Real Feelings

Emotionen und Technologie - Eine internationale Gruppenausstellung

27.08.-15.11.2020 | Haus der elektronischen Künste Basel
Eingabedatum: 19.08.2020

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Justine-Emard_Co-AI-xistence_2017_Still.tif Justine Emard, Co(AI)xistence, 2017 video still Courtesy: the artistbilder

Emotionen sind der Kern menschlicher Erfahrung. Ob bewusst oder unbewusst – sie beeinflussen unser alltägliches Leben und prägen unser gesellschaftliches Miteinander. Im 21. Jahrhundert werden Technologien für das Erkennen und Bewerten von Emotionen eingesetzt, wie es noch nie zuvor möglich war. In der internationalen Gruppenausstellung werden Werke von 20 Künstler*innen präsentiert, die von künstlicher Intelligenz, interaktiven Installationen, Robotik und Biometrie bis hin zu Gaming, Videoinstallationen, virtueller Realität und Fotografie reichen. Sie untersuchen, wie Technologien unsere Emotionen auf vielfältige Weise und in verschiedenen Bereichen erfassen, bewerten oder erzeugen. Diese Technologien lösen sogar neue Gefühle aus, für die wir zum Teil noch nicht die Worte gefunden haben, mit denen wir sie beschreiben können. Mehrere Werke werden neu für den Kontext der Ausstellung produziert und sind zum ersten Mal zu sehen.

Im 21. Jahrhundert sind Emotionen zunehmend in den Fokus geraten – wie sie durch Technologie manipuliert und gesteuert werden können, denn sie beeinflussen unsere Gesellschaft und unser Leben. Grosse Technologieunternehmen versuchen täglich, unser Verhalten zu manipulieren, indem sie unsere Emotionen über Smartphones, Laptops, und andere smarte Geräte zu triggern versuchen. Forscher*innen am MIT Media Lab haben ein maschinelles Lernsystem entwickelt, das den Gesichtsausdruck „lesen“ kann, um menschliche Emotionen zu bestimmen. Zur gleichen Zeit bringt man kleinen Kindern bei, Emotionen bei anderen Menschen zu erkennen – denn ihre Fähigkeit dafür versagt im digitalen Zeitalter. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, zwischen Emotionen und Technologie scheinen sich zunehmend aufzulösen. Unser Herzschlag, unsere Transpiration, Sprechweise oder Körpersprache werden von Smart Watches oder Fitness Trackers, Webcams sowie Gesichts- und Körper-Erkennungssystemen überwacht. Im 21. Jahrhundert erleben wir das Aufkommen von Forschungen im Bereich der Emotionalen Technologie, also das Messen biometrischer Daten, um unsere Emotionen zu bestimmen und auf sie zu reagieren und um diese Daten dann anschliessend als Input für verschiedenartige digitale Anwendungen einzusetzen. Fortschritte beim maschinellen Lernen haben es ermöglicht, Emotionen mittels KI zu erkennen. Unsere Welt wird mit digitaler Technologie überflutet, und diese Geräte sind buchstäblich zu Erweiterungen unserer selbst geworden: Menschenähnliche Roboter werden in der Gesundheitsfürsorge eingesetzt, Sexroboter kompensieren die Defizite menschlicher Beziehungen, intelligente Geräte hören unseren Gesprächen zu und kümmern sich um unsere Bedürfnisse – wir kommunizieren mehr mit unserer Technologie als mit anderen Menschen.

Wenn sich die emotionale Intelligenz der Menschen und jene der Maschinen annähern – wissen wir dann noch, wie wir wirklich fühlen? Wer kontrolliert jetzt unsere Emotionen? Beginnt die Technologie, Einfluss darauf auszuüben, wie wir fühlen? Diese schwierigen Fragen und viele weitere werden in der Ausstellung aufgeworfen, wenn die Besucher*innen auf vielfältige Werke treffen, die herausfordern, provozieren und erforschen, wie Technologie unsere Emotionen repräsentiert, beeinflusst und verändert.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der die Werke der Ausstellung dokumentiert und durch wissenschaftliche wie künstlerische Beiträge ergänzt, u.a. mit einen Text über Roboter und Gefühle des renommierten Neurowissenschaftlers Antonio Damasio, einen Blick auf den Überwachungskapitalismus durch die Schriftstellerin Ariane Koek und ein persönliches Tagebuch der britischen Künstlerin Cécile B. Evans. Ein umfangreiches Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm wird die Ausstellung begleiten. Geplant ist u.a. ein Kolloquium am 21. Oktober 2020 in Zusammenarbeit mit der TA-SWISS, der Stiftung für Technologiefolgen- Abschätzung zum Themenfeld „Soziale Roboter“ und die Performance „Cyberia“ der Künstler Maria Guta & Adrian Ganea - eine getanzte Interaktion einer menschlichen Tänzerin und eines Avatars am 13. und 14. November
2020.

Künstler*innen: Antoine Catala, Stine Deja & Marie Munk, Heather Dewey-Hagborg, Justine Emard, Cécile B. Evans, Ed Fornieles, Maria Guta & Adrian Ganea, Esther Hunziker, Seokyung Kim, Clément Lambelet, Lorem, Lauren Lee McCarthy & Kyle McDonald, Simone C. Niquille, Dani Ploeger, Lucy McRae, Shinseungback Kimyonghun, Maija Tammi, Troika, Coralie Vogelaar, Liam Young
Kuratorinnen: Sabine Himmelsbach, Ariane Koek und Angelique Spaninks

Presse




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