Sonja Yakovleva. Schönheit rettet die Welt
29.05. - 02.08.2026 | Oldenburger Kunstverein
Eingabedatum: 01.06.2026

Sonja Yakovleva nutzt das traditionelle – eher biedermeierlich konnotierte – Medium des Scheren- und Papierschnitts für eine tabulose, feministische Perspektive auf die Gegenwart. Ein Spannungsverhältnis zwischen Medium und provokanter Aussage überwindet sie durch die souveräne Beherrschung des Materials mit fast spielerischer Leichtigkeit. Sonja Yakovleva zeigt neben Scherenschnitten in klassischer Technik auch monumentale speziell für die Ausstellung produzierte Cutter-Papierschnitte. Unter dem Motto „Schönheit rettet die Welt“ sind ihre Arbeiten Stellungnahmen zu den Themen Sexualität, Körperlichkeit und Fitness aus einer pointiert zeitgenössischen Position, die auch auf die Problematik der Selbstoptimierung in der Schönheits- und Fitnessindustrie eingeht.
Sonja Yakovleva, geboren in Potsdam, hat an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und an der Hochschule für Gestaltung in Athen studiert und lebt und arbeitet Frankfurt.
Sonja Yakovleva, geboren in Potsdam, hat an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und an der Hochschule für Gestaltung in Athen studiert und lebt und arbeitet Frankfurt.
29.05. - 02.08.2026
Oldenburger Kunstverein,
Damm 2a, 26135 Oldenburg
Presse
Kontext
Einordnung:Sonja Yakovleva reiht sich in eine zentrale Tradition zeitgenössischer feministischer Kunst ein, indem sie ein historisch weiblich konnotiertes, handwerkliches Medium subversiv umdeutet. Der Scherenschnitt, kunsthistorisch eng mit der bürgerlichen Häuslichkeit und der dekorativen Harmlosigkeit des Biedermeiers verknüpft, wird bei ihr zum Träger radikaler Gesellschaftskritik. Ähnlich wie etwa Kara Walker das Medium politisiert, nutzt Yakovleva die harte Kontrastierung der Schnitttechnik, um aktuelle Diskurse um Sexualität, Körpernormierung und den neoliberalen Zwang zur Selbstoptimierung buchstäblich scharf zu zeichnen. Durch die Skalierung vom traditionellen Kleinformat hin zu monumentalen Cutter-Papierschnitten bricht sie die intime Begrenztheit des Materials auf. Die vermeintlich brave handwerkliche Ästhetik fungiert dabei als visuelles Trojanisches Pferd, um schonungslose Beobachtungen der modernen Schönheits- und Fitnessindustrie kontrastreich in den heutigen Kunstdiskurs zu schleusen.








