Superstars - Das Prinzip Prominenz. Von Warhol bis Madonna, Kunsthalle Wien (04.11.05 - 22.02.06)


Eingabedatum: 24.10.2005

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Seit den 1980er Jahren sprechen die Medien von »Superstars«, wenn es darum geht, Berühmtheiten von globaler Bedeutung und universalem Appeal zu kennzeichnen. Der Begriff wird nicht nur auf Celebrities aus den Bereichen Film, Musik und Mode angewendet, sondern auch auf Künstler wie Jeff Koons oder Andy Warhol, die sich als geschickte PR-Strategen in eigener Sache erweisen.

Zwar gibt es schon seit der Renaissance Künstler, die man im heutigen Sinne als »Stars« bezeichnen könnte - Malerfürsten wie Rembrandt, Michelangelo oder Tizian. Doch erst seit dem 20. Jahrhundert stehen die weltweit ausstrahlenden Mediensysteme zur Verfügung, die globale Prominenz garantieren können.

Die Ausstellung »Superstars« beschäftigt sich, ausgehend von Andy Warhol, mit dem Phänomen des Künstlerstars (Pablo Picasso, Salvador Dali, Marcel Duchamp, Joseph Beuys, Markus Lüpertz, etc.), aber auch mit der Tatsache, dass Berühmtheiten aus der Medienwelt als Bildvorlagen dienen. Karrieren wie die von Elizabeth Peyton oder Jeff Koons sind in einem starken Maße auf das ästhetische Recycling von Bildern, die bereits im öffentlichen Raum der allgemeinen Wahrnehmung zirkulieren, zurück zu führen. Darüber hinaus stellt »Superstars« auch »Bad Boys und Bad Girls« vor - Künstler wie Jonathan Meese oder Tracy Emin, die über Schockeffekte und provozierende Umkehrungen von Star-Images berüchtigt und in der Folge selbst populär werden. Das Prinzip Prominenz gilt auch für industrielle Produkte (Nike, McDonalds, Marlboro, Coca Cola), die, meist in Verbindung mit Celebrities aus Sport und Entertainment, zu globalen Emblemen gemacht werden und durch ihren Appell ans Gefühl die Konsumleidenschaft beflügeln sollen. Künstler wie Tom Sachs, Marc Bijl, Richard Prince und Sylvie Fleury setzen sich kritisch mit Markenfetischismus und Produkterotik auseinander. Rodney Graham und Adrian Tranquili zeigen die Realitäten hinter aufgeblasenen Idealbildern, Cindy Sherman und Dennis Oppenheim führen das Idol als Teil einer Maschinerie vor.

Spezielle Sektoren sind den »Altstars« Marilyn Monroe (berühmteste Filmschauspielerin aller Zeiten) und Mona Lisa (berühmtestes Bild der Kunstgeschichte) und ihrer Wahrnehmung in der Kunst gewidmet. Außerdem wird die Faszination, die globale Heldinnen und Helden wie Madonna und Michael Jackson auf Künstler ausüben, in Arbeiten etwa von Paul McCarthy und Slater Bradley dargestellt.

Superstars sind die sichtbarsten Repräsentanten einer medialisierten Gegenwartsgesellschaft. Die Ausstellung will Glamour und Tristesse einer Welt zeigen, die sich immer mehr in ein »künstliches Paradies« verwandelt.(Presse / Kunsthalle Wien)

