Kunstpreis der SPD-Landtagsfraktion an Leyla Yenirce verliehen
Okt 26 | Sprengel Museum, Hannover
Eingabedatum: 17.10.2026

Im Sprengel Museum Hannover hat die Künstlerin Leyla Yenirce den Kunstpreis der SPD-Landtagsfraktion 2026 erhalten. Ausgewählt hatte sie eine neu zusammengesetzte Jury, in der erstmals auch der Berufsverband der bildenden Künstlerinnen und Künstler mitentschieden hat.
Rund 200 Gäste kamen am 6. Oktober ins Sprengel Museum Hannover, als Leyla Yenirce den mit 5.500 Euro dotierten Kunstpreis der SPD-Landtagsfraktion entgegennahm. Überreicht haben ihn Ministerpräsident Olaf Lies und Stefan Politze, damals Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Die 1992 im kurdischen Teil der Türkei geborene Künstlerin kam mit drei Jahren nach Oldenburg, wuchs dort auf und lebt heute in Berlin. Sie arbeitet mit Malerei, Video, Installation, Sound und Performance.
Die Laudatio hielt Dr. Anna Heinze, Direktorin des Landesmuseums Kunst & Kultur Oldenburg und Mitglied der Jury. Sie stellte das Video „Der Sprung“ in den Mittelpunkt: Die Künstlerin springt darin über eine karge Landschaft in der Gegend ihres Geburtsortes, wo der Ilısu-Staudamm am Tigris ganze Landstriche überflutet hat. Ein Sprung gegen die Schwerkraft, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn, und eine Haltung, die das ganze Werk durchzieht. Für Yenirce gebe es letztlich nur eine Haltung, das Weitermachen.
In ihrem Dank griff die Preisträgerin ein Bild auf, das Walter Benjamin zu Paul Klees „Angelus Novus“ geschrieben hat: ein Engel, den der Sturm der Vergangenheit in die Zukunft treibt. Mit erhobenen Armen, sagte sie, sehe man allerdings auch aus, als würde man jubeln. Die Vergangenheit schiebe sie nach vorn, aber sie springe dabei.
Der Preis wird seit 1988 vergeben, 2025 ging er an den Künstler Rüdiger Stanko. Für 2026 hat die Fraktion ihn neu ausgerichtet: Gesucht war eine herausragende Position in der Mitte der künstlerischen Laufbahn, mit gesellschaftspolitischer Relevanz. Die Jury unter dem Vorsitz von Anne Prenzler, Leiterin der Städtischen Galerie KUBUS in Hannover, vereinte Fachleute aus Museen, Kunstvereinen und Hochschulen in Hannover, Oldenburg, Emden, Braunschweig und Wolfenbüttel. Mit am Tisch saß der Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen (BBK), vertreten durch Roman Thomas aus Celle, Mitglied des Landesvorstands.
„Museen und Hochschulen schauen von außen auf künstlerische Wege, wir als Verband kennen sie von innen“, sagt Roman Thomas. „Gerade in der Mitte der Laufbahn wird die Förderung dünn. Dass ein Preis genau dort hinschaut und die Künstlerinnen und Künstler selbst in der Jury eine Stimme haben, ist ein gutes Signal für Niedersachsen.“
In der Begründung der Jury heißt es: „Mit Leyla Yenirce ehren wir eine junge Künstlerin, die bereits ein beeindruckendes Werk vorlegen kann, in dem unterschiedliche Bildquellen, historische Bezüge und eigene Beobachtungen zu neuen Zusammenhängen verknüpft werden. Mit ihrer Auseinandersetzung mit Repräsentationen von Widerstand und Machtgefügen gehört sie zu den wichtigsten künstlerischen Stimmen ihrer Generation.“
Der BBK Niedersachsen vertritt seit 1946 die Interessen bildender Künstlerinnen und Künstler im Land, heute rund 800 Mitglieder in elf Bezirksgruppen. Er setzt sich für geregelte Ausstellungsvergütungen und Honorare, eine bessere soziale Absicherung und ein faires Urheber- und Folgerecht ein. Der Verband ist frei von parteipolitischen Bindungen.
