Preis der Nationalgalerie für junge Kunst 2002 vergeben


Eingabedatum: 27.06.2002

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Am 26.6.02 wurde zum 2. Mal der mit 50.000EUR dotierte "Preis der Nationalgalerie für junge Kunst" in Berlin verliehen. Erhalten haben ihn die dänisch-norwegischen Künstler Michael Elmgreen & Ingar Dragset.

Unter dem Titel "Temporarily Placed" (Vorübergehend abgestellt) zeigen die beiden eine Installation, die sie explizit für den Hamburger Bahnhof, das Museum für Gegenwartskunst, erarbeiteten. Zu sehen ist eine detailgenau dargestellte, menschliche Figur in einem Krankenbett, das zum Fenster - mit Blick auf Invalidenstrasse und Charité - ausgerichtet ist. Die Analogie Kranker gleich kranke Kunst bzw. krankes Museum liegt nahe. Dennoch ergeben sich aus diesem Analogieschluß vielfältige Interpretationsmöglichkeiten, die neben der sinnlichen Präsenz den Reiz des Werkes ausmachen.

Gleich wie man zu der Juryentscheidung steht, für Berlin und die Berliner Kulturlandschaft ist dieser Preis auf jeden Fall ein Gewinn.

Neben Elmgreen & Dragset waren außerdem Tacita Dean, Maria Eichhorn und Daniel Richter nominiert.

Die Ausstellung der nominierten Künstler/innen und der Preisträger kann noch bis zum 7.7.02 im Hamburger Bahnhof gesehen werden.


ch







Daten zu Elmgreen & Dragset:


- Art Basel 2013

- Art Basel 2016

- Art Basel Hong Kong 2014

- Art Basel Hong Kong, 2016

- Art Basel Miami Beach 2013

- art basel miami beach, 2014

- art basel miami beach, 2014

- art berlin 2017

- art cologne 2015

- Biennale Venedig 2009 Pav

- Frieze London 2013

- Galerie Perrotin

- Galleries ART DUBAI CONTEMPORARY 2015

- Istanbul Biennale 2013

- LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST

- Liverpool Biennale 2012

- Massimo De Carlo

- Migros Museum, Sammlung

- Ökonomie der Aufmerksamkeit, 2014 Wien

- Preisträger 2002, Preis der Nationalgalerie für junge Kunst

- Taka Ishii Gallery

- The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989 - ZKM, 2011

- Victoria Miro - Gallery

Weiteres zum Thema: Elmgreen & Dragset



SHOPPING - Die Ausstellung


Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt möchte mit der Ausstellung "SHOPPING" 100 Jahre Faszination, Wechselwirkungen und Annäherung von bildender Kunst an die Ästhetik, Strategien und Verführungstechniken der Konsumkultur dokumentieren.
Die bunte, künstliche Welt des Konsums, die unermüdlich neue Sehnsüchte, Versprechungen und Verlockungen produziert, ist zu einem Element unseres Lebens geworden. Shopping ist öffentliches Ritual, Freizeitbeschäftigung, Lustgewinn, Unterhaltung und spiegelt so die Kultur und Werte der Konsumgesellschaft wider.
Erstmals widmet sich eine große Ausstellung so ausführlich dem Zusammenhang von Konsumkultur und moderner wie zeitgenössischer Kunst, und mit über 60 künstlerischen Positionen wird dem Besucher ein breiter Überblick über die verschiedensten Ansätze zu diesem heutzutage gesellschaftlich zentralem Thema geboten.