KÜNSTLERINNEN:
Christian Ludwig Attersee, Matthew Barney, Joseph Beuys, Marc Bijl, Michael Blum, Fernando Botero, Slater Bradley, George Brecht, Candice Breitz, Sophie Calle, Maurizio Cattelan, Casale Chatwick, Christo, Jennifer Dalton, Robert Doisneau, Felix Droese, Marcel Duchamps, William Eggleston, Tracey Emin, EVA & ADELE, Justin Faunce, Nina Fischer / Maroan El Sani, Silvie Fleury, Jacqueline Fraser, Dieter Fuchs, Ron Galella, Marcus Geiger, Gil & Moti, Gilbert & George, Wayne Gonzales, Douglas Gordon, Rodney Graham, G.R.A.M., Andreas Gursky, Philippe Halsman, Kevin Hanley, Gottfried Helnwein, Matthias Herrmann, Volker Hildebrandt, Jenny Holzer, Jonathan Horowitz, Jörg Immendorff, Alison Jackson, Kurt Kauper, Steven Klein, Zenita Komad, Jeff Koons, Inez van Lamsweerde + VINOODH MATADIN, Matthieu Laurette, Louise Lawler, Annie Leibovitz, Markus Lüpertz, Urs Lüthi, Marcin Maciejowski, Rene Magritte, Kasimir Malewitsch, Pierro Manzoni, Paul McCarthy, Adam McEwen, Patrick McMullan, Jonathan Meese, Bjarne Melgaard, Duane Michals, Yan Pei Ming, Yasumasa Morimura, Helmut Newton, Claes Oldenburg, Dennis Oppenheim, Orlan, Nam June Paik, Elizabeth Peyton, Paul Pfeiffer, Pablo Picasso, Richard Prince, Robert Rauschenberg, Man Ray, Mimmo Rotella, Ed Rusha, Tom Sachs, Karin Sander, Edie Sedgwick, Jim Shaw, Cindy Sherman, Georgina Starr, Bert Stern, Sturtevant, Eve Sussman, Una Szeemann, Sam Taylor-Wood, Wolfgang Tillmans, Endre Tót, Adrian Tranquilli, Gavin Turk, Piotr Uklanski, Timm Ulrichs, Francesco Vezzoli, Andy Warhol, Julian Wasser, Weegee, TJ Wilcox, Johannes Wohnseifer.

Zwei Institutionen – eine Ausstellung
Die Ausstellung findet in der Kunsthalle Wien und im BA-CA Kunstforum statt.

Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 19 Uhr, Freitag 10 bis 21 Uhr (Kunsthalle Wien: Donnerstag bis 21 Uhr)

Abbildung: Bert Stern: Marilyn Monroe, "The Last Sitting", 1962, Courtesy Staley-Wise Gallery New York

KUNSTHALLE WIEN Museumsplatz 1, 1070 Wien

BA-CA KUNSTFORUM Freyung 8, A-1010 Wien

Infoline +43-1-521 89-33 Tel. +43-1-537 33-26
www.KUNSTHALLEWIEN.at
www.ba-ca-kunstforum.at

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"Love/Hate" in der Ursula Blickle Stiftung (9.11.-14.12.03)


Um "Versuche zum großen Gefühl zwischen Kunst und Theater" - so der Untertitel - soll es in dieser Ausstellung gehen. Ausgangspunkte bilden dabei z.B. Bruce Naumans "Violent Incident", Übermalungen Arnulf Rainers oder Arbeiten des polnischen Theaterregisseurs Tadeusz Kantors:

Pressemitteilung / Auszug: Den Tendenzen der Abstraktion und Reduktion in der Kunst stehen solche des Überflusses und der emotionalen Erhitzung gegenüber. Die Kunst als Reflektorin und Interpretin gesellschaftspolitischer Entwicklungsschritte entfaltet sich im dialektischen Spiel. Die Ausstellung Love/ Hate will den großen Gefühlen und Pathosformeln in der neuen Kunst nachspüren: Den Gesten der Leidenschaft, den Icons der Ekstase, den Szenarien der Selbstentäußerung und den Schaustellern der Emotion.

Love/ Hate findet in dem Ideenraum statt, der durch den Film Night of the Hunter, der einzigen Regiearbeit des Schauspielers Charles Laughton, aufgeschlossen wurde. Die Polarität der Gefühle und der Extremismus der Leidenschaft in dieser dunklen, symbolistischen Arbeit haben sich zu einer, bis heute wirkenden visuellen Metapher verdichtet: Love und Hate als Tätowierung auf den Knöcheln des Hauptdarstellers Robert Mitchum.

