Beyond Walls – Über Grenzen hinaus

16. 03.-25. 04. 2021 | Akademie Schloss Solitude im Kunstmuseum Stuttgart
Eingabedatum: 16.03.2021

Beyond Walls – Über Grenzen hinaus

Rheim Alkadhi, »Disappeared Border Segment (Toward the Inalienable Right of the Dispossessed to Cross from Every Direction)«, Gebrauchte Industrieplane, Fundstücke, 2020bilder

Die Akademie Schloss Solitude freut sich, zur Wiedereröffnung der Museen nach dem Lockdown ab dem 16. März 2021 die Ausstellung »Beyond Walls – Über Grenzen hinaus« im Kunstmuseum Stuttgart zu präsentieren. Darin sind Werke von aktuellen und früheren Stipendiat*innen der Akademie Schloss Solitude versammelt, die sich mit nationalen, kulturellen oder sprachlichen Grenzen beschäftigen – Barrieren, die in unserer Gesellschaft starke Wirkung entfalten.

Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms zum 30-jährigen Bestehen der Akademie Schloss Solitude, die seit ihrer Gründung Stipendien an mehr als 1.500 Künstler*innen und Wissenschaftler*innen vergeben hat. Gleichzeitig nimmt die Ausstellung inhaltlichen Bezug auf das Ausstellungsprojekt »WÄNDE I WALLS«, das der Bedeutung der Raumgrenze Wand in der Gegenwartskunst nachspürt.

Die Internationalität der Akademie widerspiegelnd, setzen sich die Künstler*innen kritisch mit geopolitischen und sozialen Phänomenen an Schauplätzen wie Stuttgart, Berlin, Lima (Peru) oder Lubumbashi (Kongo) auseinander. In unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen, die von Installation über Malerei bis zu Sound reichen, artikulieren die gezeigten Werke Fragen nach der Art und Weise unseres Zusammenlebens. Warum neigen wir dazu, uns voneinander abzugrenzen, anstatt gemeinschaftlich zu denken und zu handeln? Gerade in einer Zeit, in der sich unsere Gesellschaft durch Covid-19 rapide verändert, wendet sich die Ausstellung gegen eine Politik der Spaltung und rückt die Bedeutung von Verantwortung und Fürsorge in den Vordergrund.

Das Hörstück »Die Mauer« (2018) des Künstler*innenduos Butterland (Regina Dürig, *1982, Mannheim, DE & Christian Müller, *1971, Dornach, CH) reißt seine Zuhörer*innen in den wahnhaften Sog einer vermeintlichen Bedrohung von außen, der nur durch den Bau einer Mauer Einhalt geboten werden kann. Den Auswirkungen von Abgrenzung und Differenz spürt Giuliana Kiersz (*1991, Buenos Aires, AR) in ihrem Essay-Film »Jemand fragte, wer wir sind und wir wussten nicht, was wir antworten sollten« (2020) nach, der im deutsch-polnischen Grenzgebiet, bei Anti-Rassismus-Demos in Stuttgart und bei zufälligen Begegnungen der argentinischen Künstlerin mit verschiedenen Menschen in Deutschland entstand. Mit der eigens für die Ausstellung »Beyond Walls – Über Grenzen hinaus« entwickelten Installation »Disappeared Border Segment (Toward the Inalienable Right of the Dispossessed to Cross From Every Direction)« (2020) behandelt Rheim Alkadhi (*1973, Buffalo, USA) auf sinnlich-poetische Art und Weise einen Moment der Auflösung und Verflüchtigung von Grenzen. Diese Themen prägen auch die Arbeit des kongolesischen Fotografen Georges Senga (*1983, Lubumbashi, CD), dessen Werke Habseligkeiten von Verstorbenen in Kongo und Brasilien zeigen und Fragen nach unserem Umgang mit der Erinnerung an die Existenz eines geliebten Menschen aufwerfen.

Zu der Ausstellung erscheint ein 66-seitiges Booklet in der Edition Solitude, dem hauseigenen Verlag der Akademie Schloss Solitude. Darüber hinaus wird die Ausstellung von einem Online-Rahmenprogramm aus Film-Screenings, Vorträgen und Diskussionen begleitet:
Freitag, 16. April 2021, 19 Uhr
Der Dokumentarfilm »Invisible« von Shirin Barghnavard (*1976, Teheran, IR) zeigt Überbleibsel der Berliner Mauer, während Stimmen internationaler Künstler*innen aus dem Off über ihre eigenen Erfahrungen mit Trennung und Ausgrenzung sprechen. Nach einem Online-Screening des Films diskutieren Shirin Barghnavard (Regie), Mohammad Reza Jahanpanah (Kamera) mit Doreen Mende (Harun Farocki Institut, Berlin) über die Arbeit. Der Film wird ebenfalls am Wochenende des 24./25. April 2021 ganztägig in den Räumen der Ausstellung gezeigt.


Freitag, 23. April 2021, 19 Uhr
Seit der Jahrtausendwende entwickelt sich das Wohnungswesen mit rasanter Geschwindigkeit vom Gemeinwohl zu einem Vehikel der Gewinnakkumulation. Im Gespräch mit Anh-Linh Ngo, Chefredakteur der Zeitschrift ARCH+, beschäftigt sich die in der Ausstellung mit einem Werk vertretene Architektin und Künstlerin Ana Filipovic (*1981, Belgrad, RS) unter dem Titel »Beyond Stucco« mit der Frage, welche neuen architektonischen Formen eine solche gewinnorientierte Logik hervorbringt.

Beide Veranstaltungen finden online und in englischer Sprache statt. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings bitten wir um Anmeldung unter register@akademie-solitude.de.
Konzeption »Beyond Walls – Über Grenzen hinaus«: Elke aus dem Moore, Sebastian Schneider, Sarie Nijboer (alle: Akademie Schloss Solitude)
Konzeption des Gesamtprojekts / Ausstellung »WÄNDE I WALLS«: Anne Vieth (Kunstmuseum Stuttgart)


Akademie Schloss Solitude
Kunstmuseum Stuttgart
www.kunstmuseum-stuttgart.de


Presse



Rheim Alkadhi:


- 11. Shanghai Biennale 2016

- ACC Galerie Weimar 2017

- Sharjah Biennial 12 2015


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