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Kaya & Blank. Infrascapes

13.02. - 10.05.2026 | basis e.V., Frankfurt am Main

Eingabedatum: 09.02.2026

Werkabbildung
Kaya & Blank, Crude Aesthetics, Filmstill, © Kaya & Blank
basis e. V. präsentiert die erste umfassende Einzelausstellung des Duos Kaya & Blank. In ihren Fotografien, Videos und Installationen legen die in Los Angeles arbeitenden Künstler:innen die Infrastrukturen kapitalistischer Produktion und Lebensweise offen.

Pumpen, Pipelines und Raffinerien für Treibstoffe, Häfen, Containerschiffe und Highways für den Warenverkehr, endlose Monokulturen für Biosprit und Lebensmittel, Datenzentren und Funkmasten für digitale Kommunikation: Unsere Gesellschaften werden angetrieben von pausenlos arbeitenden Systemen. Systemen, die unsere Welt umspannen, gestalten und verbrauchen.

Die nächtlichen Fotografien und Videos von Işık Kaya und Thomas Georg Blank nehmen diese kritischen Architekturen neoliberaler Industrie in den Fokus. Dabei finden sie eine Bildsprache, die erzählerische Distanz erlaubt. In unheimlicher Gleichzeitigkeit zeigen sie Prozesse, die unsere industrielle Welt am Laufen halten und zerstören.

In intensiver Auseinandersetzung mit den Ressourcen, deren Ausbeutung ihre Werke aufzeigen, entwickeln Kaya & Blank eigene fotografische Verfahren und belichten ihre Motive teils auf Bitumen, Meersalzen und lebenden Algenkulturen. So wird die historische Rolle der Fotografie, als Instrument menschlicher Naturbeherrschung, neu verhandelt.
Die Ausstellung bei basis e. V. umfasst fünf Werkserien, eine sechste Werkreihe, „Second Nature“ wird im April 2026 in Kooperation mit der Sezession Darmstadt auf dem Gelände des Künstler:innenhauses Ziegelhütte zu sehen sein und von einem Künstler:innengespräch in der Kunsthalle Darmstadt ergänzt.

13.02. - 10.05.2026
basis e.V.

Gutleutstraße 8-12, 60329 Frankfurt am Main

https://www.basis-frankfurt.de/

Presse

Kontext

Einordnung:
Işık Kaya und Thomas Georg Blank verorten ihr Werk an der Schnittstelle von Konzeptkunst und zeitgenössischer Industriefotografie, indem sie die unsichtbaren Infrastrukturen des „Kapitalozäns“ offenlegen. Ihre nächtlichen Aufnahmen nutzen eine Ästhetik des Unheimlichen, um die Ambivalenz zwischen technischer Systematik und ökologischer Destruktion distanziert zu visualisieren. Besonders innovativ ist dabei die materielle Rückkopplung: Durch experimentelle Belichtungen auf Bitumen oder lebenden Algen bricht das Duo mit der Tradition der Fotografie als reinem Abbildungsmedium. Stattdessen wird die Materialität selbst zum Bedeutungsträger, wodurch die historische Rolle der Kamera als Instrument menschlicher Naturbeherrschung radikal dekonstruiert und in einen aktuellen, ökologisch-kritischen Diskurs überführt wird.
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