siren eun young jung. resistant theatre
18.04. - 02.08.2026 | Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
Eingabedatum: 14.04.2026

Mit resistant theatre zeigt der Württembergische Kunstverein eine umfassende Einzelausstellung der südkoreanischen Künstlerin siren eun young jung (unter anderem Venedig-Biennale, 2019, koreanischer Pavillon).
Im Zentrum der Ausstellung steht der jüngste und abschließende Teil von jungs theatre-Trilogie, dessen drei neue Videoinstallationen erstmals außerhalb Südkoreas zu sehen sind.
Die Trilogie, die der Kunstverein in ihrer Gesamtheit zeigt, basiert auf einer langjährigen Beschäftigung der Künstlerin mit Yeoseong Gukgeuk – einem in den 1950er-Jahren in Südkorea populären Musiktheatergenre, bei dem alle Rollen, auch männliche Figuren, von Frauen gespielt werden. In ihren Performances, Videos und Archivinstallationen entwickelt jung trans* und queer-feministische Diskurs- und Handlungsräume jenseits westlicher Narrative.
Der erste Teil der Trilogie, trans theatre, widmet sich der ersten Generation von Darstellerinnen männlicher Rollen im Yeoseong Gukgeuk und unterzieht die dazu vorhandenen Archive einer queeren Lesart. deferral theatre, der zweite Teil, entstand in enger Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstler*innen aus der LGBTQIA+-Gemeinschaft und untersucht Fragen von Performativität und Repräsentation.
resistant theatre rückt nun die gegenwärtige politische Handlungsmacht marginalisierter Personen sowie queere und trans* Modelle von Bürger*innenschaft in den Vordergrund. Es fragt danach, wie sich queere und trans* Politiken dauerhaft in staatliche Prozesse und alltägliche Lebenspraktiken einschreiben lassen – Praktiken, die eine noch nicht verwirklichte Zukunft imaginieren.
Hintergrund dieses dritten Teils, der drei neue Videoinstallationen umfasst, sind die massiven Proteste 2024 und 2025 in Südkorea. Diese richteten sich gegen Präsident Yoon Suk-yeol, der am 3. Dezember 2024 für weniger als 24 Stunden das Kriegsrecht ausgerufen hatte. LGBTQIA+-Gruppen waren an den Protesten sichtbar und maßgeblich beteiligt. Yoon wurde schließlich des Amtes enthoben und wegen Aufruhr und Machtmissbrauchs zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ein zentrales Motiv von resistant theatre ist die körperliche Präsenz und Bewegung widerständiger queerer Körper im öffentlichen Raum. jung untersucht dabei die elementaren Formen und Grammatiken von Demonstrationen: Singen und Rufen, Flaggen und Streikposten, Kundgebungen und Märsche. Bei den neu entstandenen Arbeiten handelt es sich um raumgreifende, bild- und klangintensive Videoinstallationen, die Stadt, Körper und Widerstand in Beziehung zueinander setzen.
Die Ausstellung zeigt alle drei Teile der theatre–Trilogie. resistant theatre steht dabei auch räumlich im Zentrum – und ist zugleich aus diesem herausgerückt. Die drei
Videoarbeiten, die formal an die Silhouette einer Metropole erinnern, sind um die bewusst freigelassene Mitte gruppiert, die so den Eindruck einer offenen Piazza vermittelt. trans und deferral theatre bilden den äußeren Rahmen der Gesamtinstallation: zum einen auf zahlreichen im Raum verteilten Videomonitoren und zum anderen in Form zweier Archivinstallationen.
Ein weiteres zentrales Element der Ausstellung ist eine Plattform – inklusive herausfahrbarer Hebebühne –, die als Bühne für diverse Performances dient und zugleich als offenes Forum für multiple Stimmen genutzt werden kann. Sie ist einer von mehreren Orten innerhalb und außerhalb des Kunstvereins, an denen das dichte Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung stattfindet. Dieses wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin, den Ausstellungs- und Programmkurator*innen entwickelt und verbindet die internationalen Kontexte der theatre-Trilogie mit lokalen Fragestellungen und Aktivitäten.
Im Zentrum der Ausstellung steht der jüngste und abschließende Teil von jungs theatre-Trilogie, dessen drei neue Videoinstallationen erstmals außerhalb Südkoreas zu sehen sind.