In einer Epoche, die mit Fernsehproduktionen wie Starmania, Popstars und Superstars das Starprinzip demokratisiert und potentiell die ganze Welt zur Bühne macht, ist die Frage nach dem Verhältnis des Theaters in einem exklusiven ästhetischen Raum zu den Selbstdarstellungsritualen im Weichbild der Städte neu zu stellen, und mit den Mitteln der Kunst zu vermessen. Wie viel an Authentizität und Unmittelbarkeit steckt in dem durch das Handwerk des Theaters gefilterten Bühnen-Bild und wie viel Künstlichkeit beherrscht die Auftrittsrituale auf den Catwalks eines urbanen Szenarios (Disco, In-Lokal, Kultur-Event), die einer vorbestimmten Dramaturgie folgen und längst einen performativen Kodex festgelegt haben? . . ."

Künstlerliste: Samuel Beckett, Katia Bourdarel, Philip-Lorca diCorcia, John Hilliard, Runa Islam, Isaac Julien, Tadeusz Kantor, Elke Krystufek, Ursula Mayer, Bruce Nauman, Chloe Piene, Arnulf Rainer, Markus Schinwald, Tany

Ausstellungsdauer: 9.11.-14.12.03
Öffnungszeiten: Mittwoch 14 — 17 Uhr | Sonntag 14 — 18 Uhr

Ursula Blickle Stiftung | Mühlweg 18 | D-76703 Kraichtal-Unteröwisheim | Tel.: 07251-60 91 9
ursula-blickle-stiftung.de

Andy Warhol und die Minimal Art - Staatsgalerie Stuttgart (28.4. - 29.7.07)


Anlässlich des 20. Todesjahres von Andy Warhol (1928-1987) zeigt die Staatsgalerie Stuttgart rund 40 Graphiken und Gemälde des Pop Art-Künstlers aus eigenem Sammlungsbestand. Um die Unterschiede zwischen den wichtigsten künstlerischen Positionen in den USA der 1960er Jahre zu verdeutlichen, werden zeitgleich entstandene Werke der Minimal Art gegenübergestellt.

Neben Warhols wohl berühmtesten Werkserien Marilyn und den Campbell´s Soup-Dosen, sind auch seine Porträts von Jackie Kennedy und Liz Taylor zu sehen. Sie gehören, so wie Marilyn, zur Reihe seiner Bildnisse von oberflächlich glamourösen Superstars. Der ästhetisch attraktive Siebdruck Electric Chair schließt sich inhaltlich an die morbide Thematik der Starporträts an und ist von geradezu zarter Schön-heit. Peach Halves, eines der wenigen Gemälde Warhols, bereitet mit dem Motiv der Konservendose thematisch den Weg für die Campbell´s - Seriendrucke vor, die mittlerweile als sein eigenes Markenzeichen gelten können und zusammen mit anderen Werken Warhols einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der postmodernen Ästhetik leisteten.

Erstmals zu sehen sind Mappenwerke, zu denen neben Warhol auch seine der Minimal Art verpflichteten Künstlerkollegen Beiträge geliefert haben. Gezeigt werden überdies mehrteilige Großplastiken von Donald Judd und Carl Andre. Den besonderen Oberflächen zusammengesetzter quadratischer Stahlplatten mit ihrer mannigfaltigen Lichtreflexion kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Diese Werke werden in eine optische Beziehung zu monochromen Gemälden von Robert Ryman und Ad Reinhardt gesetzt.

Beidem - der Oberfläche der Dinge im übertragenen Sinn und ihrer Wiederholbarkeit - galt auch Warhols künstlerisches Interesse. Der Gründer des Experimentierateliers "Factory" bedruckte fast "maschinell" präzise und auflagenhoch Gebrauchsgegenstände wie Papiertüten, die begleitend zu seinen Ausstellungen in den 1960er Jahren erschienen. Auf ihnen bildete er erneut die Campbell’s Suppendosen ab. Zwei dieser Beispiele, die aufgrund ihrer Fragilität nur äußerst selten ausgestellt werden, sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Abbildung: Andy Warhol
Marilyn, 1967
Screenprint, Siebdruck
91,5 x 91,5 cm
© 2007 Andy Warhol Foundation for the Visual Arts / ARS, New York

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr - So 10.00 - 18.00 Uhr, Do 10.00 - 21.00 Uhr, Mo geschlossen

Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30 - 32
70173 Stuttgart



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