Harald Kimpel, Heike Klippel, Christoph Lange, Wolfgang Lenk, Annelie Lütgens, Gabriele Mackert, Roland Nachtigäller, Agnes Prus, Friedhelm Scharf, Gisela Schirmer, Bettina Steinbrügge, Karin Stengel, Annette Tietenberg, Ulrich Wegenast." (Presse / Kunsthalle Fridericianum Kassel)

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch und Freitag 11 bis 20 Uhr, Montag geschlossen

Kunsthalle Fridericianum
Friedrichsplatz 18
D-34117 Kassel


Der amerikanische Künstler Terry Fox ist tot


Am 14. Oktober verstarb der amerikanische Aktionskünstler, Maler und Bildhauer Terry Fox im Alter von 65 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Köln. Bekannt wurde er mit Performances und Installationen, die gleichermaßen Transformationsprozesse von Materialien zum Ausgangspunkt nahmen, wie auch den eigenen Körper als elementare Grundlage der Wahrnehmung und als Medium von psychischen und physischen Grenzerfahrungen nutzte.
Besonders seine Performances und Installationen nutzte er zur Erforschung von Stoffen, Materialien und Klängen. Seit den 1980er Jahren verarbeitete Terry Fox zudem Zeichensysteme und Codes in seinem Werk.
Terry Fox zählte zu den Künstlern, die in d 1960er und 1970er Jahren in radikaler Abkehr von traditionellen Kunstformen neue künstlerische Ausdrucksmittel fanden.

Demnächst werden Arbeiten von Fox in der in der Ausstellung "Looking for Mushrooms. Beat Poets, Hippies, Funk, Minimal Art - San Francisco 1955-1968" zu sehen sein, die am 7. November im Museum Ludwig eröffnet wird.


Auf der Karte finden Sie folgende Standorte:




    Anzeige
    Atelier


    Anzeige
    berlin


    Anzeige
    Ausstellung


    Anzeige
    Burg Halle


    Anzeige
    Atelier




    Arnulf Rainer - Neue Arbeiten auf Papier

    Arnulf Rainer zählt zu den einflussreichsten, zugleich innovativsten und provozierendsten Künstlern Österreichs. Seine Kunst ist ebenso komplex wie widersprüchlich. weiter


    Biotopia

    Heute, im Zeitalter des Anthropozän, ist der Mensch zum bestimmenden Faktor der Evolution geworden. weiter

    New Narratives: ÖKONOMIEN ANDERS DENKEN

    Auf der Basis eines breiten Netzwerks aus lokalen Kulturinstitutionen ist in Stuttgart die Etablierung eines neuen, jährlich stattfindenden „Gipfeltreffens“ geplant . weiter


    Howard Kanovitz – VISIBLE DIFFERENCE

    1972 lud der schon zuvor berühmte Kurator Harald Szeemann Kanovitz gemeinsam mit den Amerikanern Chuck Close und Richard Estes sowie dem Briten Malcolm Morley, dem Schweizer Franz Gertsch und den Deutschen Gerhard Richter und Sigmar Polke als Vertreter der auf Fotografie gründenden Malerei zur documenta 5 nach Kassel ein weiter

    documenta 14: Von Athen lernen

    Ein Überblick ... weiter



    Alexandra Bircken - STRETCH

    »STRETCH« ist eine umfassende Werkschau der Künstlerin Alexandra Bircken, die sowohl frühe als auch neue ortsspezifische Arbeiten zeigt. weiter

    Max Bodenstedt: »Max hat´s«

    Es sind Geschichten über das Bauen in der Stadt, die Kraft der Brache und zur Poesie der liebevollen Aufmerksamkeit. Mit „Max hat’s“ werden die Vorstellungen von einer Welt, die man im Griff hat, ebenso in Frage gestellt wie der kleine, überschaubare Kosmos im Kiosk. weiter


    Klaus Rinke, DERZEIT - Über Zeit und keine Zeit mehr zu haben

    Klaus Rinke zählt zu den Vorreitern der Prozesskunst, die Zeit und Raum als "Primärdemonstration" für den Betrachter erfahrbar macht. weiter


    Julian Schnabel - Palimpsest

    Julian Schnabel gilt als ein Multitalent und Shootingstar der Kunstszene. 1981 war er der jüngste Künstler, der seine Kunst neben ... weiter


    Erwin Wurm

    Wurms Werke sind generell hintersinnig und hinterlistig – Bekanntes aufgreifend weisen sie uns auf die Fremdartigkeit des Vertrauten hin. weiter


    GABRIELE KROMER: EXPRESSIVE INNENSICHTEN

    EXPRESSIVE INNENSICHTEN transportieren die ‚Kopffilme’ in die Außenwelt. Aber sie verharren nicht in der Expression des inneren Aufruhrs, sondern stellen den Bezug her zu den Faktoren aus Gesellschaft und persönlicher Biographie, die jene ‚Kopfflilme’ getriggert haben.(Anzeige) weiter

    Bianca Baldi Eyes in the Back of Your Head

    weiter


    NO SECRETS!

    Überall online und digital vernetzt, beklagen wir den Verlust unserer Privatsphäre. Schuld daran sind paradoxerweise wir selbst, die mit ... weiter


    Skulpturen aus Papier. Von Kurt Schwitters bis Karla Black

    Die Städtischen Museen Heilbronn haben sich mit Übersichtsausstellungen zur Entwicklung der Skulptur und Plastik im 20. Jahrhundert einen Namen gemacht weiter

    Anne-Mie Van Kerckhoven - What Would I Do in Orbit?

    Mit der Einzelausstellung »What Would I Do In Orbit?« der belgischen Künstlerin Anne-Mie Van Kerckhoven präsentiert der Kunstverein Hannover erneut eine Ausstellung, die sich mit digitalen Fragestellungen auseinandersetzt. weiter