Die Trilogie, die der Kunstverein in ihrer Gesamtheit zeigt, basiert auf einer langjährigen Beschäftigung der Künstlerin mit Yeoseong Gukgeuk – einem in den 1950er-Jahren in Südkorea populären Musiktheatergenre, bei dem alle Rollen, auch männliche Figuren, von Frauen gespielt werden. In ihren Performances, Videos und Archivinstallationen entwickelt jung trans* und queer-feministische Diskurs- und Handlungsräume jenseits westlicher Narrative.
Der erste Teil der Trilogie, trans theatre, widmet sich der ersten Generation von Darstellerinnen männlicher Rollen im Yeoseong Gukgeuk und unterzieht die dazu vorhandenen Archive einer queeren Lesart. deferral theatre, der zweite Teil, entstand in enger Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstler*innen aus der LGBTQIA+-Gemeinschaft und untersucht Fragen von Performativität und Repräsentation.
resistant theatre rückt nun die gegenwärtige politische Handlungsmacht marginalisierter Personen sowie queere und trans* Modelle von Bürger*innenschaft in den Vordergrund. Es fragt danach, wie sich queere und trans* Politiken dauerhaft in staatliche Prozesse und alltägliche Lebenspraktiken einschreiben lassen – Praktiken, die eine noch nicht verwirklichte Zukunft imaginieren.
Hintergrund dieses dritten Teils, der drei neue Videoinstallationen umfasst, sind die massiven Proteste 2024 und 2025 in Südkorea. Diese richteten sich gegen Präsident Yoon Suk-yeol, der am 3. Dezember 2024 für weniger als 24 Stunden das Kriegsrecht ausgerufen hatte. LGBTQIA+-Gruppen waren an den Protesten sichtbar und maßgeblich beteiligt. Yoon wurde schließlich des Amtes enthoben und wegen Aufruhr und Machtmissbrauchs zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ein zentrales Motiv von resistant theatre ist die körperliche Präsenz und Bewegung widerständiger queerer Körper im öffentlichen Raum. jung untersucht dabei die elementaren Formen und Grammatiken von Demonstrationen: Singen und Rufen, Flaggen und Streikposten, Kundgebungen und Märsche. Bei den neu entstandenen Arbeiten handelt es sich um raumgreifende, bild- und klangintensive Videoinstallationen, die Stadt, Körper und Widerstand in Beziehung zueinander setzen.
Die Ausstellung zeigt alle drei Teile der theatre–Trilogie. resistant theatre steht dabei auch räumlich im Zentrum – und ist zugleich aus diesem herausgerückt. Die drei
Videoarbeiten, die formal an die Silhouette einer Metropole erinnern, sind um die bewusst freigelassene Mitte gruppiert, die so den Eindruck einer offenen Piazza vermittelt. trans und deferral theatre bilden den äußeren Rahmen der Gesamtinstallation: zum einen auf zahlreichen im Raum verteilten Videomonitoren und zum anderen in Form zweier Archivinstallationen.
Ein weiteres zentrales Element der Ausstellung ist eine Plattform – inklusive herausfahrbarer Hebebühne –, die als Bühne für diverse Performances dient und zugleich als offenes Forum für multiple Stimmen genutzt werden kann. Sie ist einer von mehreren Orten innerhalb und außerhalb des Kunstvereins, an denen das dichte Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung stattfindet. Dieses wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin, den Ausstellungs- und Programmkurator*innen entwickelt und verbindet die internationalen Kontexte der theatre-Trilogie mit lokalen Fragestellungen und Aktivitäten.
18.04. - 02.08.2026
Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart
Presse
Kontext
Einordnung:siren eun young jungs Werk verortet sich an der Schnittstelle von Postkolonialismus, queer-feministischer Theorie und politischem Aktivismus. Indem die Künstlerin das traditionelle südkoreanische Yeoseong Gukgeuk-Theater als Ausgangspunkt wählt, dekonstruiert sie historische Geschlechterperformances und etabliert einen widerständigen, nicht-westlichen Gegenkanon. Mit ihren multimedialen Raumanordnungen aus immersiven Videoinstallationen, Performances und Archiven schreibt sich jung in den zeitgenössischen „Archival Turn“ sowie in die Tradition der Relationalen Ästhetik ein. Die architektonische Szenografie der Ausstellung, die den musealen Raum als urbane Piazza und diskursives Forum umcodiert, bricht die Grenzen der klassischen Kunstinstitution auf. Vor dem konkreten Hintergrund der südkoreanischen Staatskrise 2024/25 verdichtet sich jungs Praxis zu einer raumgreifenden Protestkunst, welche die Choreografie des Widerstands und die politische Handlungsmacht marginalisierter Körper ästhetisch manifestiert.







