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Sehnsucht nach Arkadien. Ursula Edelmann & Max Baur

18.01.2026 - 01.03.2026 | Kunstverein KunstHaus Potsdam

Eingabedatum: 10.01.2026

Werkabbildung
Ursula Edelmann: Sanssouci, Treppendetail an der Bildergalerie © Ursula Edelmann/Thomas Edelmann und VG Bild Kunst, Bonn
Zum 100. Geburtstag der Fotografin Ursula Edelmann zeigt die Ausstellung Sehnsucht nach Arkadien Potsdamer Stadtansichten zweier eng miteinander verbundenen fotografischen Positionen: Arbeiten von Ursula Edelmann (1926–2024) und ihrem Lehrmeister Max Baur (1898–1988). Fast alle gezeigten Fotografien sind in Potsdam entstanden, über einen Zeitraum von sieben Jahrzehnten, von den 1940er- bis in die 2000er- Jahre.

Ursula Edelmann begann ihre fotografische Laufbahn vor 80 Jahren in Potsdam mit einer Lehre bei Max Baur. Ihre frühen Arbeiten stehen am Anfang eines umfangreichen fotografischen Œuvres, das sie seit den 50er Jahren vor allem in Frankfurt am Main fortentwickelte und das durch technische Präzision, eine sachliche Bildsprache und formale Klarheit geprägt ist. Ihre Fotografien sind mehr als dokumentarische Abbilder, sie sind eigenständige Kompositionen, atmosphärisch dicht und gehen trotz ihrer Klarheit erzählerisch auf ihre Sujets ein.

Aufgewachsen in Steinstücken beziehungsweise Babelsberg-Nowawes, war Potsdam für Ursula Edelmann ein lebenslanger Bezugspunkt. Schon früh kam sie über ihren Vater mit der Fotografie in Berührung, erste Aufnahmen entstanden noch vor Beginn der Lehre mit dessen Kamera. Gegen den Rat ihres Vaters entschied sie sich bewusst für die fotografische Ausbildung. Bei Max Baur kam sie in ein kulturellen Umfelds, das diese Zeit prägte: Konzertbesuche, Spaziergänge mit der Kamera, insbesondere im Park Sanssouci, gehörten ebenso dazu wie die intensive Auseinandersetzung mit fotografischer Technik und Bildgestaltung.

Nach ihrer Ausbildung verließ Edelmann Potsdam bewusst, um selbstständig zu werden. Dennoch blieben die Stadt und Region präsent bei Besuchen in Steinstücken, bei Spaziergängen an der Glienicker Brücke und im Glienicker Park, später auch unter den erschwerten Bedingungen der deutschen Teilung. Sie hielt Kontakt zu Schulfreundinnen, verfolgte aufmerksam die Stadtentwicklung und begleitete fotografisch den Wiederaufbau Potsdams. Zudem engagierte sie sich für die Wiederentdeckung des Werks von Max Baur, unter anderem gemeinsam mit Karin Steins vom Fotografie Forum Frankfurt.

Max Baur gilt wie kaum ein anderer als fotografischer Chronist Potsdams. Seine historischen Aufnahmen prägen bis heute das Bildgedächtnis der Stadt: „Potsdam ist ein Paradies für meine Kamera“, schrieb Baur 1934, als er in die Residenzstadt kam. Besonders bekannt sind seine Ansichten der Potsdamer Mitte mit Altem Markt und Schlossanlage sowie von Park und Schloss Sanssouci. Durch den gezielten Einsatz von Licht und Schatten schuf er stimmungsvolle Bilder, die er erfolgreich in Bildbänden, Kalendern, Postkarten und großformatigen Abzügen verbreitete.

Die Ausstellung Sehnsucht nach Arkadien macht nicht nur zwei fotografische Handschriften sichtbar, sondern auch eine enge persönliche und künstlerische Verbindung. Ursula Edelmann blieb Max Baur und seiner Familie lebenslang verbunden, gemeinsame biografische Linien, geteilte Orte und eine ähnliche Auffassung der Stadt Potsdam und ihrer Motive spiegeln sich in den Arbeiten wider. Mit der Ausstellung startet der Kunstverein KunstHaus Potsdam ins neue Ausstellungsjahr und gleichzeitig ins Jubiläumsjahr des hundertsten Geburtstags einer von Potsdam geprägten Fotografin, die bislang, anders als ihr Lehrer Max Baur, kaum in ihrer ursprünglichen Heimat gewürdigt wurde.

Die gemeinsame Schau beider Positionen zeigt ein vielschichtiges Bild Potsdams als historischer Ort, erinnerter Raum und fotografisches Arkadien.

In Kooperation mit: Rudi Feuser, PanGallery, Frankfurt am Main Thomas Edelmann, Hamburg

18.01.2026 - 01.03.2026

Kunstverein KunstHaus Potsdam, Potsdam

Ulanenweg 9, 14469 Potsdam

https://kvkhpotsdam.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Die Arbeiten von Max Baur und Ursula Edelmann stehen in der Tradition der deutschen Sachfotografie, geprägt von formaler Klarheit und technischer Präzision. Besonders Baurs gezielter Einsatz von Licht und Schatten zur Erzeugung stimmungsvoller Ansichten wurzelt noch in der piktorialistischen Bildauffassung der Vorkriegszeit. Edelmann entwickelt diese sachliche Bildsprache in der Nachkriegsmoderne weiter. Das zentrale Thema der „Sehnsucht nach Arkadien“ stellt die fotografische Suche nach einem zeitlosen, klassisch-idealen Bild Potsdams dar. Diese ästhetische Flucht in eine idyllische Landschaft steht im starken Kontrast zu den realen historischen Brüchen des 20. Jahrhunderts, die die Stadt erlebte. Die Werke sind somit mehr als Chronik; sie sind die Konstruktion eines idealisierten Erinnerungsortes.
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