Mit ihrer Aktion “LOLita” rückt die FrankfurterHauptschule Goethe in seinem Jubiläumsjahr ins Visier

Fuck you, Goethe!
Eingabedatum: 22.08.2019

bilder

Mit ihrer Aktion “LOLita” rückt die Frankfurter Hauptschule Goethe in seinem Jubiläumsjahr ins Visier von #MeToo.

Ende 2017 wurde mit dem millionenfach verwendeten Hashtag “MeToo” über Nacht sexuelle Gewalt und Belästigung, sowie alltäglicher Sexismus in den Fokus des öffentlichen Interesses genommen. Im Zuge dieser Diskussionen wurde auch Kritik an diversen Kunstwerken sexistischen Inhalts laut, so z. B. an Eugen Gomringers Gedicht “Avenidas”, das nach Protesten von der Fassade der Berliner Alice-Salomon-Schule entfernt wurde.

Doch um einen weit bekannteren Dichter macht die Kritik einen Bogen: Goethes Werk strotzt vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren, die von ihm oft als “naive Dummchen” gestaltet werden. Das 14jährige Gretchen im “Faust” ist nur das prominenteste Beispiel. In seinem (von Franz Schubert vertonten) Gedicht “Heidenröslein” verharmlost Goethe gar eine brutale Vergewaltigung in lieblichem Trällerton.

Zeit seines Lebens suchte Goethe Liebesbeziehungen zu wesentlich jüngeren Frauen. Als 40jähriger verführte er die 23jährige Christiane Vulpius und schwängerte sie. In der Folge hielt er sie von seinem Wohnhaus im Zentrum Weimars fern, da er sich für die nicht standesgemäße Verbindung mit einer Putzfrau schämte. Er schob sie in sein Gartenhaus ab. Noch mit weit über siebzig bedrängte Goethe die 17jährige Ulrike von Levetzow. Immer wieder beutete Goethe Frauen emotional aus, ließ seine Partnerinnen sitzen und verschwand, mitunter ins Ausland. Als Jurist befürwortete er - gegen den Begnadigungswunsch Herzog Carl Augusts - vehement die Hinrichtung einer verwirrten, mittellosen Dienstmagd, die ihr Neugeborenes umbrachte.

Aus Protest gegen den unbedarften und beschönigenden Umgang mit Goethe an deutschen Schulen, Universitäten, Theatern und Museen hat die Frankfurter Hauptschule am 20. August Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm in Weimar geschändet. Die Künstlergruppe hüllte das UNESCO-Weltkulturerbe in 500 Rollen Klopapier - eine gängige Praxis des Protests im Sport.

Eine Sprecherin der Frankfurter Hauptschule: “2019 fallen Goethes 270. Geburtstag und das chinesische Jahr des Schweins zusammen. Zufall? Natürlich gab es schlimmere Finger als Goethe in der Weltgeschichte. Aber Goethe ist nun mal nicht irgendein alter, weißer Mann, sondernderalte, weiße Mann. Er ist der Säulenheilige der deutschen Kultur schlechthin. Über Gomringers Kitsch-Gedicht an einer Hauswand regen sich alle auf – und den Typen kannte vorher wirklich niemand. Goethe und sein 'Heidenröslein' sind heute immer noch unhinterfragter Unterichtsstoff. Kinder müssen das auswendig lernen. Einige von uns waren selber betroffen. Wir fordern, dieses Gedicht aus den Schulen zu verbannen, beziehungsweise wenn darüber gesprochen wird, es als das zu markieren was es ist: humoristische Vergewaltigungslyrik von einem lüsternen Dichtergreis. Wir sagen: Fuck you, Goethe!”

www.youtube.com Bekennervideo

Presse



VALIE EXPORT erhält MO-Kunstpreis 2020: "Dada, Fluxus und die Folgen" Stornierung von Frieze London und Frieze Masters 2020Linnea Semmerling neue Direktorin der Stiftung IMAIYilmaz Dziewior bleibt Direktor des Museum LudwigDas geplante Bundesinstitut für FotografieSpecial: I Ever See, Poster Edition 2020 präsentiert von I Never Read, Art Book Fair Basel 2020Biennale für aktuelle Fotografie 2020 erweitert ihr digitales VermittlungsangebotKünstlerliste Helsinki Biennial 2020Peter Weibel erhält den TREBBIA-Preis 2020STARTS Prize der Europäischen Kommission: Einreichungen ab heute möglichKunstgegenstände als neues Gut zur WertschöpfungDie Hochzeit als Höhepunkt des LebensEva Kraus wird neue Intendantin der Bundeskunsthalle Jochen Lempert. Fotos an BüchernInterpretation der Signatur Marcel Duchamps durch Künstliche IntelligenzRobert-Jacobsen-Preis der Stiftung Würth für die Bildhauerin Eva RothschildGoethe-Institut hat eine neue Präsidentin: Carola LentzChristoph Müller erhält die Maecenas-EhrungPraemium ImperialeDoris Salcedo erhält Possehl-Preis für Internationale KunstArs Electronica Festival 2019 – die HighlightsIserlohner Kunstpreis an Robert SchadHans-Thoma-Preis 2019 an Christa NäherChristina Végh wird neu Direktorin der Kunsthalle BielefeldMit ihrer Aktion “LOLita” rückt die FrankfurterHauptschule Goethe in seinem Jubiläumsjahr ins VisierKathrin Baumstark übernimmt die künstlerische Leitung des Bucerius Kunst ForumsWerner Haypeter erhält August-Macke-MedaillePreisträger ars viva 2020: Karimah Ashadu | Thibaut Henz | Cemile SahinJohan Holten wird neuer Direktor der Kunsthalle Mannheim Daniel Hug neuer Art Director der COLOGNE FINE ART


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image

Chatbot

Was der Bot u.a. jetzt bereits beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


Card image cap

Lena Marie Emrich Mainly Fair Later

11. 07. - 23. 08. 2020 | Kunstverein Göttingen

Card image cap

Ève Chabanon - Chapter 3

11. Juli – 4. Oktober 2020 | Westfälischer Kunstverein, Münster

Card image cap

Eintauchen in den Rheinfall

31. Juli 2020 - | Neuhausen am Rheinfall

Card image cap

Hajra Waheed HUM

11.07. - 06.09.2020 | Portikus, Frankfurt

Card image cap

Jahresschau: summaery2020 remote

Juli 2020 | Bauhaus-Universität Weimar

Card image cap

#serviceklasse @kunstpalast

13.7. - 19.7.2020 | Kunstakademie Düsseldorf