Gezeigt werden Arbeiten von Marcel Duchamp, Claes Oldenburg, Andy Warhol, Beuys, Jeff Koons, Damien Hirst, Ben Vautier, Sylvie Fleury, Haim Steinbach und Barbara Kruger und vielen mehr.
Die für den Besucher angenehm nachvollziehbare Ausstellung beginnt mit Fotografien vom Beginn des 20. Jahrhunderts und zeigt Werke des Surrealismus über Bauhaus und Pop Art hin zu Fluxus und schließlich zur zeitgenössischen Beschäftigung mit den Dingen der Alltagskultur und des Konsums.
Betreten wird die Ausstellung durch Guillaume Bijls Neuinstallation "Neuer Supermarkt", der ein vollständiges Supermarktsortiment von Lebensmitteln, Frischwaren, Käse, Fleisch, Getränke und Hygieneartikel enthält. Durch die Transformation alltäglicher Orte an Orte der Kunst erhält der völlig vertraut erscheinende Raum den Charakter eines dreidimensionalen Stillebens und wirkt beinahe unheimlich.

Außerhalb der Ausstellungsräume greift die Ausstellung konsequenterweise in den öffentlichen Raum über.
Haim Steinbach thematisiert in seiner eigens für "SHOPPING" geschaffenen Arbeit "Display #60 (41 figures)", die aus 41 entlang der 80m langen Fensterfront der Schirn- Ausstellungshalle platzierten Schaufensterpuppen besteht, die Strategie und Ästhetik der modernen Warenhäuser.

Ebenso Barbara Kruger, die mit ihrem Werk "I shop therefore I am" eine Ikone zu diesem Thema geschaffen hat. Von der Fassade der Galeria Kaufhof lässt sie auf einer Fläche von 2200 qm ein riesiges Augenpaar mit dem Schriftzug "DAS BIST DU, DAS IST NEU, DAS IST NICHTS, DAS IST ALLES. DU WILLST ES, DU KAUFST ES, DU VERGISST ES" auf die Passanten der Zeil, einer der umsatzstärksten Shopping- Meilen Deutschland, blicken.
Der thailändische Künstler Surasi Kusolwong empfängt den Reisenden auf dem Frankfurter Flughafen mit seinem " 1 Euro Market (shop till you fly)". Er bietet auf 500 qm ca. 4000 asiatische Plastikartikel nicht nur zur Betrachtung, sondern explizit zum Einkauf an: die Waren mit dem Einheitspreis von einem Euro sind für jedermann erschwinglich und unterlaufen so die für die Konsumgesellschaft typische Hierarchie von Markenwerten und Preiskategorien.

Neben den diversen Neuinstallationen von G. Bijl, Michael Elmgreen & Ingar Dragset, H. Steinbach, B. Kruger, B. Vautier, A. Gursky und S. Kusolwong ist auch erstmals Damien Hirsts Installation "Pharmacy" in Deutschland zu sehen. Das Hauptwerk des Shootingstars der Young British Art wurde 1992 von der TATE in London angekauft und verlässt diese nun erstmals. Ein Umstand, der möglich wurde, weil die Ausstellung gemeinsam von Max Hollein (Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt) und Christoph Grunenberg (Direktor der TATE Liverpool) kuratiert wird. Zudem wurde der enorm aufwendige Ab- und Aufbau der monumentalen Installation von einem Pharmakonzern gesponsert.
Dass die Ausstellung überhaupt stark von nicht-staatlichen Sponsoren ermöglicht wurde, Hauptsponsor ist die Credit Suisse AG, tut ihrer Faszination keinerlei Abbruch, im Gegenteil: die oben erwähnten Neuinstallationen wären anders gar nicht denkbar gewesen.

Ein Überblick über die künstlerische Auseinandersetzung mit der eigenen Konsumkultur, der zwar zum Nachdenken anregt, aber dennoch wirklich Spaß macht. Nach dem Besuch der Schirn-Kunsthalle macht der Schaufensterbummel gleich doppelt Spaß, man schlendert die Zeil entlang und erfreut sich der verführerischen Auslagen – bis man vor Barbara Krugers Installation wieder aus de Träumen gerissen wird...

