Gitte Villesen


Eingabedatum: 03.07.2012

vorher: Gitte Villesen

Fotos: Christine Winkler | Courtesy: Grazer Kunstverein

"I had no other choice than to jump from one pile to the other, as there was nothing in between" lautet der Ausstellungstitel der dänischen Künstlerin Gitte Villesen im Grazer Kunstverein.

Die dokumentarischen Videoarbeiten und Installationen der dänischen Künstlerin Gitte Villesen (*1965) können im weitesten Sinne als Portraits verstanden werden: Sie erkunden die Form, in der Einzelne oder auch soziale Gruppen ihrem Leben im Rahmen ihrer kulturellen Möglichkeiten Gestalt verleihen. Ihre Protagonisten erscheinen dabei weder als heroische Subjekte noch als Opfer der Umstände. Vielmehr macht Villesen deutlich, wie sich Subjekte und Identitäten in einer alltäglichen Mikropolitik der Gesten, Gewohnheiten und Rituale im Spannungsverhältnis zwischen Norm und Abweichung konstituieren. Zugleich vermeidet sie mit großer Umsicht soziale Verallgemeinerungen, indem sie die Praxis des Dokumentierens selbst als Austausch und Begegnung situiert - als eine spezifische Form der sozialen Interaktion, in der nicht zuletzt auch die Formen der Repräsentation zum Gegenstand der Verhandlung werden.

Neben einer neuen, in Kooperation mit dem Dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen produzierten Videoarbeit, wird sich Gitte Villesens Ausstellung im Grazer Kunstverein auf ihre jüngeren Arbeiten konzentrieren, für die sie seit 2008 mehrfach nach Gambia gereist ist. Ausgangspunkt dieser Arbeiten ist die Begegnung mit dem gambischen Musiker Amadou Sarr, mit dem Villesen eine Kooperation eingeht, innerhalb derer Sarr sie durch das soziale Gefüge seiner Kultur wie auch die magischen Praktiken des Juju führt. Im Verlauf ihrer Projekte weitet Villesen die Kooperation aus, indem sie beispielsweise Gespräche mit den drei mit Sarr verwandten Frauen Yenden Joff, Mariama Corr und Mariama Senghor aufzeichnet oder etwa Mariama Senghor bittet, die Vorhänge ihrer Installationen zu gestalten. Insgesamt folgen Villesens Arbeiten einer Ethik des Dokumentierens, die sich prägnant mit den Worten der Schriftstellerin Ursula LeGuin beschreiben lässt: „The story is not all mine, nor told by me alone.“

Gitte Villesen lebt und arbeitet in Kopenhagen und Berlin. Zahlreiche internationale Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem: „Shaped by Time“, Dänisches Nationalmuseum, Kopenhagen (2012); “squatting. erinnern, vergessen, besetzen”, Temporäre Kunsthalle, Berlin (2010); “I will Arrange Everything. It Will Be the Best Film Ever”, Casco, Utrecht (2009); “Just Different“, Cobra Museum of Modern Art, Amsterdam (2008); “Juju White Magic”, Galleri Nicolai Wallner, Kopenhagen (2008); “How to Build a Universe”, CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, San Francisco (2006); Dänischer Pavillon, 51. Biennale Venedig, Venedig (2005).

Öffnungszeiten zur aktuellen Ausstellung: Montag bis Freitag 10.30 - 18.00 Uhr & Samstag 10.30 - 16.30

grazer kunstverein
palais trauttmansdorff
burggasse 4
A-8010 graz
tel 0043 (0)316 83 41 41
grazerkunstverein.org

Pressemitteilung



Gitte Villesen:


- Art Basel 2013

- Art Basel Miami Beach 2013

- Das achte Feld Köln

- Gwangju Biennale 2002

- Kunstverein Münster

- Manifesta 2, 1998


Anzeige
Boris Lurie Art Foundation


Anzeige
Responsive image


Anzeige
Responsive image

Chatbot

Was der Bot u.a. jetzt bereits beantworten kann: Was ist Kunst, was macht die Kunst, Konzeptkunst, wozu Kunst, Künstler und was macht art-in.de? Um Fragen, die er noch nicht beantworten kann, kümmern wir uns. Es ist ein Experiment im Aufbau. Wir freuen uns über alle Fragen.


Card image cap

WO WIR

12.12.2020 | Kunst Halle Sankt Gallen

Card image cap

Das Raqs Media Collective aus Delhi

November 2020 | Akademie der bildenden Künste Wien