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kunstsammlung

Cécile B. Evans AMOS‘ WORLD: Episode One

23. März bis 1. Juli 2018 | Mumok, Wien
Eingabedatum: 29.03.2018

Werkabbildung

Cécile B. Evans Video Still: AMOS‘ WORLD: Episode One, 2017 Courtesy the artist and Galerie Emanuel Layr, Vienna/Romebilder

Die amerikanisch-belgische Künstlerin Cécile B. Evans untersucht in ihren Arbeiten die Bedeutung und Rolle von Emotionen in gegenwärtigen Gesellschaften und rückt die stetig steigende Abhängigkeit von Technologien auf unsere Gefühle und Handlungen in den Blick. In ihrer Einzelausstellung präsentiert die Künstlerin eine Rekonfiguration von AMOS’ WORLD: Episode One, einer auf drei Folgen angelegten Fernsehserie. Episode Two ist zurzeit in Arbeit.
Die Fernsehserie AMOS’ WORLD spielt in einem progressiven Wohnprojekt, für das sich Evans von berühmten brutalistischen Wohnkomplexen inspirieren ließ, etwa von Le Corbusiers Unités d’Habitation in Marseille, Berlin oder Nantes-Rezé (1952—57), Alison und Peter Smithsons Robin Hood Gardens in London (1972) oder Moshe Safdies Habitat 67 in Montreal (1967). Derartige Projekte traten mit dem Anspruch an, individuell wie kommunal perfekt auf das kapitalistische Zeitalter zugeschnittene Modelle des Zusammenlebens zu liefern – und scheiterten fast immer: Denn Menschen verhalten sich häufig nicht den Vorstellungen von Architekten entsprechend.

Die erste Folge von AMOS’ WORLD führt den Titelhelden Amos ein. Er verkörpert den Stereotyp eines zornigen weißen Mannes und strahlt eine gewisse Arroganz aus, mit der er über seine Frustration hinwegzutäuschen versucht. Er scheint es gleichsam zu genießen, sich in der Groteske seines eigenen Tuns zu suhlen. Die Figur erinnert an eine Mischung aus Antoine de Saint-Exupéry’s vom Himmel gefallenen kleinen Prinzen und die Architekten Le Corbusier und Peter Smithson. Letzterer entwarf den berühmten Sozialbaublock Robin Hood Gardens in London mit – und warf den Mietern später herablassend vor, mitverantwortlich für den Verfall des Gebäudes zu sein.

Amos wird von einer Puppe mit digital errechnetem Gesicht verkörpert. Auch bei den anderen Figuren, die im Zuge der Handlung auftreten – die Einwohner_innen der Wohnanlage ebenso wie „das Wetter“, eine Erzählstimme, die als eine Art wohlwollende Kontrastfigur zu Amos dient – handelt es sich um eine Mischung aus realen und animierten Darstellern. Während sich allerlei kleine Dramen abspielen, wird das, was einmal als utopisches Wohnmodell präsentiert worden war, mehr und mehr zum Problem. Immer deutlicher zeigt sich, dass die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse der Bewohner_innen in Konflikt stehen mit dem, was der Schöpfer jenes Wohnprojekts für „gut“ hielt.

Die Zuschauer_innen erleben, wie das sorgfältig konstruierte Netzwerk Risse erhält und wie interpersonelle und infrastrukturelle Machtdynamiken zusammenbrechen. Das Publikum verfolgt den Film von kleinen, in eine architektonische Konstruktion verbauten Zellen aus – ein Echo der Situation auf der Leinwand.

Das Format der TV-Serie wählt Cécile B. Evans nicht zuletzt aus der Überlegung heraus, dass es vor dem Internet das Fernsehen war, auf das westliche Gesellschaften ihre verschiedenen Selbstbilder projizierten.
Alltäglicher kollektiver Narzissmus und kognitive Dissonanz sind die Kernthemen von Cécile B. Evans neuer fiktionaler Fernsehserie AMOS’ WORLD. Evans stellt eine ganze Reihe von Fragen zu unserem heutigen Leben: Wie kann es dem „Selbst“ im digitalen Zeitalter gelingen mit der Kluft zwischen gefühlter Freiheit und Kontrolle durch ein Netzwerk umzugehen? Ist der Grund beim „Architekten“ zu suchen, der das System geschaffen hat, oder sind diejenigen, die derartige Strukturen benutzen, nicht ebenso mitverantwortlich für die Welt, in der sie leben? Und an welchem Punkt, wenn überhaupt, werden wir uns über den Narzissmus unseres Daseins bewusst und realisieren, dass andere Standpunkte die ganze Zeit über vorhanden waren?

Mumok
Museumsplatz 1,
A-10­70 Wien
mumok.at

Presse






Daten zu Cécile B. Evans:

- Art Basel Hong Kong 2018
- art berlin 2017
- Berlin Biennale 2016
- Biennale of Sydney 2016
- Glasgow International 2018
- Kunstverein für die Rheinlande, Düsseldorf 2015
- Moscow Biennial 2017
- Ural Industrial Biennial 2017

Weiteres zum Thema: Cécile B. Evans



Inhuman


„Aus der Perspektive des Jetzt erscheint uns die Zukunft der Menschheit monströs... aber das muss nicht unbedingt etwas Negatives bedeuten.“ Julieta Aranda

Das Bild vom Menschen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Technologische Neuerungen, sozioökonomische Veränderungen und neurowissenschaftliche Erkenntnisse zwingen uns, die Konstruktion des Humanen zu überdenken und ermöglichen es, sie in Form des Inhumanen neu zu denken.
Die Künstler der Ausstellung „Inhuman“ reflektieren den Menschen als ökonomisch und sozial dressierten wie widerständigen Körper, jenseits biologisch oder gesellschaftlich bestimmter Geschlechtlichkeit, als digital unsterblich oder als stetig im Werden begriffenes Selbst. Sie machen die Konstruktionen des Humanen sichtbar und verrücken bestehende Perspektiven auf die menschliche Subjektivität wie auf den Körper. Das Primat des Menschen wird dabei grundsätzlich in Frage gestellt.

Teilnehmer: Julieta Aranda, Dora Budor, Andrea Crespo, Nicolas Deshayes, Aleksandra Domanovic;, David Douard, Jana Euler, Cécile B. Evans, Melanie Gilligan, Oliver Laric, Johannes Paul Raether, Pamela Rosenkranz, Stewart Uoo, Lu Yang, Anicka Yi

Fridericianum
Friedrichsplatz 18
34117 Kassel
http://www.fridericianum.org/


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