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Boris Lurie

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Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt

noch bis 29.5.2022 | Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt

Der Umbruch von 1989/90 bedeutet für viele Städte Ostdeutschlands eine tiefe Zäsur. Der Typus der sozialistischen Stadt mit seinen vergesellschafteten Formen zu arbeiten, zu wohnen und zu leben kollidiert mit dem Abbau von Industrie und den Idealen einer individualisierten Erlebnisgesellschaft. Geburtenrückgang und Abwanderung führen zu schrumpfenden Wohngebieten, Abrissen und zu einem durchgreifenden Stadtumbau.

Wie werden sich diese Städte künftig behaupten können? Birgt ihre Krise auch Chancen, enthält ihre besondere Geschichte gar eine Eigenlogik mit Potenzialen für die Zukunft? Das Museum Utopie und Alltag lädt ein, über diese Fragen gemeinsam nachzudenken.

Das Beispiel Eisenhüttenstadt bietet sich dazu besonders an: Vor 70 Jahren in peripherer Lage gleichsam auf Neuland gegründet, wird Eisenhüttenstadt als „Stadt neuen Typs“ den Bedürfnissen einer sozialistischen Gesellschaft auf den Leib geschneidert: mit großzügig bemessenen sozialen Räumen und mit aufwendiger Architektur. Wenige Monate zuvor beginnt der Bau des Eisenhüttenkombinats Ost, dem eine tragende Rolle für die Schwerindustrie des neuen Staates zugewiesen ist.

Die Ausstellung richtet den Blick weiterhin auf zwei Vergleichsbeispiele: Nowa Huta, wie Eisenhüttenstadt in der Ära Stalins als neue Stadt geplant, jedoch als Teil einer Metropolregion, und Schwedt, ab 1960 mit Plattenbauquartieren zur Industriestadt ausgebaut und später Geburtsstätte und Laboratorium des Stadtumbaus.

Zu den Exponaten zählen städtebauliche Pläne, Modelle, Fotografien, darunter sowohl historisches als auch aktuell gefertigtes Material.

Begleitet wird die Ausstellung von der Installation DDR Noir der Künstlerin Henrike Naumann.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Bundes­stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Sie entstand in Kooperation mit der weißensee kunsthochschule berlin, Fachgebiet Visuelle Kommunikation, sowie in Zusammenarbeit mit der Stadt Eisenhüttenstadt, dem Städtischen Museum und der Abteilung Stadtarchiv. Medienpartner ist Das Magazin. Lokaler Medienpartner ist das Oder-Spree Fernsehen OSF.

Das Museum Utopie und Alltag vereint das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und das Kunstarchiv Beeskow – Einrichtungen getragen vom Landkreis Oder-Spree und gefördert durch das Land Brandenburg.

Eröffnung

4.7.2021, 11 – 17 Uhr

Aufgrund der aktuellen Situation eröffnen wir ohne Programm bei ganztägig freiem Eintritt. Wir bitten, die aktuell gültigen Pandemie-Regelungen zu beachten und um Voranmeldung unter museum@utopieundalltag.de oder
Tel. 03364 – 417 355.

Zum Verweilen lädt der Museums-Garten ein.

www.utopieundalltag.de

Standort Eisenhüttenstadt
Erich-Weinert-Allee 3
15890 Eisenhu?ttenstadt

Standort Beeskow
Auf der Spreeinsel, Zugang u?ber Burg Beeskow
Frankfurter Straße 23
15848 Beeskow


Presse





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