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Silke Otto-Knapp. Fliedergarten

01.03. - 10.05.2026 | Heidelberger Kunstverein

Eingabedatum: 26.02.2026

Werkabbildung
Silke Otto-Knapp: Lilac Garden (Large Moon), 2011 Radierung auf Somerset-Satinpapier, Fotos © Mel Duarte, mit freundlicher Genehmigung von Greengrassi, London
Die Ausstellung "Fliedergarten" im Heidelberger Kunstverein präsentiert Werke der 1970 in Osnabrück geborenen und 2022 in Los Angeles verstorbenen Künstlerin Silke Otto-Knapp.

Mit ihren Malereien, Gouachen und Druckgrafiken hat Silke Otto-Knapp das Bühnenhafte gesellschaftlicher Räume – Landschaften, Gärten, Großstädte – wie auch die visuelle Konstruktion moderner und zeitgenössischer Ballett- und Tanzaufführungen erforscht.

Ein Zentrum der Ausstellung bildet die 76-teilige Radierfolge "Lilac Garden (Rehearsal)". Der Titel referenziert Antony Tudors "Jardin aux Lilas" (1936), das als eines der ersten psychologischen Ballette überhaupt gilt. Das Stück thematisiert die affektive Enge sowie die sublimierten Begehren und sozialen Spannungen der bürgerlichen Gesellschaft der damaligen Zeit anhand einer Abendgesellschaft, während der die Protagonisten einer Zweckheirat nochmals versuchen, mit ihren vormaligen Geliebten zusammen zu finden.

Als weiteres Highlight der Ausstellung wird die 128-teilige Radierserie "Three Seascapes" gezeigt. Weitere Arbeiten umfassen u.a. eine Serie von Wasserfarben, die sich mit der visionären Landschaftsauffassung des William-Blake-Schülers Samuel Palmer beschäftigen, eine wandgroße keramische Arbeit mit Bezug auf Rainer Werner Fassbinders "Warnung vor einer heiligen Nutte" oder die stille Werkgruppe "Coastline (Midnight Sun/Full Moon)", die auf der Nutzung von gealtertem Papier aus dem Nachlass von Robert Rauschenberg basiert.

Durch die Aneignung von Kompositionschiffren der Bühne in das Dispositiv des malerischen Bildraums werden Kontexte wie Park, Stadt, Glashaus, Bühne, Ballett und Tanz – letzteren trägt die Auswahl der in der Ausstellung präsentierten Malereien besonders Rechnung – zu Versuchsräumen, innerhalb derer menschliche Begehren als zugleich modellhaft zeitlos wie auch ungreifbar und stets vom Mond als einer Art blassen Scheinwerfer in Szene gesetzt werden.

01.03. - 10.05.2026
Heidelberger Kunstverein,

Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg

https://www.hdkv.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Silke Otto-Knapps Schaffen steht an der Schnittstelle von Malerei, Grafik und performativer Rauminszenierung, wobei sie das „Bühnenhafte“ als zentrales Dispositiv nutzt, um gesellschaftliche Räume zu dekonstruieren. Durch die Aneignung von Choreografien des modernen Ballets (etwa von Antony Tudor) sowie filmischer und literarischer Referenzen überführt sie soziale Spannungsfelder in eine flüchtige, fast geisterhafte Ästhetik. Ihre kunstgeschichtliche Verortung erfolgt dabei über einen tiefgreifenden Dialog mit der Tradition: Von der visionären Landschaftsauffassung Samuel Palmers bis hin zur materiellen Arbeit mit Papier aus dem Nachlass Robert Rauschenbergs verbindet sie historische Bildsprachen mit zeitgenössischer Konzeptkunst. In ihren Radierungen und Gouachen werden Natur und Architektur zu psychologisierten Versuchsräumen, in denen Lichtregie und Kompositionschiffren die Fragilität menschlicher Begehren zwischen Abstraktion und theatraler Figuration verhandeln.
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