Logo art-in.de

Stefanie Hollerbach. At Two Points

29.11.2025 - 11.01.2026 | Galerie Junge Kunst, Trier

Eingabedatum: 29.11.2025

Logo art-in.de
In ihren Arbeiten beschäftigt sich Stefanie Hollerbach mit Objekten und ihrer Plastizität, wobei sie die gemalte Illusion zugleich dekonstruiert. In ihren Skulpturen taucht immer wieder das Motiv der Linie auf. Durch die zeichnerische Anmutung wird der Raum zur Bildfläche. Ihre künstlerische Praxis weist eine bewusste Interpretationsfreiheit auf, die eher mit subtilen Andeutungen als mit eindeutigen Aussagen spielt.
Zwei Punkte können eine Linie definieren, Abstand oder Differenz markieren oder den Anfang und das Ende einer Bewegung kennzeichnen. Dabei liegt das Entscheidende nicht in den Punkten selbst, sondern in dem Dazwischen. Die meisten Objekte berühren an irgendeinem Punkt etwas anderes - sie stützen, lehnen, hängen oder spannen sich auf. Gerade diese Verbindung und das physische Halten können ein Gleichgewicht schaffen, das dennoch fragil ist: Schon kleine Veränderungen können Kippmomente, Verschiebungen oder Spannungen erzeugen. Genau in diesem Möglichkeitsraum bewegen sich die Arbeiten von Stefanie Hollerbach. Zwischen Materialien, Funktionen, Zuständen oder Assoziationsmöglichkeiten. Die Abweichung von der Logik und die Undefinierbarkeit der Situation sind dabei stets präsent. Ähnlich wie der Doppelpunkt als Zeichen im Satz: Eine Öffnung, die etwas folgen lässt, das nicht abgeschlossen ist. Im Kunstverein Trier werden Arbeiten in unterschiedlichen Medien gezeigt, die ebendiesen Spannungsbogen aufmachen.
Stefanie Hollerbach (*2000, aufgewachsen in Steingaden) lebt und arbeitet in Dresden. Von 2016 bis 2019 absolvierte sie eine Ausbildung zur Holzbildhauerin in Oberammergau. Seit 2019 studiert sie Bildende Kunst an der HfBK Dresden bei Monika Brandmeier, Alicja Kwade und Mandla Reuter und im Jahr 2023 studierte sie in Prag an der UMPRUM Akademie für Kunst, Architektur und Design.

29.11.2025 - 11.01.2026

Galerie Junge Kunst, Trier

Karl-Marx-Straße 90, 54290 Trier

https://www.gbk-trier.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Stefanie Hollerbachs Werk lässt sich in der Nachfolge der konzeptuellen Bildhauerei und des Post-Minimalismus verorten. Ihr Fokus auf die Linie als raumgreifendes, zeichnerisches Element knüpft an Traditionen des „Zeichnens im Raum“ an, während die Untersuchung von Materialität, fragilen Gleichgewichten und physischer Spannung an Positionen wie Eva Hesse oder Richard Serra erinnert. Die Verbindung ihrer handwerklichen Ausbildung zur Holzbildhauerin mit den konzeptuellen Einflüssen ihrer Professorinnen (u.a. Alicja Kwade) führt zu einer Praxis, die klassische Gattungsgrenzen bewusst auflöst. Ihre Arbeiten dekonstruieren die skulpturale Form zugunsten von prozesshaften Zuständen und Wahrnehmungsfragen, womit sie sich fest in aktuellen Diskursen über die Beziehung von Objekt, Raum und Betrachter positioniert.
Supported by AI

Kataloge/Medien zum Thema: Stefanie Hollerbach