Jk


Adresse:
Schirn Kunsthalle Frankfurt – Römerberg, 60311 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Mi – Sa 11 – 22 Uhr, So + Di 11 – 19 Uhr

Eintritt 6,99 EUR

SCHIRN.de

Museum Morsbroich: TALKING PIECES - Text und Bild in der Zeitgenössischen Kunst (-20.04.03)


Vom 26. 01. bis 20. 04.03 werden Arbeiten von über 40 Künstlern, darunter Joseph Beuys Sophie Calle, Jenny Holzer, Martin Kippenberger, gezeigt, in deren Werk unterschiedliche künstlerische Positionen zum Thema Sprache-Bild-Relation zum Ausdruck kommen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Kunst aus der 2.Hälfte des letzten Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart.

Presseerklärung / Auszug: "... Das Museum Morsbroich zeigt jetzt eine Ausstellung, die sich diesem zentralen Thema Text und Bild in der neuen Kunst widmet. In der Kunst des 20. Jahrhunderts - insbesondere seit der Concept Art - gibt es zahlreiche künstlerische Positionen, in welchen Text zum künstlerischen Medium wird. Als poetische Kraft tritt Text zur visuellen Information der Bilder hinzu. Zeichen, Wörter und Sätze werden zum Auslöser der Imagination und durchdringen sich mit der Aussagekraft der Bilder. Manchmal aber ersetzen Zeichen, Wörter und Sätze das klassische Bild, wie etwa bei Jenny Holzer. Und junge Künstler wie Daniel Pflumm agieren mit Leerstellen dort, wo Schrift zu vermuten wäre.

Die Ausstellung im Museum Morsbroich geht den unterschiedlichen Spielarten der Kombination von Text und Bild in der zeitgenössischen Kunst nach und stellt sie in einer großen Spannbreite aktueller künstlerischer Positionen dar. Die Ausstellung stellt in einem kurz gefassten historischen Vorlauf, ausgehend von den strengen Setzungen der Concept-Art (z. B. Lawrence Weiner, On Kawara, Ed Ruscha, Remy Zaugg) über den poetisch-lyrischen Umgang mit Text (z. B. Cy Twombly) zum ironisch-witzigen Spiel mit Worten (z. B. Sigmar Polke, Richard Prince) wichtige Grundpositionen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts vor. Von da aus richtet sie den Focus auf die aktuelle Kunst: Künstler wie Michael Elmgreen & Ingar Dragset, Michel Majerus, Daniel Pflumm, Keith Tyson, Charles Sandison oder Ken Lum beschreiten mit ihren Werken neue Wege, die das Thema Text und Bild zu anderen Ergebnisse und "Sensationen" führen.

Wo der Autor malt und der Maler schreibt, haben Wort, Text und Bild eine hohe gegenseitige Durchdringung. Das Bild wird zum Logo. Umgekehrt wird der Text zum Bild, das konkretere Vorstellungen eröffnet als das Gemalte.

Künstlerliste: Beuys, Jean-Michel Basquiat, Alighiero e Boetti, Robert Barry, Daniele Buetti, Matthew Brannon, Sophie Calle, Hanne Darboven, Michael Elmgreen/ Ingar Dragset,
Sylvie Fleury, Jochen Flinzer, Gajin Fujita, Jenny Holzer, Roni Horn, On Kawara, Johanna Kandl, Astrid Klein, Martin Kippenberger , Joseph Kosuth, Barbara Kruger, Elke Krystufek, Ken Lum, Michel Majerus, Gerhard Merz, Bruce Nauman, Manuel Ocampo, Daniel Pflumm,
Jack Pierson, Raymond Pettibon, Sigmar Polke, Richard Prince, Fiona Rae, Ed Ruscha, Charles Sandison, Pietro Sanguineti, Keith Tyson, Mark Titchner, Ben Vautier, Lawrence Weiner, Christopher Wool, Cy Twombly, Remy Zaugg"


Museum Morsbroich Leverkusen
Gustav-Heinemann-Strasse 80 / 51377 Leverkusen / Tel.: 02 14/8 55 56-0

Öffnungszeiten: Dienstag 11 bis 21 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr

museum-morsbroich.de