Logo art-in.de

David Goldblatt - Camera Austria, Graz (26.11. - 26.02.06)

Eingabedatum: 17.11.2005

Logo art-in.de
David Goldblatt (geb. 1931 Randfontein (RSA), lebt in Johannesburg ) hat in seiner Arbeit die sozialen und politischen Strukturen sowie die gesellschaftlichen Spannungen Südafrikas vom Beginn der Apartheid bis in die Gegenwart als Fotograf und Autor dokumentiert und analysiert. Dabei entstand ein beeindruckendes fotografisches Zeugnis der südafrikanischen Kultur, gleichzeitig ein überzeugender Korpus an Arbeiten, die David Goldblatt zu einem der bedeutendsten dokumentarischen Fotografen der Gegenwart machen.

In seinem Buch The Structures of Things Then, 1998, das auf eine sich über 15 Jahre erstreckende fotografische Arbeit zurückgeht und Ausdruck und Nachweis des weißen, christlichen Nationalismus und der Apartheid ist, hat David Goldblatt bereits die gesellschaftsformenden Kräfte in Südafrika umfassend dokumentiert. Seine Aufnahmen von Fabriken, Wohnanlagen, Amtsgebäuden, Friedhöfen, Kirchen, Denkmälern, von architektonischen Versatzstücken wie Beleuchtungskörpern oder Türen zeugen von einem Land, das bis in die alltäglichsten Dinge hinein von der Ideologie der Apartheid geprägt war: "The smell and taste and touch, and the social weight of things here", schreibt Nadine Gordimer.
Zahlreiche Architekturen - Barracken, Läden, Häuser, Schulen, Moscheen, Kirchen, Friedhöfe, Parks, Denkmäler,Schilder und nicht wenige Ruinen - zeugen aber gleichzeitig vom Überlebens- und Widerstandskampf der schwarzen Bevölkerung, von ihren Anstrengungen, diese Ideologien zu überwinden.

Mit der aktuellen Werkgruppe der "Intersections" verlässt David Goldblatt einerseits die SW-Fotografie, andererseits führt er die Untersuchung darüber fort, in welcher Weise die Ideologie der Apartheid nachhaltig die Städte und besonders die Landschaft Südafrikas überformt hat: aufgelassene Asbestminen, die Einzäunungen der riesigen Grundbesitze, jene infrastrukturellen Merkmale, die die Grundlage der Eroberung der Natur und der Untedrückung der First Nations waren.
Gegenwärtig werden diese Zeugnisse der weißen Herrschaft, Zeugnisse einer tragischen Geschichte von Eingriffen, verändert, doch stehen diese nach wie vor in einem engen Zusammenhang mit der Ära der Apartheid: neue Denkmäler, die Rückeroberung der Städte durch schwarze Billiglohn-Dienstleister, der Prozess der Landrückgabe und die AIDS Problematik schreiben allgegenwärtig ihre Spuren in die Städte und Landschaften ein. Die "Intersections" stellen mitunter verblüffende visuelle Beweise der sozialen, ökonomischen und politischen Interventionen dar, und bilden mit den Resten der Apartheid eine widersprüchliche Geologie des südafrikanischen Lebens, dem David Goldblatt seine Arbeit widmet.

David Goldblatts Arbeiten wurden in den letzten Jahren auf der "documenta XI", im Museum of Modern Art, New York, im Museu d'Art Contemporani de Barcelona sowie in der South African National Gallery gezeigt. Camera Austria verbindet mit David Goldblatt eine besondere Beziehung: 1994 und 1995 publizierte er "The Structures of Things Here" und "Das Archiv eines Südafrikaners" in unserer Zeitschrift, 1995 erhielt David Goldblatt den "Camera Austria-Preis der Stadt Graz für zeitgenössische Fotografie".

Das Projekt wird in Kooperation mit dem museum kunst palast, Düsseldorf durchgeführt.
Kurator: Christoph Danelzik-Brüggemann, museum kunst palast, Düsseldorf. (Presse | Camera Austria)

Abbildung: Haare flechten auf der Bree Street. Johannesburg, 7. September 2002, Courtesy: Camera Austria, Graz.


CAMERA AUSTRIA
Lendkai 1, 8020 Graz, Austria
T. +43 / (0) 316 / 81 55 500
F. +43 / (0) 316 / 81 55 509
office@camera-austria.at
http://www.camera-austria.at

ch


Kataloge/Medien zum Thema: David Goldblatt


David Goldblatt:

- African collection of contemporary art
- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art basel miami beach 2014
- art basel Paris 2025
- art basel Paris 2025
- artbasel2021
- artbasel2021
- artbasel2021
- artbasel2021
- Bienal de Sao Paulo 2010
- Biennale Venedig 2011
- Daimler Art Collection
- documenta 11 2002
- documenta 12 2007
- Frieze LA 2019
- Frieze London 2013
- Frieze London 2016
- Frieze London 2022
- Goodman Gallery
- MACBA COLLECTION
- Marian Goodman Gallery
- Marrakech Biennale, 2007
- MoMA Collection
- Museo Reina Sofía Collection

Gitte Zschoch wird neue Generalsekretärin des Goethe-Instituts
Oscar Cueto. Entwurf für kein Museum
Jonas Englert erhält 2026 RE-SEARCH - ZF-Forschungsstipendium
Jiajia Zhang erhält Art Vontobel Contemporary Photography Prize – «A New Gaze»
Kulturelle Vielfalt in Gefahr
Raquel Villar-Pérez erhält Curatorial Fellowship
ART-Kuratorenpreis: Die beste Ausstellung des Jahres 2025
Deutscher Pavillon auf der Biennale di Venezia 2026
In memoriam: Alexander Kluge (1932 – 2026)
Teilnehmer*innenliste der Manifesta 16
Markus Hoffmann erhält den Preis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung 2026
Ernst von Siemens Preis für Kunst und Handel
Nezaket Ekici erhält den MO_Kunstpreis 2026
Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie
Astrid Becker ist die neue Leiterin des Kupferstichkabinetts im HAUM
Hendrike Nagel übernimmt die Leitung des Dortmunder Kunstvereins
Fynn Ribbeck erhält Max Ernst-Stipendiaten 2026
Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring 2026
documenta archiv mit neuer Website
Claudia Emmert tritt Intendanz des Kunstmuseums Bonn an
Nnena Kalu gewinnt den Turner-Preis 2025
Johan Holten wechselt nach Kopenhagen
Nam June Paik Award 2026 geht an Michael Beutler
Msgr. Otto Mauer Preis an Nadim Vardag
Lee Ufan erhält den Wolfgang-Hahn-Preis 2026
Carsten Möller und Clemens von Wedemeyer erhalten Sächsischen Lehrpreis 2025
Stefanie Böttcher wird neue Direktorin der Kunsthalle zu Kiel
Adam Szymczyk wird Direktor am S AM
Kaiserring an Katharina Fritsch
Roswitha Haftmann-Preis geht 2025 an Cecilia Vicuña