M_ARS - Kunst und Krieg


Eingabedatum: 10.02.2003

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Nach zwei Weltkriegen im 20. Jahrhundert haben wir uns in Europa für Jahrzehnte der Illusion eines beständigen Friedens hingegeben. Doch entstehen Krisenherde immer wieder nicht nur weltweit, sondern auch mitten in Europa. Wir haben uns daher der Frage zu stellen, ob das freudsche Diktum noch gilt: »Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg«. Könnte es nicht sein, dass in der Kulturentwicklung selbst Momente enthalten sind, die die Kriegsbereitschaft fördern? Ist es möglich, dass die Kunst nicht nur pazifistische, sondern auch militärische Intentionen hat? Gibt es, nach Paul Virilio, nicht nur eine Kunst des Schreckens, sondern auch einen Schrecken der Kunst? Wie kann in Zeiten des Amoks, des Terrors, des Krieges eine Kunst aussehen, die eine Plattform für humanitäre Agenden gegen Gewalt und Ungerechtigkeit sein will?

Ausgehend von Freuds berühmten Schriften Das Unbehagen in der Kultur (1930) und Warum Krieg (1933) versammelt das Buch rund 120 ausgewählte Positionen der internationalen Gegenwartskunst. Es untersucht, warum der Prozess der fortschreitenden Zivilisation immer wieder unterbrochen wird und widmet sich dabei neben den psychischen und sozialen Veränderungen, die der Krieg hervorruft, vor allem auch den daran beteiligten medialen Vorgängen - etwa dem Bilderkrieg, dem Informationskrieg.

Die vorgestellten Künstler (Auswahl):

Art in Ruins, Vanessa Beecroft, Olaf Breuning, Chris Burden, Jake & Dinos Chapman, Jordan Crandall, Tacita Dean, Harun Farocki, Leon Golub, Johan Grimonprez, Damien Hirst, Jenny Holzer, Martin Kippenberger, Paul McCarthy , Tracey Moffatt, Yoshitomo Nara, Bruce Nauman Tony Oursler, Martha Rosler, Thomas Ruff, Wolfgang Tillmans

Ausstellung: Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz 10.1.- 26.3.2003


M_ARS - Kunst und Krieg
Hrsg. Peter Weibel, Günther Holler-Schuster, Texte von Michel Foucault, Justin Hoffmann, Tom Holert, Andreas Lange, Florian Rötzer, Rolf Sachsse, Peter Sloterdijk, Paul Virilio, Peter Weibel u.a.
Deutsch
500 S., 634 Abb., davon 521 farbig
21,40 cm x 27,50 cm
gebunden
2003, lieferbar
EUR 29,00 SFR 49,00
ISBN 3-7757-1312-3

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Daten zu Vanessa Beecroft:


- Art Basel Hong Kong 2014

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- Biennale Venedig 2015,Pav

- MoMA Collection

- S.M.A.K. Sammlung, Gent

- SAMMLUNG WEMHÖNER

- Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,Wien

- Whitney Biennale 2000

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Vanessa Beecroft in der Kunsthalle Bielefeld (9.5. bis 22. 8.04)


" Seit Jahren gehört die 1969 in Genua geborene Künstlerin Vanessa Beecroft zu den Stars der internationalen Kunstszene. Ihre Performances, Fotoarbeiten und Videos erinnern aufgrund der andachtsvollen Ruhe, in der ihre Modelle verharren, an kultische Handlungen. Am Anfang ihrer Arbeit standen Hunderte von zwanghaften, aber betörenden Zeichnungen. Jedes Blatt war von Einzelfiguren oder Körperteilen besetzt. Schmal und einsam taumelten sie im Raum. Man sah spindeldünne Beinchen, hakelige Ärmchen, kleine, teilweise kindliche Köpfchen. Manche der Gesten waren lasziv. Die Mehrzahl der Körper wirkte liebevoll, erotisch und zart. Eine Erotik, die tastend blieb und ohne Ziel. Das Thema der Beobachtung und Selbstbeobachtung stand bereits 1993 im Zentrum der künstlerischen Arbeit. Es blieb im Laufe der Jahre Programm. Die Kunsthalle erarbeitet mit der Künstlerin eine Retrospektive aus dreißig Fotografien, Videos und mehreren hundert frühen Zeichnungen. Eine Performance, VB 51, die 2002 auf Schloss Vinsebeck in OstWestfalen-Lippe stattfand, wird eine besondere Rolle spielen, weil die Kunsthalle den dazu produzierten Film angekauft hat und erstmals in Bielefeld vorstellen wird. Es erscheint ein deutscher und englischer Katalog mit einem ausführlichen Interview und Abbildungen der neuesten Werke sowie ein Ausstellungsfilm mit einem Interview der Künstlerin mit Thomas Kellein.
Die Ausstellung wird mit einer von Vanessa Beecroft kuratierten Filmreihe „La Dolce Vita“ begleitet." (Quelle / Presse Kunsthalle Bielefeld )

Ausstellungsdauer: 9.5. bis 22. 8.04

Öffnungszeiten: täglich 11:00 - 18:00 Mi 11:00 - 21:00 Sa 10:00 - 18:00 montags geschlossen

Foto:VB51, 30. August und 1. September, 2002,
Schloss Vinsebeck, Steinheim
© Vanessa Beecroft

Kunsthalle Bielefeld | Artur-Ladebeck-Straße 5 | 33602 Bielefeld | Tel.: 0521.32 999 5017


Auf art-in-berlin mehr zur Performance VB55 in der Nationalgalerie.

Vote for Women - kunst Meran, Meran (12.4.-29.6.08)


In der Ausstellung "Vote for Women" geht es um Schnittstellen zwischen Politik und Kunst, Geschichte und Gegenwart, gesellschaftlichen Normen und individueller Rebellion. Gezeigt wird eine Zeitreise quer durch die Frauengeschichte und eine künstlerische Analyse der Gegenwart.

Einer historisch-dokumentarischen Übersicht zu Themen der Frauen- und Geschlechtergeschichte stehen in der Ausstellung Werke von internationalen zeitgenössischen Künstlerinnen gegenüber. Thematisiert werden die gesellschaftliche Stellung der Frau in ihren unterschiedlichen Rollenmodellen genauso wie Normen, Werte und Erwartungen, die sich auf das Selbstverständnis, die Identität und das Verhalten von Frauen auswirken

Teilnehmende Künstlerinnen:
Vanessa Beecroft (I), Julia Bornefeld (D), Valie Export (A), Parastou Forouhar (IR), Stefanie Klingemann (D), Lisa Milroy (CA), Zilla Leutenegger (CH), Adrian Piper (USA), Pipilotti Rist(CH, Berty Skuber (I) und Letizia Werth (I).

Kuratorin: Anne Schloen

Abbildung: Vanessa Beecroft, "VB48", Performance VB48, 3. Juli 2001, Palazzo Ducale, Genua

kunst Meran I Merano arte
im haus der Sparkasse
Lauben 163 / Portici
I-39012 Meran/o
Tel +39 0473 21 26 43

kunstmeranoarte.org