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Merce Cunningham Dance Company. Fotografien einer Tanzbewegung

Ein Panorama der tänzerischen Produktion


Eingabedatum: 30.07.2012

bilder

James Klosty, Merce Cunningham in: How to pass, kick, fall and run, 1970 © James Klosty

Parallel zur großen John Cage-Ausstellung im MdM MÖNCHSBERG zeigt das MdM SALZBURG im MdM RUPERTINUM die erste Foto-Ausstellung zu seinem Weggefährten und Lebenspartner Merce Cunningham und dessen Dance Company.
Kaum ein Künstler hat den internationalen Tanz so verändert wie der amerikanische Tänzer und Choreograf Merce Cunningham (1919-2009) mit seiner Dance Company. In enger Verbindung mit bildenden Künstlern, Komponisten, Philosophen und Literaten entwickelte er eine Gesamtsicht auf den Menschen und sein Bewegungsvokabular, das nicht mehr die virtuose Einzelleistung in den Fokus seiner Produktionen stellte, sondern die Dezentralisierung der Bewegung im Raum und die Abstraktion von erzählerischen Inhalten.

Seine Dance Company (gegründet 1953) entwickelte Merce Cunningham aus der Idee heraus, Tänzer zur Verfügung haben zu wollen, die nicht (nur) die klassische Ballettausbildung absolviert haben. Er offerierte seinen Tänzern und Tänzerinnen, besonders in den frühen Produktionen durch sein eigenes Mitwirken als Tänzer, eine neue Welt und ein neues Verständnis von körperlicher Bewegung, jenseits des klischeehaften Tanztheaterrepertoires. Auch das Verhältnis von Musik zu Performance, Bewegung und Interpretation wurde neu definiert: fast ausschließlich zu neuen, zeitgenössischen Musikstücken, oft in Zusammenarbeit mit seinem Freund und Partner John Cage, wurde der Tanz als eine parallel ablaufende und nur punktuell an die begleitende Musik geknüpfte Kunstform gesehen. Daraus entwickelten sich eine Schule und eine Auffassung, die sich in einem immens aktiven Tourneebetrieb wie auch in dem stimmungsvollen Stammhaus der Company, dem Westbeth-Gebäude im Meatpacking District in Lower Manhattan manifestierte.

Die Ausstellung zeigt anhand von rund 100 fotografischen Werken einerseits ein Panorama der tänzerischen Produktion der Merce Cunningham Dance Company in einer Art Bild-Mosaik mit Leihgaben aus dem Deutschen Tanzarchiv der SK-Stiftung in Köln. Andererseits werden drei individuelle fotografische Positionen präsentiert:
James Klosty begleitete als Partner von Merce Cunninghams Tanzprotagonistin Carolyn Brown die Company in den Jahren 1968 bis 1972. Ein ganz individueller Stil prägt das fotografische Arbeiten von James Klosty, der gleichsam eine „Sicht von innen“ wiedergibt: kaum eine Performance wird gezeigt, fast ausschließlich Probensituationen, zufällige Positionen, Arbeitsatmosphären und immer wieder zahlreiche stimmungsvolle Porträts, Einzelfotos von Merce, seine Silhouette auf der Bühne, Merce als nachdenklicher Beobachter, Merce bei der Arbeit in Westbeth und auf Tournee. Klosty arbeitet fast ausschließlich in einer prononcierten schwarz-weiß-Technik, die ihm alle Möglichkeiten, explizit mit Licht und Schatten zu arbeiten, an die Hand gibt. Er agiert wie ein Magier, der Helles aus dem Dunkel des Bühnenraumes hervorholt oder der tiefste Schwärze im Gegenlicht zu einer unverwechselbaren Kontur zusammenfasst.

Der weltberühmte Tänzer und Choreograf Mikhail Baryshnikov fotografierte 2006/2007 einige der aktuellen Cunningham-Performances. Elf großformatige Prints seiner farbigen Bewegungsaufnahmen sind in der Ausstellung zu sehen. Diese fotografische Position zeigt einen emotionalen Zugang zu den Bewegungen der Tänzer. Baryshnikov ist nicht daran interessiert, Tanzpositionen oder Charakteristika der Choreografie zu schildern, sondern ein situatives Stimmungsbild mit barocker Farbgebung und heftig verwischten Bewegungslinien zu übermitteln. Hier ist es die Sprache des Tänzers, die den aktiven Körpern, den raschen Abläufen mit der Kamera nachspürt.

Anna Finke arbeitete als junge Fotografin in der Kostümabteilung der Company und fotografierte die letzten Produktionen von 2007 bis zum Ende der Company im Jahr 2011. Die 1981 geborene Anna Finke bemüht sich um eine distanzierte Sicht auf das Geschehen rund um die Company. Sie folgt einer eher dokumentarischen Rhetorik, die das Spezifische der physischen Präsenz in der jeweiligen Raum-Situation thematisiert. Ihr brillantes Kolorit moduliert diese Dualität von Körper und Ambiente bei gleichzeitiger asketischer Sparsamkeit der Mittel.

MdM SALZBURG
Museum der Moderne - Rupertinum
Betriebsgesellschaft mbH
Mönchsberg 32
5020 Salzburg • Austria
T +43.662 84 22 20-601
museumdermoderne.at

Medienmitteilung



Merce Cunningham:


- Hartware MedienKunstVerein (HMKV)

- MoMA Collection

- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel


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