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Sorry About the Delay. Mette Bjørndal & Faun Vium

24.01.2026 - 08.03.2026 | Kunstverein Harburger Bahnhof, Vitrinen Gleis 3 / 4, Hamburg

Eingabedatum: 13.01.2026

Werkabbildung
Faun Vium, Study of Eclosion 2, 2025, Aquarel auf Papier
Sorry about the delay.

I am on the wrong side of the deadline,

and the thin thread is growing slippery

in my sweaty palms

as I try to rewind time.

The line is brought to life

by a force majeure

and cuts into the tender tips, the flesh of my fingers.

The open wound and the thick bandages loosen my grip.

I am no longer able

to carry the embarrassment

of running one second

behind the clock hand.



(Mette Bjørndal)

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DE
In ihrer ersten künstlerischen Zusammenarbeit untersuchen Mette Bjørndal und Faun Vium die Zeit und wie es ist, nicht im Takt mit ihr zu sein. Sie zeigen Seiten des künstlerischen Prozesses, die normalerweise verborgen bleiben: Das Imposter-Syndrom, Bewerbungsdeadlines und die Pickel vor einem Date. Indem sie ihre körperlichen und künstlerischen Erschöpfungszustände eingestehen, benennen sie diese als aktiven Bestandteil der Arbeit. Alle Werke wurden ortsspezifisch für die Vitrinen auf den Bahnsteigen des Harburger Bahnhofs entwickelt – einem Ort, an dem Pünktlichkeit und Verspätung koexistieren und sich im Moment des Wartens begegnen.

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EN
In their first collaboration, Mette Bjørndal and Faun Vium investigate time and how not to be on it. They showcase parts of the artistic process that are normally hidden. Imposter syndrome, application anxiety, and the pimples before a date. Admitting to their bodily and artistic burnouts, they are naming them as an active part of the work. All works are made site-specific for the showcases at the platforms of Harburger Bahnhof – a place where being on time and being delayed coexist and meet in the moment of waiting

24.01.2026 - 08.03.2026

Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg

Hannoversche Straße 85, 21079 Hamburg

https://kvhbf.de/#/

Presse

Kontext

Einordnung:
Die Zusammenarbeit von Mette Bjørndal und Faun Vium lässt sich in die zeitgenössische Ästhetik der Vulnerabilität einordnen, die das Scheitern und die psychophysische Erschöpfung als produktive künstlerische Strategien begreift. Durch die explizite Thematisierung von Burnout und dem „Imposter-Syndrom“ dekonstruieren sie den Geniekult und rücken stattdessen die prekären Bedingungen künstlerischer Produktion in den Fokus. Die ortsspezifische Platzierung in den Vitrinen des Harburger Bahnhofs nutzt den Transitraum als Bühne für Marc Augés „Nicht-Orte“, an denen Pünktlichkeit und Verspätung als Metaphern für gesellschaftlichen Leistungsdruck fungieren. Diese Verbindung von intimer Selbsterforschung und öffentlicher Intervention führt die Tradition der Institutionskritik fort, indem sie die unsichtbaren, schmerzhaften Prozesse hinter dem fertigen Werk radikal offenlegt und die Grenze zwischen privatem Leiden und künstlerischem Ausdruck auflöst.
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