www.bbk-niedersachsen.org
www.sprengel-museum.de
Rund 200 Gäste kamen am 6. Oktober ins Sprengel Museum Hannover, als Leyla Yenirce den mit 5.500 Euro dotierten Kunstpreis der SPD-Landtagsfraktion entgegennahm. Überreicht haben ihn Ministerpräsident Olaf Lies und Stefan Politze, damals Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Die 1992 im kurdischen Teil der Türkei geborene Künstlerin kam mit drei Jahren nach Oldenburg, wuchs dort auf und lebt heute in Berlin. Sie arbeitet mit Malerei, Video, Installation, Sound und Performance.
Die Laudatio hielt Dr. Anna Heinze, Direktorin des Landesmuseums Kunst & Kultur Oldenburg und Mitglied der Jury. Sie stellte das Video „Der Sprung“ in den Mittelpunkt: Die Künstlerin springt darin über eine karge Landschaft in der Gegend ihres Geburtsortes, wo der Ilısu-Staudamm am Tigris ganze Landstriche überflutet hat. Ein Sprung gegen die Schwerkraft, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn, und eine Haltung, die das ganze Werk durchzieht. Für Yenirce gebe es letztlich nur eine Haltung, das Weitermachen.
In ihrem Dank griff die Preisträgerin ein Bild auf, das Walter Benjamin zu Paul Klees „Angelus Novus“ geschrieben hat: ein Engel, den der Sturm der Vergangenheit in die Zukunft treibt. Mit erhobenen Armen, sagte sie, sehe man allerdings auch aus, als würde man jubeln. Die Vergangenheit schiebe sie nach vorn, aber sie springe dabei.
Der Preis wird seit 1988 vergeben, 2025 ging er an den Künstler Rüdiger Stanko. Für 2026 hat die Fraktion ihn neu ausgerichtet: Gesucht war eine herausragende Position in der Mitte der künstlerischen Laufbahn, mit gesellschaftspolitischer Relevanz. Die Jury unter dem Vorsitz von Anne Prenzler, Leiterin der Städtischen Galerie KUBUS in Hannover, vereinte Fachleute aus Museen, Kunstvereinen und Hochschulen in Hannover, Oldenburg, Emden, Braunschweig und Wolfenbüttel. Mit am Tisch saß der Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler für Niedersachsen (BBK), vertreten durch Roman Thomas aus Celle, Mitglied des Landesvorstands.
„Museen und Hochschulen schauen von außen auf künstlerische Wege, wir als Verband kennen sie von innen“, sagt Roman Thomas. „Gerade in der Mitte der Laufbahn wird die Förderung dünn. Dass ein Preis genau dort hinschaut und die Künstlerinnen und Künstler selbst in der Jury eine Stimme haben, ist ein gutes Signal für Niedersachsen.“
In der Begründung der Jury heißt es: „Mit Leyla Yenirce ehren wir eine junge Künstlerin, die bereits ein beeindruckendes Werk vorlegen kann, in dem unterschiedliche Bildquellen, historische Bezüge und eigene Beobachtungen zu neuen Zusammenhängen verknüpft werden. Mit ihrer Auseinandersetzung mit Repräsentationen von Widerstand und Machtgefügen gehört sie zu den wichtigsten künstlerischen Stimmen ihrer Generation.“
Der BBK Niedersachsen vertritt seit 1946 die Interessen bildender Künstlerinnen und Künstler im Land, heute rund 800 Mitglieder in elf Bezirksgruppen. Er setzt sich für geregelte Ausstellungsvergütungen und Honorare, eine bessere soziale Absicherung und ein faires Urheber- und Folgerecht ein. Der Verband ist frei von parteipolitischen Bindungen.
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