Annika Larsson in der Kunsthalle Nürnberg (4.3.-25.4.04)


Eingabedatum: 02.03.2004



bilder

Die schwedische Videokünstlerin Annika Larsson (geb.1972), die u.a. auf der Biennale di Venezia ausgestellt hat bisher in Deutschland nur aus Gruppenausstellungen bekannt ist, zeigt jetzt ihre Videoinstallationen erstmals in einer Einzelausstellung.

". . . Die Künstlerin interessiert sich für beiläufige, aber ausdrucksstarke männliche Gesten und Rituale, für körper-sprachliche Verhaltensmuster, hinter denen hierarchische gesellschaftliche Machtstrukturen aufscheinen. Die Akteure in Larssons Videos sprechen nicht, die Kommunikation erfolgt nur durch Blicke, Gesten, Posen und Handlungen. Zwischen den ausschließlich männlichen Darstellern entwickeln sich in den Filmszenen rätselhafte Beziehungen und Geschichten; ein Tennismatch ohne einen einzigen Ballwechsel (40:15), eine sakral anmutende Hinrichtung ohne Blutvergießen (D.I.E.), ein nackter Mann am Strand, der ebenso passiver Spielball wie Objekt des Begehrens ist (Pink Ball).
In Annika Larssons großformatigen Videoprojektionen entwickelt sich aus den Bildern latenter Bedrohung und Gewalt eine unterschwellige sexuelle Spannung, die formal den aus Hollywoodfilmen, Modefotografie, Werbung oder Softpornos bekannten Mustern visueller Verführung folgt. Doch die Männer im Anzug, im Sportdress, in Freizeitkleidung oder in Uniform sind äußerst unspektakuläre Beispiele verführerischer Männlichkeit. Ihre Identität und gesellschaftliche Zugehörigkeit lassen sich nur aus Kleidung, Gestik und Blickwechsel erschließen, ihr körpersprachliches Verhalten erweist sich als brüchige, gesellschaftlich normierte Konstruktionen ohne individuelle Züge.

Der voyeuristische Blick der Kamera zoomt die Körper nahe heran und macht sie zu sexualisierten Objekten, die aus der Untersicht monumentalisiert und zugleich fragmentiert werden. Harte Bildschnitte unterbrechen den Erzählfluss immer wieder abrupt, während die verlangsamte Wiedergabe der Videobilder die Zeit überdehnt und dadurch das Geschehen ebenso dramatisiert wie die elektronischen Soundtracks von Tobias Bernstrup, die den Videoinstallationen eine rhythmische Struktur unterlegen. . . ." (Quelle / Presse Kunsthalle Nürnberg)

Ausstellungsdauer: 4. März bis 25. April

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr | Mittwoch bis 20.00 Uhr |Montag geschlossen.

Kunsthalle Nürnberg | Lorenzer Straße 32 | D- 90402 Nürnberg | Telefon: 0911 - 231 2853
nuernberg.de

ch



Annika Larsson:


- abc 2013

- abc 2015

- Bucharest Biennale 1, 2005

- S.M.A.K. Sammlung, Gent


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